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Wie werde ich Goldschmied/in?

22.10.2018 - Ketten, Ohrringe, Armbänder: Goldschmiede stellen in Handarbeit Schmuck her oder reparieren ihn. Auch wenn der Beruf sich wandelt und technischer wird - vor dreckigen Händen sollte man nicht zurückschrecken.

  • Die angehende Goldschmiedin Gwendolin Proksch poliert einen Armreif aus Silber in der Werkstatt ihres Ausbildungsbetriebs in Hannover. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die angehende Goldschmiedin Gwendolin Proksch poliert einen Armreif aus Silber in der Werkstatt ihres Ausbildungsbetriebs in Hannover. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Gwendolin Proksch gestaltet als angehende Goldschmiedin Armbänder, Ohrringe und anderen Schmuck. Später würde sie gerne eigene Workshops leiten. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gwendolin Proksch gestaltet als angehende Goldschmiedin Armbänder, Ohrringe und anderen Schmuck. Später würde sie gerne eigene Workshops leiten. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Handwerk des Goldschmieds erfordert viel Fingerspitzengefühl: Hier poliert die Auszubildende Gwendolin Proksch einen Armreif aus Silber. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Handwerk des Goldschmieds erfordert viel Fingerspitzengefühl: Hier poliert die Auszubildende Gwendolin Proksch einen Armreif aus Silber. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Beruf mit langer Tradition: Gwendolin Proksch walzt ein Stück Silber in der Werkstatt ihres Ausbildungsbetriebs. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Beruf mit langer Tradition: Gwendolin Proksch walzt ein Stück Silber in der Werkstatt ihres Ausbildungsbetriebs. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Gesellin Miriam Gonnissen (l) schaut der Auszubildenden Gwendolin Proksch über die Schulter: Löten lernen ist Teil ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin. Hier erhitzt sie mit der Lötflamme ein Stück Silber. Foto: Peter...

    Gesellin Miriam Gonnissen (l) schaut der Auszubildenden Gwendolin Proksch über die Schulter: Löten lernen ist Teil ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin. Hier erhitzt sie mit der Lötflamme ein Stück Silber. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Beim Schmieden ist Konzentration gefragt: Das hat Gwendolin Proksch, die im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin ist, bereits verinnerlicht. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Beim Schmieden ist Konzentration gefragt: Das hat Gwendolin Proksch, die im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin ist, bereits verinnerlicht. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Diese Art von Tisch mit der charakteristischen Aussparung kommt in Goldschmiede-Werkstätten traditionell zum Einsatz. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Diese Art von Tisch mit der charakteristischen Aussparung kommt in Goldschmiede-Werkstätten traditionell zum Einsatz. Foto: Peter Steffen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gwendolin Proksch, die kurzen Locken zu einem Knoten gebunden, die Ärmel ihres karierten Hemds aufgekrempelt, arbeitet konzentriert an einem Kastenschloss. Es ist nicht ihr erster Versuch, so einen Armbandverschluss herzustellen.

«Das ist schon kompliziert. Es dauert ein bisschen, bis man das beherrscht«, sagt die 21-Jährige, die bei der Goldschmiede Stichnoth in Hannover eine dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert.

Proksch stammt aus der Nähe von Leipzig und hat sich deutschlandweit für eine Stelle als angehende Goldschmiedin beworben. «Es ist sehr schwierig, einen Ausbildungsplatz zu finden», so ihre Erfahrung.

Handwerkliches Geschick, Geduld und technisches Verständnis

Die Goldschmiede Stichnoth ist ein mittelständischer Betrieb mit 22 Goldschmieden und neun Azubis. In der Schmuckindustrie gibt es auch Betriebe mit größeren Maschinen, die in Serie produzieren. In einem solchen Betrieb hat die Gesellin Miriam Gonnissen, die bei Stichnoth die Ausbildung anleitet, gelernt. Letztendlich sei es typabhängig, wofür man sich entscheidet, sagt sie.

Angehende Goldschmiede und Goldschmiedinnen können zwischen den Fachrichtungen Schmuck, Juwelen oder Ketten wählen. Sie gestalten Ohrringe, Ringe und Armbänder und reparieren diese. Mitbringen sollten sie handwerkliches Geschick, Genauigkeit, Kreativität, Geduld, technisches Verständnis und logisches Denkvermögen, sagt Miriam Gonnissen. Es reiche nicht aus, sich gerne mit Schmuck zu umgeben. «Man bekommt auch schmutzige Hände dabei.»

Messingbleche sägen, feilen, später löten und schmieden - diese Tätigkeiten stehen in der Ausbildung zum Goldschmied auf dem Lehrplan. Gerade am Anfang der Ausbildung dürfe man seiner Phantasie freien Lauf lassen, sagt Gwendolin Proksch. Später kommen dann schon erste Kundenaufträge, vor allem Reparaturen.

Bezahlung richtet sich nach dem Betrieb

Zwar seien die Ausbildungszahlen auch beim Goldschmied rückläufig, berichtet Brigitte Seyfried vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. Allerdings habe der Beruf immer noch regen Zulauf. «Wir sind in der guten Lage, dass wir mehr Bewerbungen haben, als wir unterbringen können», erklärt Rainer Fein vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere. Die Bezahlung in der Ausbildung richtet sich nach dem Betrieb. Aktuell gibt es nur in Baden-Württemberg eine tarifvertragliche Regelung. Laut Bundesarbeitsagentur beginnt die Ausbildungsvergütung dort im ersten Lehrjahr bei 1037 Euro und erhöht sich im letzten Jahr auf 1264 Euro.

Goldschmiedemeister Rainer Fein, der bis zu seiner Rente eine Werkstatt in Stuttgart leitete, glaubt, dass handgemachter Schmuck immer gefragt sein wird. «Die Leute, die das richtig können, werden immer ihr Auskommen haben.» Dabei spiele das Vertrauen der Kunden eine große Rolle. «An Schmuck hängen Emotionen und Geschichten», erklärt er. Goldschmiede brauchen Einfühlungsvermögen und Bewusstsein dafür, dass der Ring der Großmutter etwas Besonderes ist.

Computer-Modelle und 3D-Drucker

Miriam Gonnissen beobachtet, wie der Beruf eine stärker technische Ausrichtung bekommt. Goldschmiede arbeiten längst nicht mehr nur am Werkbrett, einem Tisch mit einer Mulde, in der der Goldschmied sitzt. Sie entwerfen auch Modelle am Computer oder nutzen 3D-Drucker.

An die Ausbildung lässt sich klassischerweise ein Meistertitel anschließen. Oder man entscheidet sich für ein Studium, etwa Design. Gwendolin Proksch würde später gerne Workshops geben. Viele wählen auch den Weg in die Selbstständigkeit: eine Vorstellung, von der auch Prokschs Mitschüler zum großen Teil träumen.

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