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Gamerdingers Fußball-Kolumne

12.11.2018 - Nachdem die große Super-League-Diskussion vorerst wieder vom Fußball-Alltag überholt wurde und eine aus Sicht der deutschen Teilnehmer weitesgehend erfolgreiche Europapokalwoche hinter uns sowie eine erneute und wiederrum viel diskutierte Länderspielpause vor uns liegt, konnten wir uns am Wochenende endlich mal wieder der Leistungen in der Fußball-Bundesliga erfreuen: ein Topspiel, das seinem Namen alle Ehre machte, ein Verfolgerduell zwischen Bremen und Gladbach, das – ist man nicht gerade fanatischer Bremen-Fan – Fußball-Herzen höher schlagen ließ. Als Garnitur des Spieltags punkteten dann auch noch die „Kellerkinder“ Düsseldorf, Hannover und Stuttgart dreifach, so dass es auch in den unteren Tabellen-Gefilden spannend bleibt. Und das alles mit 32 umjubelten Toren am Wochenende.

  • „Koan Neuer“! Das wünschen sich inzwischen wohl wieder viele Bayern-Fans. Der schwächelnde Nationaltorwart Manuel Neuer steht für den momentanen Abschwung der Münchner, dabei liegen die Ursachen schon deutlich...

    „Koan Neuer“! Das wünschen sich inzwischen wohl wieder viele Bayern-Fans. Der schwächelnde Nationaltorwart Manuel Neuer steht für den momentanen Abschwung der Münchner, dabei liegen die Ursachen schon deutlich länger zurück. Nur der Umgang damit durch die Verantwortlichen hinterlässt Ratlosigkeit und Kopfschütteln © picture alliance / David Inderlied / Guido Kirchner

Was die Massen elektrisierte, war natürlich allen voran das Spitzenspiel zwischen den Turbo-Fußballern von Tabellenfüher Borussia Dortmund und den bis dato wenig glanzvollen Meistern aus Bayern. Völlig zu Recht, wie sich am Samstagabend herausstellte. Nach einer bäenstarken ersten Hälfte und trotz zweimaliger Führung der Münchener durch den ehemaligen BVB-Goalgetter Robert Lewandowski konnten jedoch die Schwarz-Gelben aus Dortmund nach Treffern von Kapitän Marco Reus (2) und dem eingewechselten Paco Alcacer das Spiel mit 3:2 nicht nur sich drehen und damit entscheiden, sondern auch die Tabellenführung auf nunmehr sieben Punkte ausbauen. Respekt!

Wahrheit

Wollte Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach dem wenig überzeugenden Champions League-Sieg gegen Athen noch nicht wahrhaben, dass die Bayern nur Dritter sind (Zitat gegenüber den Sportschau-Kollegen: „Wollen Sie mit mir am 10. Spieltag über das Toverhältnis diskutiieren?“), so muss er sich nun damit abfinden, dass nicht nur die Gladbacher, sondern auch die Leipziger nach Punkten vorbeigezogen sind (und Frankfurt immerhin nach Toren) und es aktuell lediglich der fünfte Rang ist. Das ist die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!

Außendarstellung

Das allein zu verschmerzen ist sicherlich schwer genug, attestierte doch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge der Mannschaft nach dem Spiel eine Top-Leistung, bei der lediglich das Ergebnis am Ende nicht stimmte: „Ich kann der Mannschaft keine Vorwürfe machen.“ Aha!?  Scheint so, als wenn nicht nur den ein wenig „satt“ wirkenden Akteuren des Meisters, die Erfolgsgier ein wenig abhanden gekommen ist. Da passte Rummenigges lapidare Aussage, dass es intern keine Trainerdiskussion gäbe, absolut ins Gesamtbild: Auf Krampf Einigkeit und Zusammenhalt nach außen darstellen! Retten in der Außendarstellung, was nicht mehr zu retten ist.

Kampfgeist

Die Nachwirkungen der völlig aus dem Ruder gelaufenen Pressekonferenz zum Thema „Der FC Bayern in den Medien“ scheint größere Spuren hinterlassen zu haben als sich die obere Etage der Bayern hätte träumen lassen. Anders ist auch nicht zu erklären, dass Uli Hoeneß noch am Freitag dem eingetretenen Mitgliederschwund als schmerzhaftesten Nachhall der PK mit Erläuterungen Einhalt zu gebieten versuchte. Irgendwie wirkte auch dieser Erklärungsversuch ziemlich getrieben.

Genverlust

Der entscheidende Vorteil, den die Bayern immer hatten, war das berühmte und selbst erarbeitete „Mia san mia“-Gen. Wenn selbst die höchsten Klubinstanzen das Gen nicht mehr auf die Straße bringen, wie soll dann eine Mannschaft, gespickt mit Spielern, die die schlechteste WM aller Zeiten für Ihr Land gespielt haben, noch erfolgreich und attraktiv Fußball spielen? Das fast schon arrogante oder als arrogant wahrgenommene Selbstverständnis war es, was den Unterschied immer ausgemacht hat. Dieser Unterschied ist weg! Und so wirkt die "eierlegende Wollmilchsau", die er nun zu seinem Nachfolger propagierte, bei der derzeitigen Außendarstellung ziemlich peinlich.  

Eingeständnisse

Es ist an der Zeit, dass man sich in München eingesteht, Fehler in der Kaderplanung gemacht zu haben. Kein Trainer dieser Welt wird es diese Saison hinbekommen, dass dieses Team aus Enttäuschten, Enttäuschenden, Frustrierten und Ambitionierten, Talentierten und Satten eine Mannschaft zu formen, die mit überspringender Lust, Begeisterung, Tempo und Spielwitz attraktiven und erfolgreichen Fußball auf den Rasen bringt. Mögen sie in München den Mut haben, sich eigene Fehler einzugestehen und den Kaderumbau mit Niko Kovac angehen. Zeit dazu hätten sie, denn für eine Champions-League-Qualifikation wird es auch ohne „Mia san mia“-Gen reichen. Da kann sich Mats Hummels noch so oft erkältet auswechseln lassen...

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