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Gut, dass es die Exoten gibt

19.02.2019 - Mit dem Genfer Salon beginnt das Autojahr in Europa. In diesem Jahr wirkt die Show ein wenig Show müde. Zumindest, was die etablierten Marken angeht.

  • GFG Style stellt in Genf den Kangaroo vor © GFG

    GFG Style stellt in Genf den Kangaroo vor © GFG Style

  • VW will mit einem Elektro-Buggy Sympathien sammeln ©

    VW will mit einem Elektro-Buggy Sympathien sammeln © VW

  • Audi gibt einen Ausblick auf sein E-SUV ©

    Audi gibt einen Ausblick auf sein E-SUV © Audi

  • Renault zeigt den neuen Clio ©

    Renault zeigt den neuen Clio © Renault

SP-X/Genf. Die große Krise der Automessen hat auch den traditionsreichen Genfer Automobilsalon erreicht. Doch auch wenn in diesem Jahr (7. bis 17. März) viele wichtige Pkw-Hersteller fehlen, ist die Frühjahrsmesse in der Schweiz noch immer eine Reise wert. Was jedoch nicht an den etablierten Massenmarken liegt.

Lediglich drei echte Neuheiten mit Bestseller-Chancen gibt es dieses Jahr am Lac Leman zu sehen. Allen voran den Renault Clio, der mit sanft modernisierter Karosserie und umfassend erneuerter Technik - unter anderem gibt es einen Mildhybrid und ein Infotainmentsystem mit Mega-Bildschirm - Europas Kleinwagen-Thron verteidigen will. Dabei muss er sich aus des Angreifers Peugeot 208 erwehren, der in der neuen Generation seine rundliche Niedlichkeit ablegt und deutlich erwachsener auftritt. Der Franzose erlaubt zudem erste Spekulationen zu seinem kommenden Technikbruder Opel Corsa, der mangels Messepräsenz der Rüsselsheimer aber erst später im Jahr Premiere feiern wird. Nummer drei unter den Bestseller-Anwärtern ist der Skoda Kamiq, das dann kleinste SUV der tschechischen VW-Tochter, das an die Erfolge von Karoq und Kodiaq anknüpfen soll. Mit Außenseiterchancen startet zudem der Mazda CX-4, ein SUV-Coupé, dass sich zwischen Mini- und Kompaktklasse ansiedelt und markentypisch nicht zuletzt mit expressivem Design punkten will.

Bei den deutschen Herstellern herrscht in diesem Jahr Zurückhaltung. VW etwa bereitet sich auf die für den Herbst anstehenden Premieren des neuen Golf und der ID-Familie vor und hat für Genf lediglich die Messepremiere des schon ausführlich beworbenen Mini-SUV T-Cross sowie die Weltpremiere der sportlichen R-Variante vom etwas größeren T-Roc dabei. Dazu kommt eine Elektroauto-Studie in Form eines sympathischen Strand-Buggys – quasi als Vorgriff auf den Herbst. Auch Audi wirbt in erster Linie für seine kommenden E-Modelle und zeigt mit dem Q4 E-Tron die Studie eines kompakten SUV-Stromers. Bei BMW gibt es neben dem geliftete 7er vor allem neue elektrifizierte Antriebvarianten bekannter Modelle zu sehen, Mercedes dürfte den kompakten CLA als Shooting-Brake-Kombi und das geliftete Mittelklasse-SUV GLC zeigen.

Von der Flaute bei den großen Herstellern profitieren die exklusiven Sportwagenmanufakturen, die den schweizerischen Salon und sein tendenziell solventes Publikum traditionell als Auslauffläche nutzen. So dürfte Koenigsegg eine seiner seltenen Premierenfeiern abhalten und mit dem Supersportwagen Ragnarok ein neues Flaggschiff präsentieren. Italiens Design-Legende Pininfarina zeigt mit dem Elektro-Renner Battista, wie man sich die Zukunft als exklusive E-Automarke vorstellt und das Giugiaro-Studio GFG Style kombiniert mit E-Antrieb und SUV-Design gleich zwei aktuelle Mega-Trends. Dass dort Marktpotenzial schlummert, vermutet auch Aston Martin, die die traditionsreiche Marke Lagonda mit einem ebensolchen E-SUV wiederbeleben wollen.

Apropos E-Antrieb: Auch dabei setzen in Genf eher die Außenseiter Akzente. Beispielsweise Volvo-Ableger Polestar mit seinem ersten Massenmarktmodell, das kurz nach der Online-Weltpremiere auf der Messe stehen wird. Aber auch Honda, die einen seriennahen Prototypen ihres kommenden E-Kleinwagens zeigen. Die Japaner hatten sich zuletzt modellpolitisch stark auf andere Weltregionen konzentriert, könnten mit dem retro-futuristischen Stadtflitzer aber auch wieder ein Erfolgsmodell für Europa im Köcher haben.

Abseits der Modellneuheiten könnte es für den geneigten Messe-Besucher jedoch auch interessant sein, wie die kleine und kompakte Show die zahlreichen Absagen für die aktuelle Auflage verkraftet. Allein das Fernbleiben von Ford hinterlässt eine riesige Lücke auf der recht übersichtlichen Palexpo-Ausstellungsfläche. Dazu kommen weitere Leerstellen, die durch das Fernbleiben weiterer Marken entstehen. Ob die Exoten diese Lücken dauerhaft füllen können, bleibt abzuwarten.

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