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Wunsch nach mehr Lohn richtig verkaufen

21.09.2018 - Es gibt immer etwas zu meckern im Job. Doch mit dieser Grundeinstellung ändern Beschäftigte eher wenig. Es gilt, dem Chef einen Nutzen zu verkaufen. Wenn es ganz schlecht läuft, sollten sich Beschäftigte nicht selbst anlügen.

  • Martin Wehrle ist Karriereberater und Buchautor. Foto: André Heeger © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Martin Wehrle ist Karriereberater und Buchautor. Foto: André Heeger © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu viele Überstunden, miese Bezahlung, unklare Anweisungen: Das sind alles Gründe, sich über seinen Job aufzuregen. Doch wer daran etwas ändern will, sollte das nicht in so einer Form gegenüber dem Chef darlegen, sondern die positiven Aspekte verkaufen.

«Jeder ist Egoist, auch der Chef», sagt Karriereberater Martin Wehrle aus Appel bei Hamburg. Das heißt: «Wenn man ihm etwas bietet, wo er einen Vorteil wittert, ist er eher dazu bereit, sich darauf einzulassen.»

Wehrle nennt einige Beispiele: Ein Beschäftigter hat das Gefühl, zu viel zu arbeiten. Er kann sich das Ziel setzen, an drei Tagen in der Woche pünktlich aufzuhören. Gegenüber dem Chef lässt sich das etwa so kommunizieren: «In der Freizeit tanke ich auf. Am nächsten Morgen bin ich konzentrierter und motivierter wieder am Schreibtisch.»

Oder das Thema Gehalt: Hier sollten Angestellte klarmachen, was sie für das Unternehmen bereits geleistet haben und wie groß der Nutzen für die Firma ist. Und dass sich folglich die Investition in sie - in Form einer höheren Bezahlung - lohnt.

Allgemein gilt demnach: Wer unzufrieden im Job ist, sollte sich erstmal selbst nach seinen Wünschen fragen. Nur im Kritikmodus zu verharren, das hilft eher wenig. Manche wünschen sich zum Beispiel klare Anweisungen, da sie sonst nur in die Irre laufen. «Mit dieser Erkenntnis kann man zum Chef gehen», sagt Wehrle, der Bücher über schlechte Erfahrungen von Mitarbeitern in Firmen geschrieben hat.

Aus seiner Erfahrung führen sich viele Menschen in der Arbeitswelt selbst hinters Licht. Sie verschließen die Augen davor, wenn es ihnen im Job nicht gut geht und nehmen diese Probleme mit nach Hause. Er habe das oft beobachtet, sagt Wehrle. «Das überträgt sich auf das Privatleben.»

Es gibt aber Warnzeichen: Morgens immerzu keine Lust auf die Arbeit haben. Schlechter Schlaf. Häufige Momente am Arbeitsplatz, in denen die Zeit einfach nicht vergeht. Schwierig wird es auch dann, wenn ein Vorgesetzter Anliegen nicht ernst nimmt und auch keinen regelmäßigen Austausch möchte. Wehrle: «Dann muss man sich überlegen, ob man in der richtigen Firmenkultur und beim richtigen Vorgesetzten ist.»

Nun ist es aber so: «Nette Menschen um einen herum reißen viel heraus», sagt Wehrle. Sie können Energiequellen sein und für ein gutes Klima sorgen. Aber fehlt das auch, ist es unter Umständen Zeit, sich über einen Jobwechsel Gedanken zu machen. Haben Beschäftigte das Gefühl, nicht mehr gewollt oder gebraucht zu sein, zermürbt sie das. In so einem Fall ziehen sie besser die Reißleine.

Literatur:

Martin Wehrle, «Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch! Was Mitarbeiter in den Wahnsinn treibt», 368 Seiten, ISBN: 978-3-442-39326-8, 15 Euro.

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