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Basaksehir: Viele Altstars und Erdogan im Hintergrund

01.10.2019 - Bei Fußball in Istanbul denkt man an Galatasaray, Besiktas oder Fenerbahce. Borussia Mönchengladbachs nächster Europa-League-Gegner Basaksehir dagegen ist kaum bekannt. Der türkische Vizemeister ist ein interessantes Projekt, aber kaum beliebt.

  • Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (2.v.r) ist ein Fan von Basaksehir Istanbul. Foto: Can Erok/Depo Photos via ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (2.v.r) ist ein Fan von Basaksehir Istanbul. Foto: Can Erok/Depo Photos via ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ob es Borussia Mönchengladbach gelingt, Recep Tayyip Erdogan mal ins Fatih-Terim-Stadion zu locken, ist noch unklar. Der türkische Staatspräsident kommt nur zu ausgewählten Fußballspielen seines Herzensclubs Basaksehir Istanbul.

Dies gilt für viele der insgesamt wenigen Anhänger des Retortenclubs aus dem ebenfalls noch jungen Stadtteil Basaksehir - es kommen in der Regel kaum mehr als 4000 Zuschauer in die Arena. Die Borussia erwartet am Donnerstag im zweiten Gruppenspiel der Europa League (18.55 Uhr/DAZN) somit eine etwas andere Atmosphäre als die, die man von Europacup-Spielen bei den Großclubs Galatasaray, Besiktas und Fenerbahce gewohnt ist.

Böse formuliert könnte man sagen: Basaksehir ist ein wenig geliebter reicher Retortenclub mit nur wenigen Anhängern im Stadion. Auch wenn Gladbachs Sportdirektor Max Eberl bei der Auslosung offensichtlich etwas anderes im Kopf hatte: «Mit hitzigen Fans in Istanbul wird auch das sportlich herausfordernd werden.»

Erst 2014 wurde Basaksehir als Nachfolger des Vereins der Istanbuler Stadtverwaltung gegründet. Erdogans Einfluss in seinem Lieblingsclub scheint nicht unerheblich. Basaksehir wird vor allem von regierungsnahen Unternehmen gesponsert, etwa der Krankenhauskette Medipol. Die Regierungsnähe des Clubs ist ein offenes Geheimnis. Vereinspräsident Göksel Gümüsdag ist mit der Nichte der Ehefrau Erdogans verheiratet.

Der Club hat keine Tradition und auch das Stadtviertel Basaksehir, in dem auch das Stadion mit einer Kapazität von 17.000 Zuschauern steht, ist relativ neu. Dem Verein fehlt eine nennenswerte Fangemeinde. Dennoch stand der dank üppiger Sponsorenverträge reiche Verein in der Vorsaison kurz vor der Meisterschaft, die am Ende aber doch Galatasaray holte. Im Basaksehir-Kader stehen prominente Namen, von denen etliche ihre besten Tage aber hinter sich haben, wie Demba Ba (34), Robinho (35), Gökhan Inler (35), Martin Skrtel (34), Eljero Elia (32) und Arda Turan (32). Auch der vom FC Barcelona ausgeliehene Turan gilt als treuer Anhänger Erdogans. Bei Turans Hochzeit war der Präsident laut türkischen Medien Ehrengast und Trauzeuge.

Ex-Trainer Abdullah Avci profitierte von der starken Saison und wechselte im Sommer zu Besiktas. Unter Nachfolger Okan Buruk läuft es bislang durchwachsen. Nach sechs Spielen in der türkischen Süper-Lig ist der Vizemeister mit acht Punkten Achter. Im ersten Europa-League-Spiel verlor der Club wie Borussia Mönchengladbach 0:4 (gegen Wolfsberg), allerdings nicht wie Gladbach gegen einen österreichischen Provinzclub, sondern bei Edin Dzekos AS Rom.

Schon in der Saison-Vorbereitung testete Gladbach gegen den türkischen Vizemeister und gewann deutlich 5:1. «Dennoch war es kein leichtes Spiel», befand Eberl und Kapitän Lars Stindl sprach von einer «interessanten Mannschaft». Nur bei den türkischen Anhängern scheint dies noch nicht so angekommen zu sein.

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