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The Sweet-Bassist Steve Priest gestorben

05.06.2020 - Mit launigen Hits wie «Hell Raiser», «Ballroom Blitz» und «Fox On The Run» wurde die britische Glamrock-Band The Sweet in den 70er Jahren weltberühmt. Mitbegründer und Bassist Steve Priest galt als besonders schillernde Figur. Nun ist der Musiker gestorben.

  • Leadgitarrist Dave Hill (l) und Steve Priest 1999 in London. Foto: Peter Jordan/Press Association/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Leadgitarrist Dave Hill (l) und Steve Priest 1999 in London. Foto: Peter Jordan/Press Association/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Steve Priest (v.l.n.r.) , Mick Turner, Andy Scott und Brian Connolly von The Sweet 1973 in London. Foto: Pa/Press Association/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Steve Priest (v.l.n.r.) , Mick Turner, Andy Scott und Brian Connolly von The Sweet 1973 in London. Foto: Pa/Press Association/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In den frühen 70er Jahren hatte Steve Priest mit der britischen Glamrock-Band The Sweet seine erfolgreichste Zeit. Dank mitreißender, eingängiger Rocksongs wie «Ballroom Blitz», «Fox On The Run» oder «Blockbuster» war die Gruppe regelmäßig in den Hitparaden vertreten.

In bunten Glitzeroutfits traten The Sweet in unzähligen Fernsehshows auf. Priest galt als besonders extravagant. Nun ist der Bassist und gelegentliche Sänger im Alter von 72 Jahren gestorben. Die Todesursache wurde zunächst nicht bekannt.

«Ich bin erschüttert, Steve Priest ist gestorben», schrieb sein ehemaliger Bandkollege, der Gitarrist Andy Scott, auf der offiziellen Facebook-Seite von The Sweet. In den letzten Jahren existierte die Band in zwei Versionen. Scott tourte in Europa mit The Sweet. Priest, der 1948 in London geboren wurde und in den letzten Jahren in Los Angeles lebte, ging als Steve Priest & The Sweet in den USA auf Tournee. Die Gruppe hatte sich ursprünglich 1981 aufgelöst. Sänger Brian Connolly starb 1997, Schlagzeuger Mick Tucker 2002.

Enorm erfolgreich waren The Sweet auch in Deutschland, wo die Band acht Nummer-Eins-Hits hatte. Darunter waren Songs mit oft albernen Texten wie «Coco», «Little Willy» und «Wig-Wam Bam», die in den 70er Jahren in deutschen Partykellern rauf- und runtergespielt wurden. Im Fernsehen traten The Sweet häufig in Sendungen wie «Musikladen» oder «DISCO» auf.

Ihren letzten Top-10-Hit hatten die Briten mit «Love Is Like Oxygen» (1978), dann ließ der Erfolg nach. Doch die Band blieb auch nach der Auflösung ein Vorbild für viele Künstler. Boy George nannte Priest auf Twitter jetzt «einen der großartigen Glamrocker». Er habe seine «Teenager-Jahre weniger einsam gemacht», so der Sänger.

Priest sang gelegentlich auch. Einen seiner markantesten Momente als Sänger hatte er bei «Ballroom Blitz», wo er nach etwa 45 Sekunden die Brücke zum Refrain einleitet. «Oh, I see a man at the back as a matter of fact ...», singt er da mit überbetonter Stimme. Der Song beginnt damit, dass Sänger Connolly «Are you ready, Steve?» (Bist du bereit, Steve?) ruft. So nannte Priest auch die erste US-Tournee mit seiner Version von The Sweet im Jahr 2008.

In den 70er Jahren waren The Sweet für ihre Eskapaden berüchtigt. Sie sollen ganz nach dem Klischee «Sex, Drugs & Rock'n'Roll» gelebt haben. Was die androgyne Bühnen-Erscheinung angeht, trieb es Priest gern auf die Spitze. So sehr, dass sogar David Bowie ihm damals am Rande der britischen TV-Sendung «Top Of The Pops» empfohlen habe, weniger Make-up aufzutragen, wie Priest einst selbst erzählte.

«Er war der beste Bassist, mit dem ich je gespielt habe», würdigte Scott nun seinen früheren Bandkollegen. «Obwohl es ihm gesundheitlich schlechter ging, hab ich mir diesen Moment nie vorstellen können. Niemals.»

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