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Bundesliga im Free-TV? Nur das Erste positioniert sich

26.04.2020 - Fußball im Fernsehen für alle! Diese Forderung des ehemaligen Bundesliga-Managers Willi Lemke hört sich gerade in Zeiten der Corona-Krise verlockend an - und wird ausgerechnet von seinem alten Widersacher Uli Hoeneß unterstützt.

  • Plädiert für die Übertragung von Geisterspielen im Free-TV: Willi Lemke. Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Plädiert für die Übertragung von Geisterspielen im Free-TV: Willi Lemke. Foto: Christian Charisius/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kostenlose Live-Übertragungen von den geplanten Geisterspielen der Bundesliga werfen aber viele Fragen auf.

Was wollen Lemke und Hoeneß?

Der ehemalige Werder-Manager Lemke wünscht sich die «Live-Konferenz kostenlos für alle». Er sagte der «Bild»: «Das Gleiche gilt für das Topspiel am Samstagabend.» Er bitte vor allem Sky «mit den großen Fernsehanstalten - ARD, ZDF oder mit wem auch immer - zu reden». Der frühere Bundesliga-Manager sagte: «Das hätte den unglaublich wichtigen Effekt, dass der Run auf die Wohnzimmer mit Sky-Ausstattung unterbleiben würde. Und die Leute würden vielleicht nicht zu den Stadien gehen und sich dort infizieren.»

Für diesem Vorschlag findet er Unterstützung bei dem ehemaligen Bayern-Präsidenten Hoeneß, mit dem er sich früher gerne gekabbelt hat. «Ich finde diese Idee von Willi Lemke sehr gut, weil damit die Versorgung noch flächendeckender erfolgen könnte», sagte er dem «Kicker». «Doch die Öffentlich-Rechtlichen müssten dann dafür entsprechend bezahlen. Denn es kann nicht sein, dass Sky viel Geld für die Rechte ausgibt und ARD und ZDF zu Trittbrettfahrern werden.»

Wie reagiert Sky?

Der Pay-TV-Sender schweigt bei dem Thema seit Tagen und wollte sich auch am Wochenende nicht äußern. Das ist verwunderlich, den Sky hatte ja bereits vor ein paar Wochen kostenlose Übertragungen angekündigt. Mitte März, vor der Unterbrechung der Saison, hatte das Unternehmen verkündet, «an den kommenden beiden Spieltagen» die Konferenzen der 1. und 2. Bundesliga frei empfangbar zu machen. Sky-Boss Devesh Raj sagte dazu in einer Mitteilung: «In herausfordernden Zeiten müssen wir alle zusammenstehen. Für uns ist es selbstverständlich, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir diese Spiele mit allen teilen, so dass möglichst viele Fußballfans die Bundesliga live erleben können.» Ob das nun bei einem erhofften Neustart gilt, ist offen.

Wie verhalten sich ARD und ZDF?

Die ARD kann sich laut Sportkoordinator Axel Balkausky Live-Übertragungen unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, das ZDF wollte sich nicht äußern. «Zunächst einmal müssen wir abwarten, ob und wann überhaupt gespielt wird. Und natürlich respektieren wir die Rechtesituation und die schwierige Situation, in der sich Sky und DAZN derzeit befinden», sagte Balkausky der Deutschen Presse-Agentur. «Wenn es aber gesellschaftlich Sinn ergibt und gewünscht ist, verschließen wir uns dem Thema nicht, sollten sich Sky, DAZN und die DFL damit irgendwann befassen. Dann, und nur dann, würden wir für Gespräche bereit stehen», sagte der ARD-Mann.

Was sagt die Deutsche Fußball Liga?

Die DFL wollte das Thema am Wochenende ebenfalls nicht kommentieren. Die Liga ist auf das Wohlwollen des Pay-TV-Senders angewiesen, mit dem sie gerade erst eine Einigung über die teilweise Auszahlung der nächsten TV-Geld-Tranche erzielt hat. Als die Diskussion Anfang April erstmals aufkam, hatte DFL-Boss Christian Seifert gesagt: «Alles für alle frei zugänglich anzubieten, würde die Verträge, die wir auch mit den öffentlich-rechtlichen Sendern haben, sehr tangieren beziehungsweise die Wertigkeit komplett zerstören. Damit würden wir vertragsbrüchig werden.»

Was ist ein realistisches Szenario?

Dass Sky die Konferenz an einen anderen Sender abgibt, erscheint derzeit ausgeschlossen. Sie ist das Herzstück der Bundesliga-Berichterstattung. Wahrscheinlicher ist - zumindest zeitweise - eine Ausstrahlung im hauseigenen Free-TV-Kanal Sky Sport News. Möglich ist zudem, dass einzelne Spiele verkauft werden. Die Verträge erlauben zumindest eine Partie pro Halbserie. Bei mehreren Partien müsste gemeinsam mit der DFL eine Lösung gefunden werden.

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