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Die Gärten von Marrakesch erkunden

16.08.2018 - Üppig sprießt die Vegetation im Schatten des Hohen Atlas: In Marrakesch lassen sich wunderschöne Gärten besichtigen. Neben dem berühmten Jardin Majorelle von Yves Saint Laurent und traditionell islamischen Gärten gibt es neue große Pflanzenkunst zu sehen.

  • Oase der Ruhe und Entschleunigung: der Jardin Secret in Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Oase der Ruhe und Entschleunigung: der Jardin Secret in Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Im La-Mamounia-Garten säumen Jahrhunderte alte Olivenbäume eine Allee - aus den Oliven wird Öl gepresst. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im La-Mamounia-Garten säumen Jahrhunderte alte Olivenbäume eine Allee - aus den Oliven wird Öl gepresst. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Jardin Secret gehört zu einem alten Riad, einem traditionellen marokkanischen Haus mit Hofgarten. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Jardin Secret gehört zu einem alten Riad, einem traditionellen marokkanischen Haus mit Hofgarten. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Wie ein grüner Dschungel: Der Arsat Moulay Abdeslam Cyber Park im Herzen von Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wie ein grüner Dschungel: Der Arsat Moulay Abdeslam Cyber Park im Herzen von Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Typisches Kobaltblau:  Wasserbecken im Jardin Majorelle in Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Typisches Kobaltblau:  Wasserbecken im Jardin Majorelle in Marrakesch. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Cyber Park orientiert sich zum Teil an französischer Gartenkunst. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Cyber Park orientiert sich zum Teil an französischer Gartenkunst. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Verwunschener Ort: Meterhoher Bambus wächst im Anima-Garten von André Heller. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Verwunschener Ort: Meterhoher Bambus wächst im Anima-Garten von André Heller. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Kunstvoll verziertes Fenster am Atelier von Jacques Majorelle. Der gleichnamige Garten geht auf den französischen Maler und Pflanzensammler zurück. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kunstvoll verziertes Fenster am Atelier von Jacques Majorelle. Der gleichnamige Garten geht auf den französischen Maler und Pflanzensammler zurück. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Symbol für die Zukunft: Touchscreen-Säulen im Arsat Moulay Abdeslam Cyber Park. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Symbol für die Zukunft: Touchscreen-Säulen im Arsat Moulay Abdeslam Cyber Park. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Boot «Hoffnung» (Espoir) ist eines der Kunstwerke im Anima-Garten von André Heller, der etwas außerhalb der Tore von Marrakesch liegt. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Boot «Hoffnung» (Espoir) ist eines der Kunstwerke im Anima-Garten von André Heller, der etwas außerhalb der Tore von Marrakesch liegt. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Den Anima-Garten von André Heller verzieren verschiedenste Kunstwerke, die sich gut mit den Pflanzen ergänzen. Dieser überdimensionale Kopf spuckt Nebel. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Den Anima-Garten von André Heller verzieren verschiedenste Kunstwerke, die sich gut mit den Pflanzen ergänzen. Dieser überdimensionale Kopf spuckt Nebel. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der österreichische Künstler André Heller - der Anima-Garten in Marrakesch ist sein botanisches Lebenswerk. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der österreichische Künstler André Heller - der Anima-Garten in Marrakesch ist sein botanisches Lebenswerk. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Palasthotel «La Mamounia» hat auch einen eigenen Gemüsegarten. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Palasthotel «La Mamounia» hat auch einen eigenen Gemüsegarten. Foto: Daniela David © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der außergewöhnlichste Garten in Marrakesch liegt fernab vom Trubel: Anima, erschaffen vom österreichischen Künstler André Heller. Obwohl erst 2016 eröffnet, wirkt der Garten nicht neu, sondern vollkommen eingewachsen.

«Dafür haben wir in aufwendigster Logistik hohe Palmen und Kakteen durch das Land transportiert», sagt Heller, der schon in vielen Ländern Gärten gestaltet hat. Anima ist sein botanisches Lebenswerk.

Exotische Pflanzen umwachsen Kunstwerke. Da ist der meterhohe Kopf aus Mosaiksteinen, der Nebel sprüht. Eine Skulptur des Pop-Art-Künstlers Keith Haring mit einem riesigen Kaktus als Nachbarn. Oder das Boot «Hoffnung», das wie eine Arche Noah durch das Gras zu gleiten scheint. «Ich erzählte da Geschichten», erklärt Illusionskünstler Heller, der in Marokko lebt.

Marrakesch hat noch mehr faszinierende Oasen zu bieten. Ein Garten, den wohl kaum ein Besucher der marokkanischen Königsstadt verpasst, ist der Jardin Majorelle. Bekannt ist er für das leuchtende Kobaltblau seiner Gebäude und Wasserbecken - ein schöner Kontrast zum Grün der Kakteen und Palmen. Jacques Majorelle, ein französischer Maler und Pflanzensammler, hat den Garten in den 1920er Jahren angelegt. 1980 kaufte Yves Saint Laurent die Anlage und ergänzte den Kaktusgarten mit imposanten Stachelgewächsen aus Amerika. Der Garten diente dem Modeschöpfer als inspirierendes Refugium.

Die Gärten von Marrakesch wären nicht möglich ohne eine raffinierte Wasserversorgung. Unterirdische Rohre leiten das Wasser aus dem nahen Atlasgebirge in die Stadt, eine 1000 Jahre alte Technik. Im Jardin Secret am Rande der Medina überlebte dieses hydraulische System.

Hat man gerade noch die engen und lauten Souks durchquert, für die Marrakesch bekannt ist, steht man plötzlich inmitten von Ruhe und Schönheit. Der 2016 eröffnete geheime Garten geht auf ein altes Riad zurück, ein marokkanisches Haus mit einem geschützten Hofgarten.

Marrakesch ist voller Riads. Viele der historischen Ensembles sind heute Hotels. Hinter ihren Eingangsportalen tun sich Gartenparadiese auf, die manchmal auch für externe Besucher zugänglich sind.

Mächtige Mauern mit Zinnen umschließen einen der weitläufigsten Gärten der Stadt. Im 18. Jahrhundert ließ Sultan Mohamed Ben Abdellah den acht Hektar großen Arsat-Garten mit Nutzpflanzen inklusive Palast für seinen Sohn Mamoun anlegen, symmetrisch wie im Islam üblich. Der Palast wurde 1923 in das erste Hotel Marrakeschs umgewandelt.

Auch Gäste, die nicht in der legendären Unterkunft übernachten, können im La-Mamounia-Garten flanieren und unter turmhohen Palmen marokkanischen Minztee trinken. Jahrhundertealte Olivenbäume säumen die Alleen des Gartens. Aus ihren Früchten wird Olivenöl gepresst. Rosen ranken sich an den knorrigen Stämmen hoch. Der Duft von 700 Orangenbäumen liegt in der Luft. Durch die Büsche klingt der Ruf des Muezzins der nahen Koutoubia-Moschee.

Nicht weit entfernt liegt der Garten Arsat Moulay Abdeslam, der 2005 als Cyber Park wiedereröffnet wurde. Auch dieser Garten war ein Geschenk des gartenverliebten Sultans an einen seiner Söhne. Akkurat getrimmte Hecken zitieren französische Gartenkunst. Auch viele Einheimische kommen hier her. Im Schatten alter Bäume halten junge Pärchen Händchen. Gärten sind eine vortreffliche Kulisse für die Liebenden - das gilt auch in Marrakesch.

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