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Kann man als Supermarktkunde etwas gegen Kinderarbeit tun?

18.01.2019 - Aufs Feld statt zur Schule - für viele Kinder in Entwicklungsländern ist das Alltag. Auf der Grünen Woche wird nun der Ruf gegen Kinderarbeit laut. Doch was können Supermarktkunden beitragen?

  • Die Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau findet vom 18. bis 27. Januar in Berlin statt. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau findet vom 18. bis 27. Januar in Berlin statt. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Sie arbeiten auf Kakaoplantagen, pflücken Nüsse und ernten Gewürze: Kinderarbeit ist in vielen Ländern an der Tagesordnung. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat zum Start der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin einen stärkeren weltweiten Kampf gegen Kinderarbeit angemahnt.

«Wir bauen unseren Wohlstand noch viel zu oft auf dem Rücken der Menschen in Entwicklungsländern auf», sagte der CSU-Politiker. Viele alltägliche Produkte wie Kaffee, Kakao und Baumwolle für Hemden würden unter untragbaren Arbeitsbedingungen oder mit ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt. «Schaut nicht nur auf die Politik, tut selbst etwas», rief Müller den Messebesuchern zu. «Kauft keine Produkte, in denen Kinderarbeit steckt.»

Bei der Grünen Woche (Besuchertage 18. bis 27. Januar) dreht sich seit dem 18. Januar alles um Ernährung und Landwirtschaft. Bis zum 27. Januar werden 400.000 Besucher auf der weltgrößten Agrarmesse erwartet.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte beim traditionellen Eröffnungsrundgang: «Landwirtschaft geht uns alle an.» Die Messe bringe städtische Sichtweise und ländliches Kraftzentrum zusammen. Beide seien aufeinander angewiesen.

Unter den ersten Gästen war das Model Toni Garrn, die mit ihrer Stiftung Mädchen in afrikanischen Ländern stärken will. Sie unterstrich: «Nur mit Bildung kommen sie aus der Armut heraus.» Die meisten Mädchen besuchten jedoch allenfalls die Grundschule, dann müssten sie auf den elterlichen Feldern arbeiten, statt zur Sekundarschule zu gehen. Ihr Ziel sei es, möglichst viele Mädchen in die Schulen zu bekommen, sagte Garrn.

«Beim ersten Stück Schokolade sollte man doch wissen, ob dafür Kinder in den Kakaoplantagen Westafrikas schuften mussten oder eben nicht», sagte Minister Müller. Für Supermarktkunden ist das aber nicht immer einfach zu erkennen. Verschiedene Siegel des sogenannten fairen Handels und Bio-Kennzeichnungen setzen zwar voraus, dass die Händler Kinderarbeit ausschließen. Bei Kakao ist ein Großteil des Angebots zertifiziert, bei anderen Produzenten erfassen die Siegel oft aber nur einem kleinen Teil des Sortiments.

Müller sagte, es dürfe nicht sein, dass weiterhin Güter nach Europa importiert würden, in denen Kinderarbeit stecke. Sollte eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen nicht ausreichen, komme 2020 eine gesetzliche Regelung. Der Minister sprach sich auch dafür aus, dass die Menschen mehr Lebensmittel auf Basis von Insekten und auch Algen essen. «Eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, geht nicht über Fleisch, Fleisch, Fleisch.»

Mit 1750 Ausstellern aus 61 Ländern ist die Beteiligung an der Grünen Woche nach Veranstalterangaben so groß wie nie in ihrer 93-jährigen Geschichte. Am Samstag wollen in Berlin anlässlich der Messe Tausende für mehr Tier- und Naturschutz in der modernen Landwirtschaft demonstrieren. Klöckner lädt zu einer internationalen Agrarministerkonferenz.

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