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Gamerdingers Fußball-Kolumne

11.12.2018 - Es ist schon erstaunlich, wenn man sich in der Vereinswelt des europäischen Fußballs einmal umsieht, dann stehen aktuell in gleich drei Ländern Teams an der Spitze ihrer Meisterschafts-Runde, die von Trainern gecoacht werden, die indirekt oder direkt mit Borussia Dortmund zu tun haben. Nämlich in England, Frankreich und natürlich in Deutschland. Ein Phänomen, das laut „Fußball-Genforschung“ zumindest in Europa in dieser Form einmalig ist.

  • Die BVB-Verantwortlichen haben gut lachen: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat mit Lucien Favre (l.) offensichtlich den optimalen Griff getätigt. So kann er sich auf seine anderen „Kompetenzen“ konzentrieren und...

    Die BVB-Verantwortlichen haben gut lachen: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat mit Lucien Favre (l.) offensichtlich den optimalen Griff getätigt. So kann er sich auf seine anderen „Kompetenzen“ konzentrieren und öffentlich Sprüche über die Konkurrenz machen. © picture alliance / dpa / Elmar Kremser / SVEN SIMON

In England schickt sich der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp erstmalig seit 28 Jahren wieder an, den Titel an die Anfield Road zu holen. Und „Kloppo“  scheint sein BVB-Gen gut konserveirt zu haben, denn in Dortmund schaffte er den großen Coup „Deutsche Meisterschaft“ nach einer krassen Verjüngungskur in seiner dritten Saison als Coach. In Liverpool schaffte er es in seiner dritten Saison "nur" ins Finale der Champions League, nun könnte es eine Spielzeit später wieder eine am Mersey River langersehnte Meisterfeier geben – gebaut auf schwarz-gelben Erfahrungswerten und guten Genen!

Große Fußstapfen

Sein Nachfolger in Dortmund war übrigens Thomas Tuchel, der wie einst in Mainz in die großen Fußstapfen von Klopp treten musste und dem BVB-Team bei seiner Übernahme ebenfalls ein neues Gesicht verpasste. Nicht ganz so erfolgreich wie sein Vorgänger, musste sich „TT“ zwar mit dem Pokalerfolg 2016 begnügen, ließ aber dennoch attraktiven und schnellen Offensivfußball praktizieren, der die Massen nicht nur im Westfalenstadion immer wieder punktuell begeistern konnte. Nach internen Differenzen verließ Tuchel die Dortmunder 2017 und heuerte nach einer Auszeit zu Saisonbeginn beim französischen Spitzenklub Paris St. Germain an, mit dem er souverän mit 13 Punkten Vorsprung in Richtung Meisterschaft marschiert. Gute Gene!

Favre olè

Nach der Trennung von „TT“ sollte Peter Bosz den BVB wieder zu internationalen Ehren führen, aber die Ehe musste schon frühzeitig unglücklich geschieden werden. Der in Köln geschasste und äußerst beliebte Aufstiegstrainer Peter Stöger übernahm als Kurzzeit-Trainer für den Rest der Saison und rettete dem BVB mit Ach und Krach einen Champions-League-Platz - Misson erfüllt! Nach langer, intensiver Suche nach dem Mann mit dem richtigen Spirit setzten Vorstandsboss Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc auf Lucien Favre. Ein absoluter Glücksgriff, wie sich im Laufe dieser Saison herausstellt. Der BVB tanzt mir Bravour auf allen Hochzeiten und steuert mit neun Punkten Vorsprung nach sieben Jahren wieder auf die Deutsche Meisterschaft zu. Favre lässt begeisternden Offensivfußball spielen und gewinnt mit seinen Jungs sogar die engen Spiele und ist seit dem 4:0 am 20. Spieltag gegen den VfB Stuttgart der erfolgreichst gestartete Trainer der Westfalen. Favre olè - gute Gene eben!

Garanten des Erfolgs

Doch gute Gene allein reichen natürlich nicht aus, um die Bundesliga so souverän zu dominieren, wie es Lucien Favre zurzeit mit seiner Mannschaft gelingt. Hauptgaranten für den großen Aufschwung sind sicherlich ein endlich mal über längere Zeit verletzungsfreier Kapitän Marco Reus und der „goldene Transfer“ von Goalgetter und Edeljoker Paco Alcácer, den Michael Zorc zunächst nur vom FC Barcelona für diese Saison ausgeliehen hat, nun aber bereits vor der Winterpause die Kaufoption zog. Eine gute - inklusive Gehaltserhöhung - 30 Millionen teure Entscheidung, denn der 25-jährige Stürmer fühlt sich offensichtlich pudelwohl in Dortmund und zahlt entsprechend mit Toren zurück. Aber auch der von Werder Bremen in den Signal-Iduna-Park „Westfalenstadion“ transferierte Thomas Delaney spielt eine entscheidende Rolle in den Planspielen des Trainers. Ebenfalls nicht zu vergessen sind unter anderen Jungstar Christian Pulisic, dem Favre bereits vor der Saison das nun an den Tag gelegte enorme Potenzial attestierte, sowie Axel Witsel, der ja schon bei der WM im belgischen Trikot nicht nur wegen seiner Frisur hervorstach.

Charakterprobe

Eine echte Charakterprobe müssen die Schwarz-Gelben nun heute Abend auf internationalem Parkett abliefern. Der Gruppensieg in der Champions League ist noch möglich, und doch lässt Coach Favre nur seinen zweiten Anzug in Monaco (21 Uhr/DAZN) ran. Zwar ist der BVB, einen Sieg vorausgesetzt, abhängig von einer gleichzeitigen (eher unwahrscheinlichen) Niederlage von Atlético Madrid in Brügge, aber man ja auch schon Pferde vor Apotheken gesehen… Als der Flieger gestern gen Cote d’Azur abhob, fehlten mit Reus, Witsel, Delaney, Bruun Larsen, Pisczek und Sancho gleich sechs Akteure, die noch am Wochenende den Derbysieg auf Schalke einfuhren. Team-Manager Sebastian Kehl sprach zwar von angeschlagenen und entkräfteten Spielern, doch der Hauptgrund dürfte „Schonung“ sein. Wer aber die Priorität auf Herbstmeisterschaft im eigenen Land stellt und den Gruppensieg in der „CL“ abschenkt, der ist schlecht beraten und spielt mit den guten Genen. Achtung BVB: Hochmut kommt vor dem Fall!

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