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Trainerkarussell dreht sich weiter

22.01.2018 - Kaum ist die Bundesliga aus der Winterpause zurückgekehrt, da rollen auch schon wieder die Trainerköpfe. Als wenn man dazu während der – zugegeben, diesmal etwas kurzen – Spielbetriebs-Unterbrechungsphase nicht genug Zeit gehabt hätte. Da lässt man einen Coach nach (erneut) komplett missglückter Hinrunde die gesamte Vorbereitung auf das Saisonfinale mit der Mannschaft arbeiten, weil man an ihn glaubt, um ihm dann nach zwei (weiteren) Niederlagen das Vertrauen zu entziehen? Entweder habe ich keine Ahnung, oder der eine oder andere Proficlub-Entscheidungsträger sollte sich und seine Kompetenz mal hinterfragen!

  • Der Kämpfer: Nun soll Bernd Hollerbach den HSV aus der Dauerkrise führen - Foto: Selim Sudheime © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Der Kämpfer: Nun soll Bernd Hollerbach den HSV aus der Dauerkrise führen - Foto: Selim Sudheime © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • So begann Bernd Hollerbachs Karriere: Vier Jahre lang spielte der Linksverteidiger für den FC St. Pauli. Ob ihm das die HSV-Fans jemals verzeihen können...?  - Foto: Stefan Hesse © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa –...

    So begann Bernd Hollerbachs Karriere: Vier Jahre lang spielte der Linksverteidiger für den FC St. Pauli. Ob ihm das die HSV-Fans jemals verzeihen können...? - Foto: Stefan Hesse © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Auch im Kellerduell gegen den 1. FC Köln zog der HSV den Kürzeren. Nun bleiben nur noch 15 Spiele bis zur Rettung (oder bis zur Relegation...)  – Foto: nordphoto / Ewert © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Auch im Kellerduell gegen den 1. FC Köln zog der HSV den Kürzeren. Nun bleiben nur noch 15 Spiele bis zur Rettung (oder bis zur Relegation...) – Foto: nordphoto / Ewert © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Dream-Team des HSV stellt die Weichen für die Zukunft: Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen (l.) und Sportdirektor Jens Todt – Foto: Marius Becker © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche Presse-Agentur...

    Das Dream-Team des HSV stellt die Weichen für die Zukunft: Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen (l.) und Sportdirektor Jens Todt – Foto: Marius Becker © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

So zum Beispiel in Hamburg, wo der eigentliche Zepterschwinger, Gönner und Mäzen Klaus-Michael Kühne ja bekanntermaßen gar kein Entscheidungsträger im Verein ist. Da klangen und klingen wirklich alle Erklärungsversuche des Hamburger Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen zur und nach der Demission von Coach Markus Gisdol in meinen Ohren nach reiner Phrasendrescherei wider besseren Wissens. Aussagen wie „Ziel war es, den Trainer nicht zu wechseln“, „wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, um dann hinterherzuschieben „wir mussten einen Plan B haben, der neue Trainer konnte sich bereits mit dem Kader auseinandersetzen“, lassen mich die Glaubwürdigkeit hinterfragen.

Den Mutigen gehört die Zukunft

Als die Entscheidung in der Hansestadt gefallen war, mit dem Trainer in die Wintervorbereitung zur Rückrunde gehen, hätte diese Entscheidung bei jedem sportlichen Verlauf auch danach gelten müssen – wenn man denn vom Trainer so überzeugt war, wie man es nun vorgaukelt. Auch wenn ich selbst von Beginn an starke Zweifel hatte, ob Markus Gisdol ein guter Trainer sei (und zwar unabhängig von einem Engagement beim HSV), bin ich der Meinung, dass nachhaltiger Erfolg nur machbar ist, wenn Entscheidungsträger den Mut haben, in schwierigen Phasen mit ihren Angestellten durch das Feuer und auch Umwege zu gehen.

Hollerbach rauscht ran

Nun also soll es Bernd Hollerbach richten. Ein hemdsärmeliger Arbeiter, eine ehrliche Haut, eine Kämpfernatur mit (unter anderen) achteinhalb Jahren und 194 Bundesligaspielen als HSV-Profi auf dem Buckel. Ein Typ, der immer geradeaus seinen Weg gegangen ist – in Zweikämpfen, an der Außenlinie, im Leben! Klein, kompakt, griffig. „Da machste nichts verkehrt, der hat Zweitliga-Erfahrung und den mögen die Fans“, werden sich Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt gesagt haben. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Magaths „Schattenmann“

„Holler“ (nur sein Spitzname, nicht die Waldfee!) schaffte zwar das beachtliche Kunststück, die Würzburger Kickers von der Regionalliga direkt in die 2. Bundesliga zu führen, stieg dann aber auch mit Pauken und Trompeten wieder ab. Seitdem, also seit dem Sommer, sitzt er – wie viele andere Trainer – in der Warteschleife. Und das hat Gründe, denn neben dem Höhenflug mit den Kickers agierte er zwar erfolgreich, aber eben „nur“ als rechte Hand von Felix Magath auf dem Co-Trainerstuhl. Und als Magath den Hamburgern abgesagt hatte, weil man ihm in Personalunion Sportdirektor/Trainer nicht zu viel der in Hamburg so geschätzten Verantwortung übergeben wollte, gab es eben die kleine Lösung…

Innovation und Planung gehen anders

Ein nicht ganz irrelevantes Kriterium in Hamburg: Natürlich wird Bernd Hollerbach eine vergleichsweise eher günstige Lösung sein, und er bringt eben – nur für den Fall der Fälle –  Zweitliga-Erfahrung mit. Dann hört es aber mit den zurzeit erkennbaren Vorteilen auch schon auf! Der gebürtige Bayer gilt weder als der große Innovationstreiber noch als Trainer der neuen Generation. Natürlich kann man mit „ehrlicher“ Arbeit und Vertrauen viel erreichen. Und „viel“ wäre in diesem Fall der erneute Klassenerhalt. Und dann? Ich habe großen Respekt vor Menschen wie Bernd Hollerbach. Menschen, auf die Verlass ist und die in ihrem Rahmen (gute) Ergebnisse liefern. Ich glaube allerdings nicht, dass „Holler“ seinen Status als durchschnittlicher Bundesligaprofi im Traineramt wird verbessern können. Beim HSV scheint man das anders zu sehen.

So bleibt mir nur, dem „Dino“ und seinem neuen Coach alles Gute für den Rest der Saison zu wünschen und Ihnen eine grippefreie und erfolgreiche Woche.

Verschnupfte Grüße,
Ihr Wolfgang Gamerdinger

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