Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Städte wollen E-Tretroller besser mit dem ÖPNV kombinieren

29.08.2019 - An den E-Tretrollern, die seit mehr als zwei Monaten durch die Städte flitzen, scheiden sich die Geister. Fluch oder Segen? Städtetag und Gemeindebund haben nun «Handlungsempfehlungen» vorgelegt.

  • Es wird noch enger in den Städten: E-Tretroller konkurrieren mit Autos, Radfahrern und Fußgängern. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Es wird noch enger in den Städten: E-Tretroller konkurrieren mit Autos, Radfahrern und Fußgängern. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Immer mehr E-Scooter flitzen durch die Städte - Freude löst das nicht überall aus. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Immer mehr E-Scooter flitzen durch die Städte - Freude löst das nicht überall aus. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Schon nach kurzer Zeit stehen E-Tretroller-Fahrer im Blickfeld der Polizei. Foto: Sina Schuldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Schon nach kurzer Zeit stehen E-Tretroller-Fahrer im Blickfeld der Polizei. Foto: Sina Schuldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizeikontrolle: Viele Fahrer von E-Scootern sind angetrunken unterwegs. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizeikontrolle: Viele Fahrer von E-Scootern sind angetrunken unterwegs. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Spalier aus E-Tretrollern an einem Hamburger U-Bahnhof. Foto:: Markus Scholz © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Spalier aus E-Tretrollern an einem Hamburger U-Bahnhof. Foto:: Markus Scholz © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Auf zwei winzigen Rädern im Innenstadtverkehr, die Augen fest aufs Handy geheftet: Ein Tourist fährt durch Berlin-Mitte. Foto: Bernd von Jutrczenka © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf zwei winzigen Rädern im Innenstadtverkehr, die Augen fest aufs Handy geheftet: Ein Tourist fährt durch Berlin-Mitte. Foto: Bernd von Jutrczenka © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Polizisten bei einer E-Tretroller-Kontrolle in München. Foto: Sina Schuldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizisten bei einer E-Tretroller-Kontrolle in München. Foto: Sina Schuldt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Verboten, aber in den Großstädten häufig zu sehen: Zwei Personen auf einem E-Tretroller. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Verboten, aber in den Großstädten häufig zu sehen: Zwei Personen auf einem E-Tretroller. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Gegner der E-Tretroller vor dem Bundesverkehrsministerium: «Fahrbahn Ja, Gehweg Nein». Die Erfahrung hat gezeigt: Natürlich fahren die Scooter auch auf Gehwegen. Foto: Clo Catalan © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gegner der E-Tretroller vor dem Bundesverkehrsministerium: «Fahrbahn Ja, Gehweg Nein». Die Erfahrung hat gezeigt: Natürlich fahren die Scooter auch auf Gehwegen. Foto: Clo Catalan © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Und noch eine neue Aufgabe: Polizisten der Berliner Fahrradstaffel kontrollieren auf einem Bürgersteig zwei Jugendliche mit E-Tretrollern. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Und noch eine neue Aufgabe: Polizisten der Berliner Fahrradstaffel kontrollieren auf einem Bürgersteig zwei Jugendliche mit E-Tretrollern. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hippes Touristenspektakel» - oder sinnvoller Beitrag zu einer Verkehrswende? In Großstädten haben E-Tretroller bisher eher für Probleme gesorgt: Zugeparkte Gehwege, wildes Abstellen, betrunkene Fahrer.

Doch die E-Scooter könnten unter optimalen Bedingungen vor allem für kürzere Fahrten eine sinnvolle Ergänzung zu einem städtischen Mobilitätssystem werden. Dafür müssten die Städte strategisch vorgehen und bestimmte Regeln durchsetzen. Das geht aus Handlungsempfehlungen des Städtetags und des Gemeindebundes an Kommunen hervor. Das Papier liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Obwohl es in Deutschland noch keine umfangreiche Analyse gebe, würden sich seit der Erlaubnis für die Roller Mitte Juni problematische Tendenzen zeigen. So erreiche die Nutzung der Roller bisher das Ziel, im Innenstadtverkehr die Autos zu ersetzen, kaum. Nach bisherigen Erfahrungen und Analysen in den USA und Frankreich würden die Fahrten mit den E-Tretrollern am häufigsten Fußwege ersetzen, schreiben die Autoren der Denkfabrik Agora Verkehrswende.

In Frankreich gaben 47 Prozent der Befragten an, sie seien ohne die Roller zu Fuß gegangen, weitere 29 Prozent hätten ansonsten Bus oder Bahn genommen. Zudem seien die E-Scooter ab einer mittleren Strecke teurer als Busse und Bahnen und Leihräder.

Die Verleihsysteme der E-Roller müssten daher eng mit dem öffentlichen Personennahverkehr verzahnt werden. «Je nahtloser die Leihroller in den ÖPNV integriert werden, desto eher besteht die Chance, dass ÖPNV-Kunden diese als neue Option auf der ersten und letzten Meile wahrnehmen.»

Am Rand von Großstädten sowie in kleineren Städten seien derzeit oft aber keine Leihrollerangebote verfügbar. «Gerade dort, wo die Leihroller den ÖPNV stärken könnten, fehlt das Angebot.» Weiter heißt es: «Nur wenn das private Auto in den Städten an Attraktivität verliert, werden neue Mobilitätsdienstleistungen wie Elektroleihroller eine Chance haben, positive Wirkungen entfalten zu können.»

In den Handlungsempfehlungen für die Städte und Gemeinden heißt es nun, Leihroller sollten «nicht ausschließlich als Problem», sondern gleichermaßen als Chance verstanden werden - die es als Beitrag für einen klimaverträglichen Stadtverkehr zu nutzen gelte.

«Ob sich die Elektroleihroller schlussendlich nur als hippes Touristenspektakel erweisen oder ob sie sich langfristig als ernstzunehmende Mobilitätsoption in den Städten und Gemeinden etablieren können», hänge im Wesentlichen von der Integration der Leihangebote in den Stadtverkehr ab.

Empfohlen werden feste Aufstellpunkte und Parkzonen für die E-Tretroller. Außerdem Sperrzonen, wie es sie in einigen Großstädten, etwa in Berlin direkt vor dem Brandenburger Tor, bereits gibt. Bisherige Parkplätze für private Pkw könnten für die Roller reserviert werden. Auch die Radwege, auf denen Rollerfahrer vor allem unterwegs seien, müssten ausgebaut werden. Zudem könnte die Zahl der E-Scooter in den jetzt schon engen Innenstadtbereichen begrenzt werden. In «nachfragestarken Bereichen» komme es ansonsten zur Überlastung des Stadtraums.

Das Papier geht auch auf die Öko-Bilanz der E-Scooter ein. «Wie alle anderen Fahrzeuge auch beginnen Elektrotretroller ihren Lebenszyklus mit einem "ökologischen Rucksack".» Dieser werden bei den Rollern unter anderem durch die Batterie «gefüllt». Hinzu kommen die «nicht vernachlässigbaren» Treibhausgasemissionen, die auf die Herstellung der Fahrzeugteile aus Aluminium zurückzuführen seien.

Für den Betrieb gelte: «Je höher der Anteil an grünem Strom im Netz, desto klimafreundlicher sind Elektrotretroller unterwegs. Wegen eines verhältnismäßig geringen Energieverbrauchs der Fahrzeuge könne auch ein geringes Ersetzen von Pkw-Fahrten bereits zu deutlichen CO2-Einsparungen in der Gesamtbilanz führen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren