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Greenpeace stellt neuen Einkaufsratgeber für Öko-Mode vor

10.04.2018 - Viele Menschen legen wert darauf, dass ihre Kleidung ökologisch hergestellt wird. Aber sind die Textilien, auf denen «öko» drauf steht, wirklich umweltfreundlich? Um eine bessere Übersicht zu bekommen, bringt Greenpeace einen neuen Einkaufsratgeber heraus.

  • Das Label GOTS (Global Organic Textile Standard) gehört zu den Öko-Textilsiegeln, die Greenpeace als verlässlich bewertet. Foto: Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Label GOTS (Global Organic Textile Standard) gehört zu den Öko-Textilsiegeln, die Greenpeace als verlässlich bewertet. Foto: Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Umweltlabels der Textilindustrie sind nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace oft irreführend. Die Bekleidungsbranche werbe mit eigenen Öko-Programmen, Nachhaltigkeit und Recycling, «verschmutzt aber die Umwelt wie kaum eine andere», sagte Kirsten Brodde.

Brodde ist Textilexpertin von Greenpeace und stellte in Hamburg einen neuen Einkaufsratgeber für umweltfreundliche und faire Mode vor. Darin bewertet Greenpeace die wichtigsten Öko-Textillabel. Die höchsten Anforderungen für Chemikalienmanagement, Recycling und Arbeitnehmerrechte erfüllten demnach der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN Best), der Global Organic Textile Standard (GOTS) und «Made in Green» von Oeko-Tex, die mit jeweils drei Sternen bewertet wurden. Während «Made in Green» den gesamten Chemikalieneinsatz in der Textil-Herstellung prüfe, verspricht das weit verbreitete Siegel «Oeko-Tex 100» laut der jetzt in fünfter Auflage aktualisierten Broschüre nur das schadstofffreie Endprodukt. Der Chemikalieneinsatz in der Fabrik spiele keine Rolle.

«Nur die von Greenpeace empfohlenen unabhängigen Öko-Textilsiegel sorgen für eine sauber Textilproduktion», sagte Brodde. Die Öko-Siegel großer Modekonzerne sind nach Ansicht von Greenpeace dagegen oft nur ein Feigenblatt. Einzelne Kollektionen würden nach strengeren Richtlinien produziert und stark beworben, während das restliche Sortiment konventionell bleibe.

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