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Wolfsmaske: Festnahme nach Vergewaltigung von Elfjähriger

27.06.2019 - Im Vergewaltigungsfall einer Elfjährigen mit einer Wolfsmaske in München braucht die Polizei nicht lange, um einen Tatverdächtigen festzunehmen. Die Stimmung ist bei den Beamten trotzdem gedrückt. Der Grund: die kriminelle Vorgeschichte des 43-Jährigen.

  • Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins zeigt ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske. In München hat ein Mann mit Wolfsmaske ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt. Foto: Wera Engelhardt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins zeigt ein Vergleichsbild einer Wolfsmaske. In München hat ein Mann mit Wolfsmaske ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt. Foto: Wera Engelhardt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mehrfach vorbestraft ist der Mann, der eine Elfjährige in München vergewaltigt haben soll - unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern in mehr als einem Dutzend Fällen.

Oberstaatsanwaltin Anne Leiding schildert am Donnerstag, einige Stunden nach der Festnahme des 43-Jährigen, Auszüge aus dessen Vorgeschichte. Ihren Angaben nach kam er nach einer Verurteilung, die 2010 rechtskräftig wurde, erst in eine Psychiatrie, dann im November 2018 in eine therapeutische Wohngemeinschaft.

Die Ermittler gehen davon aus, dass am Dienstag ein weiteres Kind dem Mann zum Opfer fiel: ein elfjähriges Mädchen im Münchner Stadtteil Obergiesing - am helllichten Tag, ganz in der Nähe einer Grundschule. Der Täter trug laut Polizei eine Wolfsmaske und Latexhandschuhe.

Angesichts der Tat, aber auch ihrer Umstände zeigen sich sowohl Oberstaatsanwaltin Leiding als auch die erfahrenen Ermittler der Polizei betroffen. Ein Mann, der sich mehrfach an Kindern vergangen haben soll, dann aber aus Sicht von Ärzten und anderen Gutachtern durchaus Potenzial aufwies, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, könnte sich jetzt erneut schuldig gemacht haben. «Wie erklärt man das den Angehörigen?», fragt Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Von der raschen Festnahme versprechen sich die Ermittler, den Angehörigen und auch der Bevölkerung zumindest ein wenig Beruhigung zu verschaffen. Zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung waren eingegangen, nachdem die Polizei mit dem Fall am Mittwoch an die Öffentlichkeit getreten war.

Überführt worden sei der Deutsche letztlich durch einen Treffer in der DNA-Datenbank, sagt Ermittler Ignaz Raab. Im Intimbereich und an der Unterwäsche des Mädchens sei «tatrelevante männliche DNA» sichergestellt worden. Es gebe zudem Videoaufnahmen, die den Verdächtigen und das Mädchen zusammen zeigen.

Am Donnerstagvormittag dann der Zugriff: Zu Hause trifft die Polizei den Mann nicht an, dafür aber an seinem Arbeitsplatz. Die Beamten sehen noch, wie der Münchner versucht wegzurennen, stellen ihn aber schnell. Er soll an diesem Freitag einem Richter vorgeführt werden, der entscheiden soll, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt. Die Ermittler sind sicher, dass sie den Richtigen haben.

Acht Einträge hat er in seiner Polizeiakte, sieben davon einschlägig. Der Vorwurf gegen ihn lautet nun unter anderem auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern. Landläufig werde eine Tat wie jene in Obergiesing als Vergewaltigung bezeichnet, hatte da Gloria Martins am Mittwoch erklärt. Juristisch handele es sich wegen des jungen Alters des Opfers um einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

Der 43-Jährige, der laut Staatsanwaltschaft eine Ausbildung zum technischen Zeichner absolviert hat, hat sich einen Anwalt genommen und will sich nicht zu der Tat äußern. Viele Fragen sind daher noch offen, vor allem die nach dem Motiv des Mannes. Und war die Tat geplant, oder geschah sie spontan, im Affekt?

Ignaz Raab von der Münchner Polizei mutmaßt, dass Mann und Mädchen in derselben S-Bahn saßen, er dann gemeinsam mit ihr ausgestiegen ist, sie verfolgt und einen Waldweg genutzt hat, um die Elfjährige zu überfallen. Die Wolfsmaske haben die Ermittler nach eigenen Angaben bislang nicht gefunden.

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