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Fadenkreuz-Banner gegen Hopp: DFB leitet Verfahren ein

24.09.2018 - Der Deutsche Fußball-Bund, Borussia Dortmund und Hoffenheim arbeiten die Vorfälle um das Fadenkreuz-Banner gegen Dietmar Hopp auf. TSG-Trainer Julian Nagelsmann hält nicht viel von Kollektivstrafen.

  • Wurde von BVB-Fans erneut massiv beleidigt: Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Foto: Uwe Anspach © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wurde von BVB-Fans erneut massiv beleidigt: Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Foto: Uwe Anspach © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Dortmunder halten ein Schmäh-Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp in die Höhe. Foto: Uwe Anspach © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dortmunder halten ein Schmäh-Transparent mit dem Konterfei von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp in die Höhe. Foto: Uwe Anspach © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach den Entgleisungen von Dortmunder Fans hat der Deutsche Fußball-Bund zwei Verfahren gegen die Borussia und die TSG 1899 Hoffenheim eingeleitet.

Ermittelt werde gegen den BVB nach dem Fadenkreuz-Banner und den Schmähgesängen gegen Mäzen Dietmar Hopp wegen unsportlichen Verhaltens der Anhänger. Bei Gastgeber Hoffenheim geht es «um nicht ausreichenden Ordnungsdienst», wie der DFB am Montag in Frankfurt/Main mitteilte, und um die Frage: Wie konnte das riesige Banner überhaupt ins Stadion gelangen?

BVB-Fans hatten im Bundesligaspiel zwischen Hoffenheim und Dortmund (1:1) gegen Hausverbote von Anhängern aus ihrem Lager protestiert. Zudem richtete sich der Zorn gegen einen Strafantrag von Mäzen Hopp gegen mehr als 30 Dortmunder Fans nach dem Duell am letzten Spieltag der Vorsaison im Mai dieses Jahres.

Als Zeichen der Wut war ein großes Banner ausgerollt worden, das das Konterfei Hopps hinter einem Fadenkreuz zeigte. Auf zwei Spruchbändern stand in Großbuchstaben: «Strafverfahren & Hausverbote wegen beleidigender Gesänge. Was soll die Scheisse, du Hurensohn!?» Dies sorgte für viel Empörung bei Hoffenheim und Entschuldigungen von Seiten der Dortmunder Club-Führung. Der Milliardär selbst wollte zu den Vorfällen «nix sagen».

Derweil forderte Hopp-Anwalt Christoph Schickhardt: «Bei solchen Vorkommnissen sollte ein Spiel in Zukunft gar nicht angepfiffen werden oder erst dann, wenn die Plakate entfernt wurden.» Dies sagte der Sportrechtsexperte aus Ludwigsburg dem «Kicker» (Montag).

TSG-Chefcoach Julian Nagelsmann ist von Kollektivstrafen, die der DFB ohnehin ausgesetzt hat, allerdings wenig begeistert. «Man schert immer alle extrem über einen Kamm. Ich glaube, dass die Fans, die so ein Banner hochhalten, offensichtlich gar nicht so ein großes Interesse am Sport haben», erklärte er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel seiner Mannschaft am Dienstag in Hannover.

Zuvor hatte die TSG von einem «Mordaufruf» gesprochen und in einem offenen Brief an den gesamten deutschen Fußball appelliert, gegen die Anfeindungen und Beleidigungen vorzugehen. «Ein Schulterschluss in der Liga und Solidarität wären richtig», sagte Freiburgs Trainer Christian Streich am Montag. «Man kann nicht jemanden diffamieren, der viel geleistet und sich nichts zuschulden kommen lassen hat.»

Die BVB-Anhänger hatten das Banner mit der Aufschrift «Hasta la vista, Hopp» unmittelbar vor dem Anpfiff aus- und wenige Minuten später wieder eingerollt. Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover pfiff die Partie normal an.

Der Fußball-Weltverband FIFA hat in seinen Regeln einen Drei-Stufen-Plan für Fälle von rassistischen und diskriminierenden Äußerungen, der auch in der Bundesliga gilt. Als erste Maßnahme bittet der Stadionsprecher darum, solche Aktionen zu unterlassen. Dies war in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena auch geschehen. Weitere Stufen wären nach einer erneuten Ansage des Stadionsprechers eine Spielunterbrechung und ein Spielabbruch.

In Dortmund wird das Vorgehen der Fans auch intern aufgearbeitet. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hatte nach dem Spiel erklärt: «Damit werden sich die zuständigen Personen bei uns zeitnah beschäftigen.» Bei den Ausschreitungen vor dem Spiel gegen RB Leipzig vor 19 Monaten hatte die Vereinsführung konsequent durchgegriffen und etliche Stadionverbote erteilt. Der DFB hatte wegen der damaligen Vorfälle die Dortmunder Südtribüne für ein Spiel sperren lassen.

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