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"Polizeiruf" Magdeburg: Mörderische Dorfgemeinschaft

13.08.2019 - Aus der Krimi-Sommerpause meldet sich der "Polizeiruf 110" mit einer mörderischen Dorfgemeinschaft zurück.

  • Wenn Jurijs schwangerer Verlobter (Katharina Heyer) jemand dumm kommt, zückt der Vater kurzerhand das alte NVA-Gewehr.  © MDR / filmpool fiction/Stefan

    Wenn Jurijs schwangerer Verlobter (Katharina Heyer) jemand dumm kommt, zückt der Vater kurzerhand das alte NVA-Gewehr. © MDR / filmpool fiction/Stefan Erhard

  • Chef Lemp (Felix Vörtler) und Kommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) suchen vergeblich Jurijs Leiche. Da schickt ihnen jemand seine Hand zu. © MDR / filmpool fiction/Stefan

    Chef Lemp (Felix Vörtler) und Kommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) suchen vergeblich Jurijs Leiche. Da schickt ihnen jemand seine Hand zu. © MDR / filmpool fiction/Stefan Erhard

Ein Jäger hat es auf einem Wolf abgesehen, der kann allerdings entkommen. Ein Mann und eine Frau fahren wie irre über die Landstraße. Dass etwas in dieser Dorfidylle nicht stimmt, ist von Anfang an klar. "Hier würde ich nicht als Leiche über dem Zaun hängen wollen", kommentiert Brasch das Dorf nahe Magdeburg. Dort ist ein gewisser Jurij verschwunden. Den hat das besagte Paar im Auto auch schon gesucht und dabei Jurijs schwangerer Verlobter Angst eingejagt. Das Paar wurde dann allerdings vom Vater der Schwangeren mit einem Gewehr vertrieben. Doch vorher wird klar: Die Frau, der Jurij auch noch Geld schuldet, hatte ebenfalls eine Affäre mit ihm. Später erfahren wir, dass dieser Jurij mit so gut wie jeder Frau im Dorf etwas hatte. Nur seine Verlobte will das nicht wahrhaben. Jurij wäre anders gewesen, hören wir immer wieder. Ein Fremder, der nicht in die Dorfgemeinschaft passte. Die Frauen verführte er, den Männern bot er Freundschaft und Abwechslung im tristen Alltag. Dabei manipulierte er jeden und luchste den angeblichen Freunden richtig viel Geld ab.

Nun finden Brasch und Köhler Jurijs Auto im Wald, mit einer Menge Blut im Kofferraum. Schnell ist klar, Jurij muss tot sein. Doch eine Leiche ist nirgends zu finden. Bei den Dorfbewohnern stoßen die Kommissare auf eine Mauer des Schweigens. Jeder hat Jurij entweder geliebt oder gehasst. Warum dieser Jurij so besonders war, bleibt dabei leider seltsam unklar. Man sieht ihn nur in kurzen Rückblenden, in denen er allerdings nicht als der große Charmeur erscheint, der er gewesen sein muss. Es hilft auch nicht, dass die Dorfbewohner alle als recht einfältig dargestellt werden. Die ahnungslose Verlobte, der naive Freund, der Jurij einfach so seine Bäckerei überschrieb. Das Dorf im Osten erscheint wie ein Gefängnis der Trostlosigkeit, aus dem es kein Entkommen gibt. Dabei gehen ja so gut wie alle jungen Leute aus solchen Orten fort. Immerhin hält die Dorfgemeinschaft zusammen, wenn es darum geht, einen Mord zu vertuschen. "Alle reden viel, aber keiner sagt was", bemerkt Brasch genervt. Genervt ist allerdings irgendwann auch der Zuschauer. Denn Spannung kommt in diesem Polizeiruf leider so gar nicht auf. Dafür passiert viel zu lange viel zu wenig, jeder ist verdächtig, aber wirklich kümmern tut einen der Mord nicht. Das liegt auch daran, dass die Figuren eher von außen betrachtet werden und so bleibt unklar, warum dieser Jurij alle manipulieren konnte.

Auch der kurze Einschub mit Braschs Beziehungskrise hilft da nicht - sie kann sich nicht überwinden, die Tochter ihres Freundes, dem Polizeipsychologen Wilke, kennenzulernen. Dass es Köhlers, also Matthias Maschkes letzer Fall ist, wird in keinster Weise thematisiert. Köhler kommt ohnehin recht wenig vor.

"Mörderische Dorfgemeinschaft" ist ein "Polizeiruf 110", den weder Maschke als Abschied noch die Zuschauer, die sich in der Sommerpause nach guten Krimis sehnen, verdient haben.

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