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Schmollende Kerle

06.04.2018 - Ich wollte nicht schon wieder über Männer schreiben – aber jetzt sind sie bockig. Und wenn Männer bocken, muss man schnell helfen, richtig?

  •  © picture alliance / dpa / Michèle Constantini / Photo

    © picture alliance / dpa / Michèle Constantini / Photo Alto

Ich habe in den vergangenen Tagen ernsthaft versucht, die Geschlechterdebatte zu ignorieren. Aber jetzt schluchzt auf der Titelseite der ZEIT ein hübscher, nackter Mann: „Männer darf man neuerdings nach Herzenslust niedermachen.“ Echt? Darf man? Ich habe den Artikel natürlich sofort gelesen. Kernaussage des schmollenden Kollegen: „Heute ist alles, was Männer tun, sagen, fühlen oder denken, falsch – weil sie dem falschen Geschlecht angehören“.

Beleidigte Männer sind ja eine Sache für sich. Wenn ein Mann erstmal eingeschnappt ist, kann man als Frau den Tag gepflegt eintüten. Aber, die Herren, es nützt alles nichts - es bewegt sich grade was, so ist das nun mal hin und wieder in unserer kleinen Weltgeschichte. Momentan ist Tumult, Machtverhältnisse verändern sich, Männer- und Frauenbilder sortieren sich neu. Das ist für uns alle nicht wirklich gemütlich. Aber Jammern… Menno! Jammern ist so unglaublich unsexy und führt zu rein gar nichts. Schon gar nicht zu Sex. Und wer keinen Sex hat, der verspannt. Und wer verspannt ist, heult. Und wer heult… jedenfalls, so kommen wir nicht weiter.

Deshalb also, bis die ganzen großen Dinge geklärt sind: nehmt bitte einen Drink, Jungs, lasst locker und uns tun, was seit Jahrhunderten funktioniert: miteinander spielen, uns gegenseitig verführen. Grad wenn man mitten in der Revolution steckt, muss man es sich nett machen. Tut einfach, was Ihr so gut könnt: Ladet uns zum Dinner ein, macht uns Komplimente und nehmt uns schwere Gepäckstücke ab. Wir hübschen uns dafür auf und sagen Euch, was Ihr für kluge, starke, tolle Hechte seid. Deal?

Weil es an Hübschigkeiten in der ganzen Debatte fehlt, hier noch eine Handvoll Worte. Mit denen kann jeder verzagte Hase leicht ins Weltgeschehen eingreifen. Einfach wahllos was zuckerfreundliches rausgreifen und ans andere Geschlecht weitergeben: appetitlich, betörend, hinreißend, umwerfend, begehrenswert, fesselnd, magnetisch, lecker, fesch, schneidig, verführerisch.

Zum Schluss noch was völlig unverkrampftes. Die Norweger erklären in einem Video klar wie das mit dem gleichen Gehalt für gleiche Arbeit funktioniert.

So, und jetzt husch-husch was Frühlingshaftes angezogen und raus in die Sonne, flirten gehen.

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