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Rücktritt von Niedersachsens Box-Präsidenten kein Thema

08.07.2019 - Nach dem Hymnen-Eklat bei einer Box-Veranstaltung in Steinhude hat der Präsident des Niedersächsischen Boxsportverbandes seinen Rücktritt angeboten.

  • Wurde Zeuge eines unschönen Vorfalls: Jürgen Kyas. Foto: Christophe Gateau © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wurde Zeuge eines unschönen Vorfalls: Jürgen Kyas. Foto: Christophe Gateau © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aus seinem Verband erhielt Manfred Schumann aber die volle Rückendeckung. «Unsere beiden Unterverbände haben mir ihre hundertprozentige Loyalität zugesichert», sagte Schumann der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem internationalen Box-Vergleich, der unter dem Motto «Boxen am Meer - Sportler gegen Rassismus und Gewalt» stand, war es vor dem Vergleich zwischen einer niedersächsischen und einer südafrikanischen Staffel zu einem Eklat gekommen. Statt der deutschen Hymne war die erste Strophe des Deutschlandliedes angespielt worden.

«Ich stelle mich selbstverständlich vor meinen Verband. Und wenn das nun solche politischen Wellen schlägt, dann ziehe ich auch die Konsequenzen und trete sofort zurück», sagte Schumann der «Welt». Sollte der Verband zu großen Schaden nehmen, wäre ein Rücktritt denkbar. Das sei aber derzeit kein Thema, sagte Schumann der dpa.

Der anwesende deutsche Boxverbands-Präsident Jürgen Kyas war beim Anklingen der verbotenen Textzeilen empört zu den Verantwortlichen geeilt und hatte das Abspielen abbrechen lassen. Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), sagte der «Welt»: «Ich glaube auch nicht, dass man das einfach so abtun kann, da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Hier muss man auf eine Entschuldigung drängen und den Vorfall gründlich aufarbeiten.»

Der ehemalige Hürdenläufer und CDU-Politiker Schumann betonte, er habe sich nach dem Vorfall umgehend bei allen Anwesenden entschuldigt. Er kritisierte aber zugleich, dass aus dem Vorfall nun so eine große Sache gemacht werde: «Es war ein tragisches Unglück, wenn man so will, aber ich finde es irgendwo unverständlich, dass das so hochgedreht wird. Das hat mit Rassismus gar nichts zu tun.»

Der Inhaber der Beschallungsfirma, deren kurzfristig eingesprungenem Mitarbeiter der fatale Fehler passiert war, entschuldigte sich. Der Mitarbeiter habe es versäumt, im Vorfeld eine im Internet heruntergeladene Datei zu überprüfen. Von Vorsatz könne aber keine Rede sein. «Den Verband, allen voran Manfred Schumann, trifft nicht die geringste Schuld», hieß es in der schriftlichen Mitteilung.

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