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Gamerdingers Fußball-Kolumne

29.04.2019 - Der Videobeweis lässt uns einfach nicht los. Immer wieder kommt es zu streitbaren Szenen. Vor allem aber kommt es immer wieder zu Situationen, die der Mensch als „ausführende Gewalt“ hervorruft. Obgleich der jeweilige Schiedsrichter den Beweis per Video heranziehen könnte, unterlässt er es. So geschehen beim vieldiskutierten entscheidenden Elfmeter für die Münchner Bayern im Pokal-Halbfinale vergangene Woche gegen den zu dem Zeitpunkt gerade ins Spiel zurückgekehrten SV Werder.

  • Königsblauer Jubel – und Daniel Caligiuri mittendrin. Der zweifache Torschütze sorgte dafür, dass die verkorkste Schalker Saison gerettet ist. © picture alliance / dpa / nordphoto /

    Königsblauer Jubel – und Daniel Caligiuri mittendrin. Der zweifache Torschütze sorgte dafür, dass die verkorkste Schalker Saison gerettet ist. © picture alliance / dpa / nordphoto / Rauch

Im Gegensatz der mir nahestehenden Austauschpartner (darunter ein Schiedsrichter a.D.), mit denen ich die Situation rund um den fälschlicher Weise gegebenen Elfmeter per digitaler Kommunikations-App lebhaft diskutierte, war ich zunächst tatsächlich auch der Meinung, man könne diesen Strafstoß geben, weil es eben eine Berührung von Gebre Selassie gegen Coman gab, auch wenn dieser quasi keine Chance mehr hatte, an den zu weit vorgespielten Ball zu kommen. Und ich behaupte mal, dass bei einer Tatsachenentscheidung wie dieser, genau in jenem Moment des Geschehens (und ohne dreimalige TV-Wiederholung) mindestens jeder zweite Unparteiische auf den ominösen Punkt gezeigt hätte.

Doppelte Dummheit

Doch es waren am Ende gleich zwei Dummheiten, die Fußball-Deutschland die Empörung zu Kopfe stiegen ließen. Zum Einen war es das eher unclevere  „Touchieren“ von Gebre Selassie, der in jener Situation ganz einfach mit einem Fall von Coman und dem dann ja tatsächlich erfolgten Pfiff rechnen musste. Und zum Anderen die von Schiedsrichter Daniel Siebert: Es ist mir nach wie vor völlig schleierhaft, warum er in der Spielphase und bei so einer strittigen Situation – wissend um die Möglichkeit, jederzeit die Videoaufnahme zur Hilfe ziehen zu können – die digitale Hilfe nicht zur Rate gezogen hat! Wenn es schon die Möglichkeit gibt, empfinde ich es als fahrlässig, sich nicht rück zu versichern. Dafür steht einfach zu viel (Geld) für die Vereine auf dem Spiel.

Fehlentscheidung

Dass dann am Ende durch den Deutschen Fußball-Bund in Person des DFB-Sportgerichtsvorsitzenden Hans E. Lorenz per BILD noch offeriert wird, dass es eine Fehlentscheidung gewesen sei, man aber aufgrund des von Werder Bremen nicht vorgenommenen Einspruchs gegen die Spielwertung (muss binnen 48 Stunden nach Spielende beim Sportgericht eingereicht werden) eine solche Tatsachentscheidung nicht zurücknehmen oder gar ein Wiederholungsspiel ansetzen könne, setzt dem Ganzen irgendwie die Krone auf. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Regularien zur Nutzung des Videobeweises für alle „operativ“ Beteiligten schnellstmöglich optimiert und angepasst werden, damit solche Szenarien wie in und nach Bremen künftig möglichst nicht mehr stattfinden können.

Schalke „on fire“

Glücklicherweise benötigten die wie aufgedreht daherkommenden Schalker am Samstag beim Revierderby gegen die wie abgedreht auftretenden Dortmunder keinen unberechtigten Elfmeter, um als hochverdienter Sieger vom Platz zu gehen. Naja, im „normalen“ Fußball wäre natürlich auch dieses 1:1 nach einem „Handspiel“ von Julian Weigl völlig unberechtigt gewesen, aber über diese Regel rege ich mich nicht mehr auf. Die vorgeschriebene Auslegung ist völliger Blödsinn, aber daraus kann man unseren sowieso schon durch den VAR verunsicherten Schiedsrichtern nunmal keinen Strick drehen. Ob nach einer völlig verkorksten Saison ein Derbysieg allein dann dazu führen muss, ein meisterschaftsähnliches Mannschaftsfoto vor der Fankurve zu machen, mag von Letztgenannten befürwortet und gefeiert werden, für angemessen halte ich das in keinster Weise. Zumal in dem Bewusstsein, dass eben jene Fans vor und während des Spiels unfassbare Spruch-Banner in die Höhe hielten.

Frustfouls

Angemessen war übrigens auch nicht der Auftritt des so sehr nach der Meisterschale lechzenden BVB, der vor lauter Meisterschaftsträumen das Fußball spielen zu verlernen scheint. Wenn eine Mannschaft mit so viel Potenzial dieses nicht mehr abrufen kann – und das ist ja schon seit Wochen schon – muss die Arbeit des Trainerteams dringend überprüft werden. Ähnlich negative Leistungskurven waren übrigens auch bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach nach einer zunächst positiven Entwicklung unter Lucien Favre erkennbar…. . Wie sehr die aktuelle Entwicklung an Dortmunder Spielern nagt, bewiesen die Frustfouls von Kapitän (!!!) Marco Reus und Marius Wolf. Lediglich der Nürnberger Achtungs-Punkterfolg gegen den FC Bayern lässt den Meisterschaftstraum in Dortmund noch ein bisschen weiter leben. Glück auf!

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