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Hunderte Migranten überwinden Zaun an Grenze zu Mexiko

19.10.2018 - Die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala ist angespannt. Steine fliegen in die Richtung von Polizisten, Hunderte Migranten aus Mittelamerika klettern über Zäune oder schieben sich durch ein Tor am Grenzposten. Sie eint ein Ziel.

  • Seit Beginn der Woche hatten sich Tausende Migranten an der Grenze gesammelt, unter ihnen viele Kinder und Frauen. Foto: Oliver De Ros/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Seit Beginn der Woche hatten sich Tausende Migranten an der Grenze gesammelt, unter ihnen viele Kinder und Frauen. Foto: Oliver De Ros/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Migranten aus Honduras überqueren die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Ihr Ziel sind die USA. Foto: Morena Pérez Joachin © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Migranten aus Honduras überqueren die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Ihr Ziel sind die USA. Foto: Morena Pérez Joachin © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Auf ihrem angestrebten Weg in die USA haben Hunderte Migranten aus Mittelamerika an der guatemaltekischen Grenze zu Mexiko einen Zaun überwunden und die Grenze überquert.

Die Flüchtlinge liefen daraufhin in der Nähe der guatemaltekischen Stadt Tecún Umán in das mexikanische Grenzgebiet und trafen auf Polizisten. Wie viele Menschen die Grenze insgesamt überquerten, war zunächst nicht klar. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sich eine große Menschenmenge durch ein Tor an einem Grenzposten zwischen den beiden lateinamerikanischen Ländern drückte.

Polizisten versuchten die Menschen mit Schilden zurückzuhalten - was in Teilen gelang. Anderen Migranten gelang es, die Polizeikette kurz hinter dem Grenzzaun zu überwinden. Einige Migranten wurden im Gedränge leicht verletzt. Steine flogen in die Richtung von Polizisten. Auf einer Grenzbrücke zwischen Mexiko und Guatemala bildeten sich lange Menschenreihen.

Seit Beginn der Woche hatten sich Tausende Migranten an der Grenze gesammelt, unter ihnen viele Kinder und Frauen. Über die genaue Zahl gab es unterschiedliche Angaben. Journalisten vor Ort schätzten, dass etwa 4000 Migranten an der Grenze ausharrten. Im mexikanischen Fernsehen war von bis zu 6000 die Rede. Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Honduras, einige auch aus Guatemala und El Salvador. Das gemeinsame Ziel sind die USA.

Der mexikanische Botschafter in Guatemala, Luis Manuel López, sagte mit Blick auf die zunächst aufgehaltenen Flüchtlinge, zunächst dürften Frauen und Kinder nach Mexiko einreisen - allerdings nur mit gültigen Einreisepapieren. Die Menschen aus Mittelamerika benötigen formal ein Visum, um nach Mexiko zu gelangen. Ein solches dürften aber die wenigsten haben. Eine weitere Möglichkeit wäre die Beantragung von Asyl - dieser Prozess kann aber bis zu drei Monaten in Anspruch nehmen.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte sich bereits kurz vor der Zuspitzung der Situation besorgt über die Ansammlung Tausender Migranten an der Grenze geäußert. Es bahne sich eine Migrationskrise an, sagte Pompeo bei einem Treffen mit seinem mexikanischen Amtskollegen Luis Videgaray mit Blick auf die Lage in Mittelamerika. Er und Videgaray hätten über die Wichtigkeit gesprochen, die Migranten aus Mittelamerika zu stoppen, bevor sie die Grenze der USA erreichten, so Pompeo. Videgaray betonte Mexikos Souveränität beim Umgang mit den Migranten. «Die Migrationspolitik Mexikos bestimmt Mexiko», sagte er.