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Groß und Greis mit neuen Biathlon-Aufgaben

01.05.2018 - Michael Greis und Ricco Groß waren frei, doch der Deutsche Skiverband wählte für drei offene Stellen drei junge Trainer. Die beiden Biathlon-Olympiasieger verdienen ihr Geld weiterhin im Ausland.

  • Ricco Groß war der Trainer der russischen Biathlon-Männer. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ricco Groß war der Trainer der russischen Biathlon-Männer. Foto: Hendrik Schmidt © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Michael Greis wird Trainerr des US-Herrenteams. Foto: Kevin Kurek © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Greis wird Trainerr des US-Herrenteams. Foto: Kevin Kurek © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Deutsche Biathlontrainer bleiben ein Exportschlager. Nach drei Jahren in Russland wird Ricco Groß Chefcoach in Österreich, Dreifach-Olympiasieger Michael Greis zieht es überraschend in die USA. «Das freut mich sehr für den Michi», sagte der viermalige Olympiasieger Groß.

Sein ehemaliger Skitechniker Bernd Eisenbichler, seit zehn Jahren Sportdirektor im US-Verband, lotste Greis nach Nordamerika. Mit Groß hatte der Allgäuer bei den Winterspielen 2006 in Turin das bislang letzte deutsche Staffel-Gold gewonnen.

«Ich bin auf dem Weg nach Lake Placid», sagte Greis der Deutschen Presse-Agentur. Der ehemalige Weltklasse-Biathlet wird künftig das US-Männerteam trainieren; das bestätigte der nationale Verband. «Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, Michael Greis als Cheftrainer für unsere Herrenmannschaft zu verpflichten», teilte Eisenbichler auf dpa-Anfrage mit. «Michael und ich hatten viele sehr gute Meetings, und ich bin überzeugt davon, dass er für diese junge Mannschaft genau der richtige Mann sein wird, um sie Schritt für Schritt auf das Leistungsniveau zu entwickeln, das Tim Burke und Lowell Bailey über Jahre gezeigt haben.»

Greis' US-Engagement war zufällig publik geworden, weil ein mit dem FC Bayern zum Champions-League-Spiel nach Madrid fliegender Journalist ihn am Münchner Flughafen entdeckt und angesprochen hatte. «Das war eigentlich nicht so geplant», sagte der Nesselwanger, der zuletzt als Coach am Schweizer Bundesstützpunkt in Lenzerheide arbeitete. Er soll nun am US-Stützpunkt in Lake Placid eine neue Mannschaft für die Winterspiele 2022 in Peking formen. Mit einer ähnlichen Zielstellung dürfte auch Groß in Österreich antreten.

Noch ist die Verpflichtung des 47-Jährigen nicht bestätigt. Doch die Spekulationen, dass Groß als Männer-Cheftrainer Nachfolger von Reinhard Gösweiner werden soll, halten sich hartnäckig. Der gebürtige Sachse, der vertragsfrei ist, äußerte sich noch nicht konkret zu seiner Zukunft. «Ich habe interessante Anfragen und werde zeitnah eine Entscheidung über meine künftige Aufgabe treffen», sagte der Wahl-Ruhpoldinger. Nach dpa-Informationen soll seine Unterschrift nur noch Formsache sein. 

Der viermalige Olympiasieger und neunmalige Weltmeister Groß war seit 2015 für das Männer-Team um Russlands Top-Skijäger Anton Schipulin verantwortlich. Bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang waren die Russen wegen des Staatsdoping-Skandals nur mit einem Mini-Aufgebot am Start gewesen. «Es war eine interessante, ereignisreiche Zeit. Sie war nicht unerfolgreich und doch mit dem Schlusspunkt Olympische Spiele und deren unschönen Begleiterscheinungen unbefriedigend», sagte Groß.

Neben Greis und Groß sind weitere Deutsche als Trainer im Weltcup unterwegs. Auch Wolfgang Pichler (Schweden), Matthias Ahrens (Kanada) und Jörn Wollschläger (Schweiz) besetzen führende Positionen. Beim Deutschen Skiverband wurde Mark Kirchner vom Männer-Bundestrainer zum Chefcoach des gesamten Teams befördert. Unter Kirchner werden Kristian Mehringer und Florian Steirer für das Damenteam um Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier verantwortlich sein. Kirchner wird bei den Herren künftig von Isidor Scheurl unterstützt.

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