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Kaliforniens Großbrände weiter außer Kontrolle

14.11.2018 - Große Gebiete in Kalifornien stehen in Flammen. Das «Camp»-Feuer fordert die meisten Todesopfer in der Geschichte des Bundesstaats und hinterlässt Paradise als Geisterstadt. Im Süden wütet der «Woolsey»-Brand. Promis, einige selbst betroffen, helfen.

  • Blick auf den abgebrannten Pine-Grove-Wohnwagenpark in Paradise. Von dem Ort sind nur qualmende Ruinen übrig. Foto: Hector Amezcua/Sacramento Bee via ZUMA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf den abgebrannten Pine-Grove-Wohnwagenpark in Paradise. Von dem Ort sind nur qualmende Ruinen übrig. Foto: Hector Amezcua/Sacramento Bee via ZUMA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Chinook Hubschrauber bei einem Löscheinsatz bei Thousand Oaks. Die Feuer haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört - und noch immer ist ein Ende des Schreckens nicht abzusehen. Foto: Qian...

    Ein Chinook Hubschrauber bei einem Löscheinsatz bei Thousand Oaks. Die Feuer haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört - und noch immer ist ein Ende des Schreckens nicht abzusehen. Foto: Qian Weizhong/XinHua © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nachdem David Castro (29) und sein dreijähriger Sohn Harlan ihr Haus im sogenannten «Camp»-Feuer verloren haben leben sie jetzt teilweise im Auto von Freunden oder in Notunterkünften. Foto: Barbara Munker © dpa - Deutsche...

    Nachdem David Castro (29) und sein dreijähriger Sohn Harlan ihr Haus im sogenannten «Camp»-Feuer verloren haben leben sie jetzt teilweise im Auto von Freunden oder in Notunterkünften. Foto: Barbara Munker © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Ort Paradise nördlich von Sacramento gleicht nach dem «Camp»-Inferno einer Geisterstadt. An der Zugangsstraße warnen Grundstücksbesitzer Plünderer vor Diebstählen. Foto: Hector Amezcua/Sacramento Bee ©...

    Der Ort Paradise nördlich von Sacramento gleicht nach dem «Camp»-Inferno einer Geisterstadt. An der Zugangsstraße warnen Grundstücksbesitzer Plünderer vor Diebstählen. Foto: Hector Amezcua/Sacramento Bee © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Rettungskräfte suchen nach Todesopfern in einem ausgebrannten Wohnwagenpark in Paradise. Foto: John Locher/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rettungskräfte suchen nach Todesopfern in einem ausgebrannten Wohnwagenpark in Paradise. Foto: John Locher/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Hubschrauber zieht während eines Löscheinsatzes Wasser aus einem See. Seit Donnerstag sind mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden zu bekämpfen. Foto: Qian Weizhong/XinHua...

    Ein Hubschrauber zieht während eines Löscheinsatzes Wasser aus einem See. Seit Donnerstag sind mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden zu bekämpfen. Foto: Qian Weizhong/XinHua © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Stand vor rund einer Woche noch im dichten Wald: Die Erdfunkstelle am Triunfo Pass bei Malibu Springs. Foto: Gene Blevins/ZUMA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stand vor rund einer Woche noch im dichten Wald: Die Erdfunkstelle am Triunfo Pass bei Malibu Springs. Foto: Gene Blevins/ZUMA Wire © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Miley Cyrus und Liam Hemsworth spendeten 500.000 US-Dollar für die Waldbrandopfer. Foto: Pa/PA Wire/ © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Miley Cyrus und Liam Hemsworth spendeten 500.000 US-Dollar für die Waldbrandopfer. Foto: Pa/PA Wire/ © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bei zwei Großbränden in Kalifornien ist die Lage weiter dramatisch. Im Norden des Bundesstaats stieg die Zahl der Toten mit dem Fund sechs weiterer Leichen.

Damit liegt die Gesamtzahl der bislang entdeckten Toten beim sogenannten «Camp»-Feuer im Butte County laut Sheriff bei 48. Dies sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat seit Beginn der Aufzeichnungen. Vom Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig.

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütete weiter das «Woolsey»-Feuer. Beide Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört. Das «Camp»-Feuer war am Mittwoch zu rund einem Drittel eingedämmt, das «Woolsey»-Feuer fast zur Hälfte.

Die «Woolsey»-Flammen fressen sich weiter durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Promi-Wohnort Malibu. Im Süden beläuft sich die Todeszahl bislang auf zwei, Tausende Bewohner der Gegend mussten sich jedoch in Sicherheit bringen und ihre Heime zurücklassen. Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und Moderator Thomas Gottschalk.

Dana Schweiger, die Ex-Frau von Schauspieler Til Schweiger, musste mit ihrer Tochter Emma (16) fluchtartig ihr Haus in Malibu verlassen. «Die dicken Rauchwolken waren schon über uns und kamen näher. Es war schrecklich», berichtete Schweiger der «Bild»-Zeitung. Ob das Haus noch stehe, wisse sie nicht. Der US-Rapper Kanye West und seine Frau Kim Kardashian hatten Medienberichten zufolge ihr Anwesen in Hidden Hills mit privaten Feuerwehrleuten vor dem Brand schützen können und damit wohl auch die Flammen von angrenzenden Grundstücken ferngehalten.

Stars wie Lady Gaga riefen dazu auf, die Feuerwehr oder Hilfsorganisationen in Kalifornien mit Spenden zu unterstützen. Das Paar Cyrus/Hemsworth spendete nach CNN-Angaben 500.000 US-Dollar (rund 444.000 Euro) für die Waldbrandopfer. Es sei «großartig zu sehen, wie die Gemeinschaft zusammenhält, um sich gegenseitig auf jede mögliche Weise zu helfen», schrieb Liam Hemsworth am Dienstag auf Twitter. «Malibu ist eine starke Gemeinde, und dieses Ereignis wird sie nur stärker machen.»

Seit Donnerstag sind mehrere Tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden zu bekämpfen. Der Ort Paradise nördlich von Sacramento gleicht nach dem «Camp»-Inferno einer Geisterstadt, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur von vor Ort berichtete. Hier wurden die 48 Leichen in verbrannten Häusern und Autos gefunden. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

Einsatzkräfte gingen davon aus, dass starke Winde und die knochentrockene Landschaft gerade im Süden die Lage verschärfen dürften. Die leicht entflammbare Vegetation, fehlender Niederschlag und eine geringe Luftfeuchtigkeit seien die «perfekten Zutaten für ein explosives dynamisches Brandwachstum», sagte Chris Anthony von der kalifornischen Brandschutzbehörde der «Los Angeles Times». Die Kalifornier sollten sich auf eine «lange und potenziell tödliche» Feuersaison einstellen. Es werde schlimmer, als es sich die Bevölkerung jemals habe vorstellen können.

US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag von verheerenden Bränden, wie es sie noch nicht gegeben habe. «Wir trauern um jene, die ihr Leben verloren haben», sagte er im Weißen Haus in Washington. «Wir beten für die Opfer.» Trump dankte Feuerwehrleuten, Katastrophenschützern und Rettungskräften für ihren Einsatz in Kalifornien. Man werde alles Erdenkliche tun, um die Betroffenen in der Region zu schützen. «Es ist eine sehr schwierige Situation.»

Am Wochenende hatte Trump mit einem Kommentar zu den Bränden in Kalifornien Empörung ausgelöst und sich viel Kritik eingehandelt. Er hatte Behörden Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht - während die Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften und Bewohner um ihr Leben bangten.

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