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Streichs größte Aufgabe

09.04.2018 - Der FC Bayern ist Meister. Glückwunsch! Punkt! Widmen wir uns lieber den wichtigen Dingen der Bundesliga. Zum Beispiel dem SC Freiburg. Es gibt inzwischen schon Fans der Breisgauer, die ihre Theaterbesuche, Arzttermine und Urlaubsreisen verlegen – bis nach der Relegation. Die findet am 17. und 21. Mai statt, und momentan scheint es gut möglich, dass man in Freiburg erst dann weiß, ob der SC dann in der Ersten oder Zweiten Liga zu Hause ist.

  • Wohin führt Christian Streich den SC Freiburg? Er scheint es selbst nicht zu wissen... - Foto: Patrick Seeger © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Wohin führt Christian Streich den SC Freiburg? Er scheint es selbst nicht zu wissen... - Foto: Patrick Seeger © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Haare sitzen besser als beim Vater – aber Robin Koch (o.) braucht noch Zeit, um wirklich in dessen Fußstapfen treten zu können - Foto: Martin Meissner © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa – Deutsche...

    Die Haare sitzen besser als beim Vater – aber Robin Koch (o.) braucht noch Zeit, um wirklich in dessen Fußstapfen treten zu können - Foto: Martin Meissner © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Auslöser: Schiedsrichter Tobias Stieler schickt Nils Petersen vom Platz. Die Tatsache, das Freiburgs Kapitän dafür nicht gesperrt wurde, kann nun auch dem DFB seitens der Fifa großen Ärger einbringen – Foto:...

    Der Auslöser: Schiedsrichter Tobias Stieler schickt Nils Petersen vom Platz. Die Tatsache, das Freiburgs Kapitän dafür nicht gesperrt wurde, kann nun auch dem DFB seitens der Fifa großen Ärger einbringen – Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Bayern feiern: Zum sechsten Mal hintereinander holten die Münchner die Meisterschaft – haben aber in dieser Saison noch größere Pläne – Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Eduard Martin © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 /...

    Bayern feiern: Zum sechsten Mal hintereinander holten die Münchner die Meisterschaft – haben aber in dieser Saison noch größere Pläne – Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Eduard Martin © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich habe eine Bitte an Sie: Zählen Sie mal fünf aktuelle Stammspieler der Freiburger auf! Ja, also, da ist Nils Petersen, und dieser Torwart: Alexander Schwolow. Und dann? Ja, dann wird’s wohl von Region zu Region und von Fachmann- zu Expertenstand sehr unterschiedlich. Mit anderen Worten: Dieser Kader ist einer der Namenlosen. Da bekomme ich ja leichter noch die Abgänge des vergangenen Sommers zusammen, allen voran Maximilian Philipp und Vincenco Grifo...

Natürlich liegt darin das Problem: Einerseits leidet der SCF – ähnlich wie der 1.FC Köln - am Fluch der guten Tat, konnte nach der herausragenden Vorsaison seine herausragenden Spieler nicht mehr halten. Andererseits haben es die Verantwortlichen aber auch versäumt, echte Typen zu verpflichten, die in der Lage sind, eine Mannschaft in Zeiten wie diesen (schlechten) mitreißen zu können. Von den 13 Neuzugängen kamen nur drei von Erstligisten. Von denen ist Ryan Kent schon wieder zurück beim FC Liverpool, der Ex-Hoffenheimer Marco Terrazzino noch ohne Torerfolg, und der von Mainz 05 verpflichtete Gaeton Bussmann kam bislang nur einmal für den SC Freiburg zum Einsatz – und zwar in der Regionalligamannschaft...

 

Freiburg ist nett - aber langweilig

Einer der echten Typen in Freiburg hat 187 Bundesligaspiele auf dem Konto, hat elf von zwölf Elfmetern verwandelt und sonst alles weggegrätscht, was in seine Nähe kam. Und dann diese herrliche Frisur! Aber dieser Harry Koch ist eben „nur“ Spielervater. Sohn Robin kam vor 21 Jahren in Kaiserslautern zur Welt und hat sich inzwischen einen Stammplatz bei den Breisgauern erkämpft. Er hat sicher eine glänzende Entwicklung genommen, doch die Verantwortung im Abstiegskampf kann man ihm noch nicht auf die Schultern legen. Genauso wenig wie auf die von Pascal Stenzel (22), Florian Kath (24) oder Tim Kleindienst (22) (ja, jetzt haben Sie wenigstens ein paar Namen für das o.a. Quiz...). Ich behaupte mal: Über diese Spieler hat selbst der geschätzte Kollege einer großen Boulevardzeitung in den neun Monaten seines Wirkens noch keine Personalgeschichte geschrieben – und sogar auch noch nicht mit allen gesprochen. Denn sie sind einfach nicht die „Typen“ dafür. Aber: So spielen sie eben auch: nett, aber langweilig – und somit auch der gesamte SC Freiburg.

Der SC Freiburg ist ein Ausbildungsverein. Und das ist gut so. Denn er hat einen der besten Ausbilder, die es überhaupt gibt: Christian Streich. Aber natürlich ist der 52-Jährige auch ein Teil des Problems! Streich ist eben der „etwas andere Bundesligatrainer“. Er hat eine eigene Meinung, er äußert sich politisch, er setzt sich bedingungslos für seine Spieler ein, er hat eine klare Kante! Er war elf Jahre lang beim Freiburger FC (tolerant ist er also auch noch...), seit 1995 für den SC tätig. In der siebten Saison coacht er nun die erste Mannschaft des Vereins – aber im „Geschäft Profifußball“ bleibt Streich ein Außenseiter. 2017 stand er – oben – außen vor, wurde vom „Kicker“ zum Mann des Jahres gekürt.

 

Bekommt Streich die Kurve?

Aber nun hat ihn in dieser Saison – in der eigentlich gefühlt endlich mal die wirklichen 18 Bundesligisten dabei sind und man nicht weiß, wer überhaupt ab- oder aufsteigen soll (aber das US-System wäre hier auch keine Lösung – höchstens für den HSV...) - die Wirklichkeit und der Abstiegskampf eingeholt. Hektik, Ruhe, Teambuilding, Suspendierungen, Straftraining, Streicheleinheiten – was ist jetzt gefragt? Streich kann alles, aber liegt nicht eigentlich die Situation daran, dass er in diesen sieben Jahren so sehr in den Mittelpunkt gerückt ist, dass den Spielern die Verantwortung zu sehr abgenommen wird...?

Die große Chanche: Mainz, HSV, Köln – das sind die nächsten Gegner der Freiburger. Viel mehr Zuspitzung geht nicht. Jetzt muss es egal sein, dass Freiburgs Kader wohl mit dem von Mainz 05 der schwächste der Liga ist; jetzt ist es egal, ob Streich wieder auf die Tribüne geschickt wird; jetzt ist es auch egal, dass der 16 Jahre lang amtierende Trainer Volker Finke auch zu seinem 70. Geburtstag nicht mehr mit den Klub zusammen kam. Was jetzt gilt: Punkte zu sammeln – bislang sind es gerade mal 30.

 

Schiedsrichter werden entmündigt

Vielleicht wäre es ja noch einer mehr geworden, hätte Nils Petersen gegen Wolfsburg in der Nachspielzeit den Elfmeter verwandelt. Aber meiner Meinung nach hätte er niemals anlaufen dürfen. Die Entscheidung des DFB-Bundesgerichts, seine Sperre nach der Gelb-Roten Karte im Spiel bei Schalke 04 zu annullieren, ist eine Ohrfeige. Selbst der ehemalige Fifa-Referee Bernd Heynemann hat gesagt: „Wir erleben eine Entmündigung der Schiedsrichter.“ Petersen hat gemeckert und gemeckert und gemeckert und gemeckert. Und dann hat er gemeckert und gemeckert. Also ist sein Platzverweis völlig gerechtfertigt. Völlig egal, ob er seinen Kopf bei der (erwarteten!) ersten Gelben Karte nach links, rechts, oben oder unten hält. Ich als regelmäßiger Senioren-Schiedsrichter – und ich weiß spätestens ab der 50. Minute, was „meckern“ ist... - laufe doch auch keinem Spieler 30 Meter hinterher und muss ihm bei der Verwarnung in die Augen schauen, oder?

 

So, liebe Bundesliga-Freunde: Nun freuen wir uns auf einen heißen Kampf um den Relegationsplatz und damit das Spiel gegen Holstein Kiel (zwei Siege in den vergangenen 16 Partien...). Und mit dem FC Bayern beschäftigen wir uns gern wieder, wenn er im Champions-League-Finale steht – oder wenn in München ein neuer Trainer unterschrieben hat.

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