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Mit Deerhunter beseelt in den Weltuntergang

23.01.2019 - Sie besingen den Untergang des Humanen in betörend schönen Songs: Den Indie-Veteranen von Deerhunter gelingt auf ihrem neuen Album der Spagat zwischen Weirdness und Wohlklang.

  • Fünf Männer in der Wüste: Deerhunter. Foto: Label © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Fünf Männer in der Wüste: Deerhunter. Foto: Label © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Welt geht allmählich den Bach runter, Klimakrise und Wettrüsten machen unserem Globus den Garaus. So hat es den Anschein. «Why Hasn't Everything Already Disappeared?» fragt die US-Independent-Band Deerhunter im Titel ihres neues Albums (4AD/Beggars Group) herausfordernd und widmet sich in zehn fein austarierten, hellhörig-versponnenen Songs ausgiebig dem allmählichen Verschwinden und Verlöschen des Humanen.

«I can't remember your face/ it's lost to me, it's lost to me», klagt Sänger Bradford Cox mit zitternder Stimme, aber der wohlig-elegische Song «What Happenend To People?» klingt mit seinem sanften Synthieklängen so gar nicht nach Weltuntergang. Schon im grandiosen Opener «Death In Midsummer» stehen die morbiden Lyrics sehr schön in Kontrast zu dem 70er Jahre- Electro-Pop, der nach David Bowie oder Brian Eno klingt, hier noch apart aufgehübscht mit zierlichen Cembalo-Klängen. Auch das Instrumental «Greenpoint Gothic» entpuppt sich als Zeitreise zurück in die glorreichen Zeiten von Kraftwerk und Co. - ohne auf einer naiven Retrowelle zu schwimmen.

Vielleicht war es ja die menschenleere, lebensfeindliche Wüste, die Bradford Cox und seine Deerhunter inspiriert hat. In dem texanischen Künstlerdorf Marfa haben sie die Songs für ihr mittlerweile achtes Studioalbum aufgenommen, produziert von der walisischen Songwriterin Cate Le Bon.

Der Wind ist giftig geworden, singen sie, die Wolken färben sich orange. Schaurig-schön malt das Quintett seine Untergangsvisionen aus, und legt ein für seine Verhältnisse eher zugängliches Album vor, auch wenn Cox am Ende nochmal ein düster-brüchiges, sechsminütiges «Nocturne» anstimmt. Aber selbst in diesem sperrigen Epilog schwimmen schließlich die melodischen Inseln ans Licht, wie ferne Glücksversprechen in einer heillosen Zeit. Solange es noch Alben wie «Why Hasn't Everything Already Disappeared?» von Deerhunter gibt, kann es um unsere Welt nicht ganz schlecht bestellt sein.

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