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AfD-naher Youtuber ruft als Fake-Kemmerich Linken-Chefin an

09.02.2020 - Diesmal hat es nicht ganz geklappt: Der AfD-nahe Youtuber, der schon den ehemaligen SPD-Vize Ralf Stegner am Telefon hereinlegte, bot jetzt als falscher Ministerpräsident Kemmerich der Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow das Innenministerium an. Doch die lehnte dankend ab.

  • Die Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow wurde bundesweit bekannt, nachdem sie Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße geworfen hatte. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche...

    Die Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow wurde bundesweit bekannt, nachdem sie Thomas Kemmerich einen Blumenstrauß vor die Füße geworfen hatte. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein AfD-naher Youtuber hat sich in einem Telefonat gegenüber der Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow als FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich ausgegeben und ihr das Landesinnenministerium angeboten.

Kemmerich war am Mittwoch mit den Stimmen von AfD und CDU gewählt worden und ist inzwischen zurückgetreten. Das Video von der Aktion hat der Mann veröffentlicht.

Erst im Dezember hatte der Youtuber den ehemaligen SPD-Vizevorsitzenden Ralf Stegner reingelegt, als er sich als neuer Parteichef Norbert Walter-Borjans ausgab und Stegner den Posten von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) anbot.

Hennig-Wellsow bestätigte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag den Anruf und nannte das Ganze einen «Fake». «Jetzt weiß ich: In Wirklichkeit war es ein rechter Troll, der schon Politiker aus anderen Parteien mit Telefonscherzen belästigt hat, um sich dann in der rechtsradikalen Social Media Blase von anderen rechten Trollen feiern zu lassen», schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite.

Sie habe den Anruf tatsächlich Kemmerich zugeordnet. In dem ohne ihr Einverständnis mitgeschnittenen Gespräch, das inzwischen auf der Videoplattform Youtube steht, sei zu hören, dass sie das Angebot weder angenommen noch darüber verhandelt habe.

In dem Facebook-Post bedauerte sie, dass sie später einem Journalisten von dem Anruf erzählt hatte, ohne vorher Kemmerich zu fragen, «ob er so was Seltsames wirklich tun würde». Dafür entschuldige sie sich. «Ich habe in diesen absurden Zeiten nichts für unmöglich gehalten. Und nein, ich wäre nicht Innenministerin in einer Regierung Kemmerich (oder irgendeiner anderen) geworden.»

Der Thüringer Landesverband der Linke betonte am Sonntag auf Twitter, dass die Bezeichnung «Telefonstreich» der Sache nicht gerecht werde. Hier gehe es um Täuschung der Landesvorsitzenden.

Kemmerich hatte am Samstag seinen sofortigen Rücktritt als Ministerpräsident erklärt. Der Schritt folgte auf heftige bundesweite Kritik. Der Liberale war am Mittwoch von AfD, CDU sowie FDP und einer Stimme Vorsprung vor dem bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) zu Thüringens Regierungschef gewählt worden.

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