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The Fruitcakes: Toller Psychedelic-Pop aus Polen

29.04.2020 - Polen war auf der Landkarte der Popmusik immer eine weiße Fläche. Mit der Folkrock-Band The Fruitcakes aus der Region Danzig sollte sich das nun ändern. Ihr Album «Into The Sun» lässt die Sonne aufgehen.

  • Jederzeit spannend: The Fruitcakes aus Polen. Foto: Muzzy Stardust & Adam Neubauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Jederzeit spannend: The Fruitcakes aus Polen. Foto: Muzzy Stardust & Adam Neubauer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Hand hoch, wer Pop oder Rock aus Polen kennt. Jazz, na gut - da gibt es seit Jahrzehnten eine beachtliche Szene beim östlichen Nachbarn. Klassik sowieso. Die junge Band The Fruitcakes aus der Ostseeregion Pommern zeigt nun, wie gut Folkrock und psychedelischer Sixties-Pop polnischer Prägung klingen können.

Die hochtalentierte Truppe aus Trójmiasto (Dreistadt), also aus der Gegend um die schöne alte Stadt Gdansk (Danzig), legt mit «Into The Sun» ein Album vor, dessen Klasse aus jeder einzelnen seiner knapp 50 Minuten Laufzeit herausstrahlt. Die mittleren bis späten Beatles, Buffalo Springfield, frühe Pink Floyd zu Syd-Barrett-Zeiten oder The Byrds sind die pophistorischen Vorbilder - aus der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart wären The La's, Wilco, Tame Impala oder Temples als Bezugspunkte zu erwähnen.

Soviel zur groben Einordnung dieser hierzulande praktisch noch unbekannten, jetzt über das Label PIAS Poland vorgestellten Gruppe. Die zehn Lieder belassen es zum Glück nicht beim «Malen nach Zahlen» und Abkupfern vieler Retro-Bands. Sie haben genügend eigenes Potenzial und Ideen, Experimentierfreude, Ecken und Kanten, um jeden Fan der oben genannten Bands nachhaltig zu begeistern.

Da wird etwa im Titelsong der sonnige Wohlklang des Beginns plötzlich so geschickt mit knappen, schrägen Gitarrensoli und Krautrock-Ausflügen konterkariert, dass es eine insgesamt siebeneinhalbminütige pure Freude ist. Im anschließenden «Dalai Lama» meint man zu hören, wie John, Paul und Ringo ihrem Kumpel George begeistert auf eine seiner Psychedelic-Exkursionen folgen.

In «Unravel» oder dem Closer «Words Of Love», nein, eigentlich in allen Stücken verwöhnen die Danziger «Obstküchlein» mit überirdisch schönen Harmoniegesängen der Zombies- und Beach-Boys-Schule. Der wunderbare Opener «Wherever» wird von einer Pedal-Steel, pastoralen Akustikgitarren und prächtigen Streichern durchweht, ehe plötzlich aufbrandende Bläser den Hörer aufs Neue verblüffen.

Wie schon erwähnt: Immer wenn man es sich mit diesen toll komponierten und produzierten Liedern zu gemütlich gemacht hat, kommt eine avantgardistische Verzerrung oder Irritation oder in «Aim For The Sun» auch mal ein jazzige Trompete um die Ecke. So bleibt «Into The Sun» jederzeit spannend.

Wer sind also nun die Fruitcakes? Nach Infos der Webseite culture.pl wurde die Band 2011 gegründet. Kuba Zwolan (29) ist der Sänger und - enorm fähige - Leadgitarist. Schlagzeuger Lukas Tymanski (28), der in der Schweiz und Deutschland aufwuchs, ist der älteste Sohn von Ryszard Tymański, einem der wichtigsten Künstler der Region Danzig. Przemek Bartoś (31) spielt Bass, Rhythmusgitarrist Tomasz Ziętek (30) ist auch ein bekannter Schauspieler. Nach ihrem offiziellen Debüt «2» (2017) wurde die Band vom Jazzer Szymon Burnos (29) am Piano ergänzt.

«Into The Sun» gehört schon jetzt zu den großen Überraschungen dieses Musikjahres. The Fruitcakes bringen Polen damit auf der europäischen Landkarte von Pop und Rock endlich zur Geltung.

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