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Hoher Gesang mit Tiefgang: Das Debüt von Aaron Frazer

25.01.2021 - Eine Warnung vorneweg: Wer mit Falsett- und Retro-Soul im Stil der 70er Schwierigkeiten hat, muss hier eigentlich nicht mehr weiterlesen. Wer indes The Stylistics oder Curtis Mayfield verehrt, dürfte Aaron Frazer mögen.

  • Begabter Schlagzeuger, außergewöhnlicher Sänger: Aaron Frazer. Foto: Alysse Gafkjen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Begabter Schlagzeuger, außergewöhnlicher Sänger: Aaron Frazer. Foto: Alysse Gafkjen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Diese Stimme ist Geschmacks- oder Gewöhnungssache: Hell, verwundbar, fast feminin mutet der Gesang in «You Don't Wanna Be My Baby» an, dem Opener von Aaron Frazers Debütalbum. Und auch in den elf nachfolgenden Songs prägen die Vocals den Klang von «Introducing...» (Dead Oceans/Cargo) auf womöglich polarisierende Weise.

Allerdings wird schnell klar, dass dieser in Baltimore aufgewachsene, jetzt in Brooklyn beheimatete weiße Musiker (eigentlich Schlagzeuger) ein Virtuose des Falsettgesangs und ein Songwriter mit Tiefgang ist. Man fühlt sich an den jungen Mick Hucknall alias Simply Red erinnert, der Mitte der 80er Jahre einen ähnlichen Ansatz mit hoher, androgyner Stimme und Retro-Grooves verfolgte, etwa in der fabelhaften Ballade «Holding Back The Years».

Der Amerikaner Frazer dürfte seine Vorbilder nun freilich nicht beim britischen Blue-Eyed-Soul suchen, sondern eher bei legendären US-Acts wie The Delfonics, The Stylistics, Frankie Valli oder Curtis Mayfield - bei den großen Falsett-Sängern des Souls der 60er und 70er Jahre also. Und das Songmaterial - ob funky wie in «Bad News», fingerschnippend schlendernd wie in «Lover Girl» oder auch mal mit gewisser Nähe zu Disco, Doo-Wop oder Jazz - kann da mithalten.

Denn Frazer, der schon als Mitstreiter bei Durand Jones & The Indications hervortrat, hat sich einen wunderbar nostalgischen Sound mit Bläsern, Chorgesängen, warmen Keyboards und ploppendem Bässen auf den Leib beziehungsweise die Stimme schneidern lassen. Und hier kommt ein weiterer Trumpf dieses erstaunlich ausgereiften Erstlingswerks ins Spiel: Dan Auerbach, Frontmann der Neo-Bluesrock-Weltstars The Black Keys sowie des Band-Nebenprojekts The Arcs.

Mit Letzteren hatte der vielseitige Musiker aus Nashville ja bereits selbst einen sehr souligen Stil gepflegt, daher passt die Chemie mit Frazer perfekt. «Aaron ist einfach unglaublich begabt - jemand, der so gut an den Drums ist und gleichzeitig so singen kann», sagt der Top-Produzent und Mitautor der meisten Lieder von «Introducing...». Sein Schützling zahlt die Komplimente nun zurück - mit Retro-Soul der Oberklasse.

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