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Gamerdingers Fußball-Kolumne

08.01.2019 - Ich hoffe, dass Sie gesund und munter in das neue Jahr gestartet sind und wünsche nur das Beste für 2019. Um Sie auch in der Winterpause nicht ganz ohne den geliebt-gewohnten Lesestoff zurückzulassen, freue ich mich, Ihnen meinen persönlichen (hier und da nicht ganz ernst gemeinten) Ausblick auf das Fußballjahr präsentieren zu können. Im ersten Teil befasse ich mich mit dem amtierenden 16. der Weltrangliste - nämlich der DFB-Elf.

  • Ohne Poldi geht es nicht...: Lukas Podolski (l.) und Miroslav Klose sind doch auch 2019 immer für den einen oder anderen Treffer im DFB-Dress gut © picture

    Ohne Poldi geht es nicht...: Lukas Podolski (l.) und Miroslav Klose sind doch auch 2019 immer für den einen oder anderen Treffer im DFB-Dress gut © picture alliance/HJS-Sportfotos

Fortbildungsmaßnahme

Nachdem die Nationalmannschaft unter Noch-Bundestrainer Joachim Löw in 2018 mit sechs Niederlagen, dem Vorrunden-Aus bei der WM und dem Abstieg in die Nations-League-Bezirksliga (oder wie immer dieses neue Model heißt) ihr historisch schlechtestes Jahr absolviert hatte, soll 2019 mit Beginn der EM-Qualifikation alles besser werden. Die Endrunde wird übrigens in zwölf (!) europäischen Metropolen ausgespielt und wird von der UEFA als Fortbildungsmaßnahme „Erdkunde“ für alle jeweils im Kader befindlichen Spieler zertifiziert.

Trotziger Trainer

Obgleich Jogi Löw sich beim traditionellen Dreikönigstreffen der DFB-Heiligen am Sonntag in der Kirche zu Herzogenaurach erneut total trotzig gegen einen Totalumbruch gewehrt hat („isch mir eh wurscht“), erklärte Präsident Reinhard Grindel, dass er positiv nach vorn schauen würde. (Ich würde ja so gern mal einen öffentichen Menschen treffen, der "negativ in die Zukunft" blickt... Das funktioniert selbst in Braunschweig nicht, deren Eintracht womöglich noch in 2019 zu einem Punktspiel gegen den Hamburger Vertreter Teutonia 05 aufläuft). Das war auch gut so, denn hinter ihm stand mit Oliver Bierhoff der Dritte im Bunde. Es wird wohl das letzte Treffen in dieser Konstellation gewesen sein: Denn zum ersten EM-Qualifikationsspiel am 24. März in den Niederlanden nominiert Löw zwar wegen der geforderten Zukunftsperspekiven sechs U19- und sogar drei U17-Akteure (der Hamburger Weltstar Fiete Arp ist leider nicht dabei, da er bei der vereinseigenen U21 gegen Drochtersen/Assel gebraucht wird), macht dies aber nur, um das Durchschnittsalter zu drücken, weil er glaubt, nur mit der Erfahrung aus inzwischen gefühlt 784 Länderspielen eine Chance zu haben.

Tulpen für die Nulpen

Löw reaktiviert nämlich kurzerhand - und nicht einmal überraschend - Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Mario Gomez und Miroslav Klose (während Europameister Thomas Helmer beruflich verhindert war...). Diese Fünf werden noch vor dem zuvor in Wolfsburg stattfindenden Test gegen Serbien in den Mannschaftsrat gewählt – auch weil sie für jeden „U“-Spieler unterschriebene Weltmeister-Trikots und -Autogrammkarten dabei haben. Nach einem überragenden 4:1 (vier Tore durch Klose bei einem Eigentor von Gomez...) ist Löw sicher, alles richtig gemacht zu haben und lässt bei den Oranjes erstmals in der DFB-Geschichte eine Ü32-Mannschaft auflaufen. Doch nach dem 1:7 (Brasilien lässt grüßen...) titelt die Boulevardpresse am 25. März: „Tulpen für die Nulpen“, denn vor der Partie hatte der niederländische Ex-Nationalspieler Frank Rijkaard jedem deutschen Spieler – kurz vor die Füße bzw. in die Haare spuckend – eine wirklich sehenswürdige Tulpe überreicht.

Sommerüberraschung

Nach dieser Niederlage übernehmen Löw, Bierhoff und Grindel als Konsortium die Verantwortung und treten aufgrund des öffentlichen Drucks geschlossen zurück. Der DFB taumelt wie seine Nationalelf im luftleeren Raum und benötigt dringend eine neue Führungsriege. Zum Glück ist auf die selbsternannten Fußballpäpste aus München wieder einmal Verlass: Uli Hoeneß schafft zunächst sämtliche Steuern auf DFB-Einnahmen ab und erklärt zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz (sportlich-leger in DFB-Sakkos gehüllt), dass sich Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic berufen fühlt, die Nationalelf bis zur Europameisterschaft zu betreuen. Da er keinen adäquaten Trainerschein besitzt, mimt der mittlerweile 70-jährige Ottmar Hitzfeld den Co-Trainer. Und Hoeneß beteuert unter Tränen, dass er es bedauert, dass Brazzo leider nicht beide Posten bekleiden könne - er selbst aber als Sportdirektorpräsidentvorstandsvorsitzenderundaufsichtsratsentscheider einspringen würde. Kurzfristig natürlich nur, also höchstens acht bis zwölf zwölf Jahre lang...

Bayrische Blockbildung

Dieser Schachzug, in einem Rutsch den DFB und die Nationalelf mit zu übernehmen, wird am Ende des Jahres von Erfolg gekrönt sein. Nachdem Gedankenspiele, Arjen Robben und Franck Ribery noch mit deutschen Pässen auszustatten, verworfen wurden, geben Hoeneß und „KHR“ die Nominierungskriterien bekannt: aktueller Bayern-Spieler, in der Vergangenheit mindestens drei Jahre beim FCB unter Vertrag gewesen, schläft in Bayern-Bettwäsche, wählt CSU, kaut Kautabak, war mindestens fünfmal auf der Wiesn!

Was soll ich sagen: Erstmals in rot-weißen Jerseys spielend marschiert ein FCB-Mix-Team (U17 bis Traditionsmannschaft) im Namen des DFB souverän durch die EM-Qualifikation und wird aufgrund der Überlegenheit kurz vor Heiligabend zudem vorzeitig und ehrenhalber als Aufsteiger in die A-Gruppe der Nations League gehievt.

Friede, Freude, Eierkuchen

Ach, was wird das dann ein schöner Jahresausklang 2019 für "unsere Jungs": Denn auch die Abfindungs-Verhandlungen mit Joachim Löw und Oliver Bierhoff finden pünktlich zum Weihnachtsfest ein gutes Ende. Nachdem Ex-DFB-Präses Grindel im Ehrenrat irgendeines Sponsors einen wirklich entscheidenden Posten gefunden - und damit den Einfluss auf den neuen DFB-Chef verstärkt hat -, lösen Löw/Bierhoff erstens ihre Rentenverträge auf und zweitens Nico Kovac als Bayern-Trainer ab. Was dies sportlich bedeutet? Keine Ahnung!

Aber ich bin sicher (oder auch nicht...): Vor uns liegt ein Fußballjahr, das aus Sicht der deutschen Nationalmannschaft nur Gewinner hervorbringt - mit ganz viel Friede, Freude und Eierkuchen!

Ich freue mich drauf!

Und auf nächste Woche, wenn Sie wieder dabei sind...

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