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Gutachten: Berliner Mietendeckel nicht verfassungswidrig

09.12.2019 - Nach mehreren Gutachten, denen zufolge der in Berlin geplante Mietendeckel verfassungswidrig sein könnte, kommen einige Rechtswissenschaftler nun zu einem anderen Ergebnis.

  • Demonstranten stehen bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Mit dem Mietendeckel will das Land Berlin die Mieten einfrieren und eine Mietobergrenze festlegen. Foto: Fabian Sommer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstranten stehen bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor. Mit dem Mietendeckel will das Land Berlin die Mieten einfrieren und eine Mietobergrenze festlegen. Foto: Fabian Sommer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Gesuchtes Altbauviertel für die, die es sich leisten können: Blick auf Wohn- und Geschäftshäuser in der Kollwitzstraße im Berliner Prenzlauer Berg. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur...

    Gesuchtes Altbauviertel für die, die es sich leisten können: Blick auf Wohn- und Geschäftshäuser in der Kollwitzstraße im Berliner Prenzlauer Berg. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Protest gegen Mietensteigerung in Berlin. Foto: Ralf Hirschberger/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Protest gegen Mietensteigerung in Berlin. Foto: Ralf Hirschberger/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Sanierte und zum Teil eingerüstete Wohnhäuser im Berliner Prenzlauer Berg. Der geplante Berliner Mietendeckel lässt sich laut Städtetagspräsident Burkhard Jung nicht auf andere Großstädte kopieren. Foto:...

    Sanierte und zum Teil eingerüstete Wohnhäuser im Berliner Prenzlauer Berg. Der geplante Berliner Mietendeckel lässt sich laut Städtetagspräsident Burkhard Jung nicht auf andere Großstädte kopieren. Foto: Jens Kalaene/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Demonstration gegen steigende Mieten in Berlin: «Wir haben Eigenbedarf». Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstration gegen steigende Mieten in Berlin: «Wir haben Eigenbedarf». Foto: Christoph Soeder/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Wandbild in Berlin-Kreuzberg: «Löhne rauf Mieten runter». Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wandbild in Berlin-Kreuzberg: «Löhne rauf Mieten runter». Foto: Paul Zinken/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Baugerüst steht an einem Rohbau für Neubau-Wohnungen in Berlin. Die Städte kommen mit dem Bau nicht hinterher. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Baugerüst steht an einem Rohbau für Neubau-Wohnungen in Berlin. Die Städte kommen mit dem Bau nicht hinterher. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In einem am Montag vorgestellten Gutachten im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die der Linken nahe steht, heißt es, landesrechtliche Maßnahmen zur öffentlich-rechtlichen Regulierung der Mieten seien zulässig. Dies kollidiere nicht mit dem Bundesrecht, dem die Gestaltung des privaten Mietvertragsrecht obliege.

Für Berlin bedeute dies den Gutachtern vom Zentrum für Europäische Rechtspolitik der Universität Bremen zufolge: «Sowohl ein Mietpreismoratorium als auch eine Mietpreisobergrenze beziehungsweise eine Mietpreisabsenkung sind weder vom Bundesrecht ausgeschlossen noch diesem gegenläufig.» Der Landesgesetzgeber habe die Kompetenz, entsprechende Vorschriften einzuführen.

Rot-Rot-Grün will die Mieten für 1,5 Millionen vor 2014 gebaute Wohnungen fünf Jahre lang auf dem Stand von Mitte 2019 einfrieren und für Neuvermietungen Obergrenzen je nach Alter und Ausstattung der Wohnung festlegen.

Wenn die Obergrenzen um mehr als 20 Prozent überschritten sind, soll die Senkung von Bestandsmieten möglich sein - allerdings erst neun Monate nach dem im ersten Quartal 2020 geplanten Inkrafttreten des Gesetzes. Berlin betritt hier juristisches Neuland, Verfassungsklagen gegen das Vorhaben sind schon angekündigt.

Die Linke-Fraktion sieht sich in ihrem Kurs durch das Gutachten im Auftrag der ihr nahe stehenden Stiftung bestätigt. «Wir fordern die Opposition und die Vermieterlobby deshalb dazu auf, endlich mit uns eine sachliche Debatte über die Einzelfragen des Gesetzes zu führen», erklärte der Linke-Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg.

Am Montag demonstrierten Wirtschaftsverbände mit Lastwagen und Tiefladern der Berliner Bau- und Wohnungswirtschaft gegen den geplanten Mietendeckel. Nach einer symbolischen Sternfahrt trafen einige hundert Teilnehmer am Brandenburger Tor zu einer Kundgebung zusammen.

Die Wirtschaftsverbände befürchten unter anderem, dass durch den Mietendeckel Investoren abgeschreckt werden und der Wohnungsbau sowie Modernisierungen ausbleiben. Unterstützt wurde die Aktion vom Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA), dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. «Es muss deutlich werden, wie sehr dieses Gesetz die Wirtschaft und auch die Mieter und Vermieter in der Stadt negativ betreffen wird», teilte ein Sprecher mit.

Kritik an den Protesten äußerte der Deutsche Mieterbund. «Statt gegen ein geplantes Gesetz wie den Berliner Mietendeckel zu demonstrieren, sollten sie endlich die Wohnungen bauen, die längst genehmigt sind», sagte Präsident Lukas Siebenkotten mit Blick auf die Bauunternehmen. Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge hat sich die Zahl der genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen zwischen 2008 und 2018 auf rund 693.000 Einheiten mehr als verdoppelt.

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