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«Megafeuer» in Australien - und die Zahl der Toten steigt

12.01.2020 - Es gibt gute und schlechte Nachrichten aus Australien. Eine Entwarnung ist bei den Buschbränden nicht in Sicht. Wie dankbar das Land den Feuerwehrleuten ist, zeigt die Oper in Sydney.

  • Symbolischer Dank an die Einsatzkräfte in Sydney: Auf die großen Segel des Opernhauses werden als Zeichen der Solidarität Bilder von Feuerwehrleuten projiziert. Foto: Paul Braven/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur...

    Symbolischer Dank an die Einsatzkräfte in Sydney: Auf die großen Segel des Opernhauses werden als Zeichen der Solidarität Bilder von Feuerwehrleuten projiziert. Foto: Paul Braven/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten in Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land. Foto: Rick Rycroft/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten in Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land. Foto: Rick Rycroft/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Durch Buschbrände verursachter Rauch liegt über der berühmten Oper in Sydney. Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Durch Buschbrände verursachter Rauch liegt über der berühmten Oper in Sydney. Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Durch verschiedene Buschbränden verursachte Qualmwolken wehen von der südaustralischen Känguru-Insel aufs Meer. Foto: Nasa Earth/ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Durch verschiedene Buschbränden verursachte Qualmwolken wehen von der südaustralischen Känguru-Insel aufs Meer. Foto: Nasa Earth/ZUMA Wire/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Erschöpfte Feuerwehrleute ruhen sich während eines Einsatzes gegen Buschbrände bei Adelaide aus. Foto: David Mariuz/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Erschöpfte Feuerwehrleute ruhen sich während eines Einsatzes gegen Buschbrände bei Adelaide aus. Foto: David Mariuz/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Feuerwehrmänner beobachten aufsteigende Rauchwolken eines Buschfeuers bei Penrose südlich von Sydney. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Feuerwehrmänner beobachten aufsteigende Rauchwolken eines Buschfeuers bei Penrose südlich von Sydney. Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Noch kommt Australien nicht zur Ruhe: Mindestens 27 Menschen sind bei den monatelangen Buschbränden ums Leben kommen - am Samstag starb wieder ein Feuerwehrmann im Einsatz. Und im Südosten des Kontinents bildete sich ein neues «Megafeuer».

Ein anderer Riesenbrand ist aber seit Sonntag unter Kontrolle. Einen symbolischen Dank an die Einsatzkräfte gab es in Sydney: Auf die großen Segel des berühmten Opernhauses wurden als Zeichen der Solidarität Bilder von Feuerwehrleuten projiziert.

An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht zum Samstag drei Buschfeuer zu einem «Megabrand» mit einer Fläche von 600 000 Hektar. Das entspricht etwa einem Drittel der Größe von Rheinland-Pfalz. In einigen Gebieten hatten die Temperaturen zuvor 44 Grad erreicht. Eine gute Nachricht kam aus der Region um Gospers Mountain nordwestlich von Sydney: Dort wurde ein ähnlich großer Riesenbrand eingedämmt - nach zehn Wochen.

Der Einsatz bleibt gefährlich. Das jüngste Opfer wurde von einem Baum getroffen. Der Feuerwehrmann, der Erfahrung aus 40 Jahren hatte, starb nahe der Kleinstadt Omeo in Victoria, wie Feuerwehrchef Chris Hardman sagte.

Auch wenn die Flammen vielerorts weiter loderten - immerhin erlaubte das Wetter den erschöpften Helfern eine gewisse Atempause. In Victoria und New South Wales wurde es kühler. Es regnete, und der Wind ließ nach.

Der buchstäblich unter Feuer stehende australische Premier Scott Morrison sagte am Wochenende, er sehe nun ein, dass der Klimawandel Auswirkungen habe und für längere, heißere und trockenere Sommer verantwortlich sei. Er deutete eine Änderung der Politik an, um Emissionen zu reduzieren.

Morrison, ein Förderer der Kohleindustrie, war für seinen Umgang mit der Krise scharf kritisiert worden. Ihm wurde auch eine Verharmlosung des Klimawandels und von dessen Auswirkungen auf die derzeitigen Buschfeuer vorgeworfen. Darüber hinaus hatte er kürzlich einen äußerst umstrittenen Familienurlaub auf Hawaii gemacht.

Nun sagte Morrison dem Sender ABC, im Nachhinein wäre er nicht in diesen Urlaub gegangen. Vor Ort hätte er besser mit der Krise umgehen können. Das Ausmaß der Brände sei «beispiellos». Die Menschen hätten eine «neue Erwartungshaltung», wie die Regierung einer solchen Situation begegnen sollte. Am Freitag waren in größeren Städten Australiens Zehntausende auf die Straßen gegangen und hatten unter anderem Morrisons Rücktritt gefordert.

Die Schäden durch die Feuer sind immens - auch für die Wirtschaft, besonders den Tourismus und die Landwirtschaft. Allein auf der Känguru-Insel im Süden des Landes wurden bislang mehr als 32 000 tote Schafe gezählt. Auch die Winzer sind betroffen: Die Anbauregion Victoria sorge sich wegen der Rauchbelastung, sagte die Abgeordnete Helen Haines dem Sender ABC. «Rauchflecken könnten ganze Jahrgänge zerstören.»

Seit Beginn der großen Feuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Tausende Häuser wurden zerstört. Nach Schätzungen von Experten sollen mindestens eine Milliarde Tiere getötet worden sein. Da sind Bilder von geretteten Koalas und Kängurus wie Balsam, immer wieder kursieren dazu Aufnahmen im Netz.

Manche Buschfeuer-Opfer haben Glück. Im nordöstlichen Bundesstaat Queensland gewann ein Mann, dessen nicht versichertes Haus niedergebrannt war, eine Million australische Dollar im Lotto, wie die Nachrichtenagentur AAP vergangene Woche berichtete. Das sind umgerechnet rund 600 000 Euro. Nach dem Feuer seien nur noch ein paar verkohlte Teetassen übrig geblieben, erzählte der Mann, der anonym bleiben wollte. Jetzt der Lottogewinn: «Das ist wirklich im unglaublichsten Moment passiert.»

Buschfeuer hin oder her: Eine ähnliche Diskussion wie um das gerade auf RTL gestartete deutsche Dschungelcamp gibt es in Australien nicht. Die australische Variante («I'm A Celebrity...Get Me Out Of Here!») läuft dort gerade in der sechsten Staffel. Sie wird - wie schon in früheren Zeiten - weit entfernt gedreht: in Südafrika.

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