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Hochzeits-Tabus freundlich formulieren

27.04.2020 - Wer eine Hochzeit plant, hat meist genaue Vorstellungen davon. Dabei liebt nicht jeder ulkige Bräuche, Scherze und Überraschungen. Doch wie bringt man das den Gästen bei?

  • Wer sich Hochzeitsgäste ohne ihre Kinder wünscht, sollte dies in der Einladung klarstellen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Wer sich Hochzeitsgäste ohne ihre Kinder wünscht, sollte dies in der Einladung klarstellen. Foto: Florian Schuh/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Kindergequengel während der Trauung. Alberne Spiele, bei denen sich Braut und Bräutigam zum Deppen machen. Und dann vielleicht noch die fiese Brautentführung: Es gibt Hochzeitspaare, die haben sich den schönsten Tag im Leben ganz anders vorgestellt. Doch wie kann man dafür sorgen, dass ein Dreijähriger oder der übliche Witzbold aus der Verwandschaft nicht die Bude rockt?

«Eltern, die ihre Kinder nicht zur Hochzeit mitbringen sollen, können ganz schön beleidigt sein und kommen dann eben auch nicht», hat Takt- und Stil-Trainerin Susanne Helbach-Grosser aus Schwäbisch Gmünd beobachtet. Sie würde deshalb an Freunde zunächst persönlich herantreten und das Thema in etwa so ansprechen: «Ihr habt doch die Großeltern, zu denen die Kinder an dem Tag könnten. Oder? Denn wir wollen gern mit euch die Nacht durchtanzen.» Ganz enge Freunde verstünden das dann auch. Schließlich sei das der Tag des Brautpaars - fertig!

«Wichtig ist aber, dann auch keine Ausnahmen zu machen», warnt die Expertin. Das wäre ein Unding, wenn zwei Kinder plötzlich dabei sind, fünf andere aber nicht. Ein einfacher Trick für eine kinderlose Feier sei daher auch, die Party erst recht spät anzusetzen, regt die Stilexpertin an.

Wer nicht herumtricksen will, kann auch diesbezügliche Wünsche in die Einladung schreiben oder eine Extra-Karte beilegen. Helbach-Grosser schlägt dafür die Reim-Form vor. Zum Beispiel: «Kleine Kinder sind zwar fein, doch bleiben sie an diesem Tage bitte daheim!» Oder: «Damit ihr lang mit uns feiern könnt, sei uns ein Tag ohne die Kleinen gegönnt.» Für etwaige Kompromisse, könne man das Ganze auch splitten: «Kinder bei der Trauung gern gesehen, auf die Party sollten aber nur die Eltern gehen!»

Hat der Wunsch nach kinderfrei mit dem begrenzten Budget oder den Räumlichkeiten zu tun, könne man das ebenfalls kommunizieren. «Aber dann muss es auch zutreffen.» In dem Fall könnte auf der Extra-Karte stehen: «Nach nächtelangem Brüten über unserem Budget reicht es nur für Erwachsene, aber eben nicht für den süßen Anhang.»

Wenn das Gegenteil der Fall ist und das Paar richtig viel Kohle zur Verfügung hat, könnte man wiederum eine professionelle Kinderbetreuung anbieten. «Oder es findet sich jemand aus der Familie, der sich ausschließlich um die Kinderbespaßung kümmert.»

Wer sich vor Hochzeitsstreichen, Brautentführung oder Geldsammelspielen fürchtet, sollte das ebenfalls schon in der Einladung klarstellen und darauf hinweisen, dass weder etwas kaputt gemacht werden darf, noch bauliche Veränderungen infrage kommen. Auf dem Infoblatt kann dann stehen: «Bitte keine Entführung, denn die Braut möchte bei den Gästen sein.» Oder: «Bitte keine Spiele, wir sind keine Fans davon.»

Trotz klarer Ansagen rät Susanne Helbach-Grosser, auf Nummer sicher zu gehen: «Ich würde einen geeigneten Angehörigen vorschicken, der sich bei den üblich verdächtigen Spaßvögeln mal umhört, ob da etwas in der Richtung im Busch ist.»

© dpa-infocom, dpa:200330-99-528433/3

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