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Gamerdingers Fußball-Kolumne

14.01.2019 - Nachdem ich Ihnen in der vergangenen Woche einen Jahresausblick in Sachen Nationalmannschaft mitgeben konnte, widme ich die heutige Kolumne einzig und allein der Fußball-Bundesliga und ihren Klubs. Wenn Sie also ganz genau wissen wollen, was Sie in der Rückrunde so alles noch erwartet, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß mit den folgenden nicht ganz so ernst gemeinten Zeilen.

  • Von London an die Leine – rettet Mesut Özil Hannover 96...?  © picture alliance / dpa / Uwe Kraft /

    Von London an die Leine – rettet Mesut Özil Hannover 96...? © picture alliance / dpa / Uwe Kraft / imageBROKER

Januar/Februar

Hannover-Präsident und Hörgeräte-Spezialist Martin Kind hat, nachdem das Kippen der 50+1-Regel genauso gescheitert ist, wie sämtliche Wiedervereinigungsgespräche mit den Ultras der 96er, eine zündende Idee, um den Klassenerhalt zu sichern: Nachdem ihm Ex-HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer (steht er in Hamburg eigentlich auch noch auf der Gehaltsliste...?) als neuer persönlicher Berater bei einem „zufälligen“ Treffen die Kontaktdaten von HSV-Mäzen und Logistik-Mogul Klaus-Michael Kühne (angeblich seit ein paar Wochen leicht schwerhörig) zusteckte, verkündet das Handelsblatt am 21. Januar, dass Kühne neuer Logistik-Partner der Firma Kind geworden sei. Einen Tag darauf wird auf einer Sonder-Pressekonferenz in Hannover bekannt gegeben, dass die Arena ab sofort in „Kind & Kühne Stadion“ umbenannt wird und nur noch Mitarbeiter dieser Unternehmen Zugang zum Inneren haben. Parallel dazu werden die in Ihren Klubs unzufriedenen Dembele, Mario Götze, Mario Gomez und Mesut Özil für 60 Millionen auf Leihbasis bis zum Saisonende verpflichtet. Im Gegenzug werden die 96-Heroen Walace, Nicolai Müller und Bobby Wood nach Hamburg abgegeben, wo sie Trainer Hannes Wolf mit den Worten empfängt: "Endlich habe ich meine absoluten Wunschspieler."

März/April

Auch in Nürnberg und Düsseldorf schrillen die Alarmglocken. Aber dort spielt Geld insofern keine Rolle, als dass über Nach- oder Neuverpflichtungen kaum nachgedacht wird. Trotz vieler vergossener Tränen sitzt Friedhelm Funkel immer noch im Trainersattel der Fortuna, obgleich Fortuna-Boss Röbert Schäfer bereits im Januar einen neuen Vertrag versagte und dann wieder zusagte. Nachdem aber im Düsseldorfer Karnevalsumzug jeder zweite Wagen durch eine lebensgroße Funkel-Figur mit Fortuna-Schal geschmückt war, erhielt Funkel zwar einen Vertrag bis 2023, also dem offiziellen Renteneinstiegsalter für Trainer ("Die Rente ab 70 ist sicher..."), gewann aber mit Düsseldorf kein Spiel mehr. Ersteres stellte Vereinsboss Schäfer schließlich am 1. April als Scherz dar.

In Nürnberg dagegen hatte man sich bereits seit Dezember auf die traditionellen Werte besonnen und im Stadion statt Bratwurst nur noch Lebkuchen verkauft. Ansonsten hält Coach Michael Köllner an seinem offensiven zweitligaerprobten Ballbesitzfußball fest, weil er nicht zu viel durcheinander würfeln will. Das war wohl nicht besonders klug, denn die Ballbesitz-Statistik bescheinigt den Gegnern regelmäßig mehr als 60 Prozent, was die Niederlagenserie und den folgenden Abstieg erklärt.

Gerettet haben sich bereits Mitte April die Augsburger, deren Bundesliga-Geschichte nun von der gleichnamigen Puppenkiste mit großem Erfolg nachgespielt wird. Manager Stefan Reuter gibt dem Druck der Fans, die ihn wegen der klugen Einkaufspolitik abfeiern wie nach einer Meisterschaft, nach und übernimmt nach Saisonende im Juni eine Gastrolle: Er spielt den jungen Markus Weinzierl, der die Fuggerstädter 2015 in die Europa League geführt hatte.

Apropos: Auch in Stuttgart, Mainz und Freiburg darf bereits frühzeitig die Planung für eine weitere Bundesliga-Saison vorangetrieben werden. In Stuttgart, weil die Winterneuzugänge Alex Esswein (Hertha) und Steven Zuber (Hoffenheim) im Gegensatz zu Mario Gomez wissen, wo das gegnerische Tor steht -, und in Mainz und Freiburg, weil die tiefer platzierten Teams ganz einfach nur schlechter waren.

Mai/Juni

In Hannover hingegen gehen die Lichter aus, denn trotz der investierten Millionen kostet schließlich ein Wechselfehler von Interimscoach Dieter Schatzschneider die notwendigen letzten drei Punkte, um die Klasse zu halten. Bemerkt hat das aber außer dem Schiedsrichter kaum jemand, denn beim letzten Heimspiel gegen Freiburg verlieren sich wegen der Pfingstferien nur 1896 Zuschauer im Stadion. Kind und Kühne kündigen danach einhellig an, nach dem Vorbild des HFC Falke in Hamburg einen eigenen Klub gründen zu wollen und den dornigen Weg von der Kreisklasse zurück in den Profifußball mit gesundem Wachstum gehen zu wollen.

Gefeiert werden darf dagegen vor allem in Dortmund, wo die Fans nach der eingefahrenen Meisterschaft alle Zebrastreifen der Stadt schwarz-gelb überstreichen, während in München ja eh eitel Sonnenschein herrscht, denn die EM-Qualifikation der Nationalmannschaft hatte höhere Priorität als die Meisterschaft. Die Champions-League-Quali tröstet über das verlorene Pokalfinale, das Max Kruse nach einer 2:0-Halbzeitführung der Bayern mit einem Hattrick trotz 15 kg Übergewicht und komplett nach langer Pokernacht übernächtigt quasi im Alleingang für Werder Bremen entscheidet, hinweg. In Mönchengladbach und Frankfurt freuen sich Fans und Verantwortliche mehr darüber, tabellarisch vor den Bayern eingelaufen zu sein als über die direkte Champions-League-Teilnahme. Beide Team-Manager sprechen sich ab und buchen für die Mannschafts-Abschlussfahrt eine Besichtigungstour in Uli Hoeneß' Wurstfabrik. Dort treffen sie auf die glücklichen Europa-League-Teilnehmer aus Leverkusen und Hoffenheim, die sich bereits am Wurstwasser bedienen, weil die Getränke ausgegangen sind.

Ach ja, in Berlin und Gelsenkirchen. Leipzig und Wolfsburg gilt (mal wieder): Außer Spesen nichts gewesen! Gedankenspiele in der nächsten Saison die Kader komplett hin und her zu transferieren, machen in Leipzig und Salzburg zwar die Runde, werden aber dadurch zunichte gemacht, dass der VfL Wolfsburg bereits Anfang Juni durchsickern lässt, für die Saison 2019/20 Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl verpflichtet zu haben, um an alte Erfolge anknüpfen zu können. Das möchten die Herthaner und die Schalker auch gern, können sich aber nicht mehr daran erinnern, wann jemals welche Erfolge erzielt wurden. Zumindest fährt die Hertha wieder nicht nach Berlin - zum Pokalfinale...

Zurück zum Januar...

So, wenn Sie das etwa alles nicht glauben - dann freuen wir uns in diesem Sinne alle darauf, dass ab nächsten Freitag in der Bundesliga wieder der Ball rollt.

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