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"Molly's Game"-Star Jessica Chastain: "Ich bin ohne Geld aufgewachsen"

07.03.2018 - Der Biopic-Thriller "Molly's Game: Alles auf eine Karte" handelt vom spektakulären Aufstieg und Fall der Underground-Poker-Queen Molly Bloom. Wir trafen ihre Darstellerin Jessica Chastain zum Gespräch über die Annährung an eine Glamour-Welt, die ihr von Haus aus fremd ist.

Frauen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen und unbeirrt ihren Weg gehen, scheinen ihr zu liegen. War Jessica Chastain in "Die Erfindung der Wahrheit" als skrupellose Lobbyistin Elizabeth Sloane zu sehen, verkörpert die zweifach Oscar-nominierte Kalifornierin jetzt in Aaron Sorkins Biopic-Thriller "Molly's Game: Alles auf eine Karte" (ab 8. März im Kino) die amerikanische Königin des Underground-Pokers Molly Bloom...

 

Darum geht's in "Molly's Game: Alles auf eine Karte"

Statt bei den olympischen Winterspielen 2002 landet Skilauf-Hoffnung Molly Bloom (Jessica Chastain) nach einem lebensbedrohlichen Trainingssturz in Los Angeles, wo sie als Assistentin des Immobilienvertreters Dean (Jeremy Strong) Pokerrunden organisiert. Da sie ein Gespür für das illegale Geschäft hat, macht sie sich mithilfe von Spieler X (Michael Cera) selbstständig und geht schließlich nach New York, wo sie in einem Penthouse exklusive Pokerspiele für Highroller anbietet. Über ihren Stammgast Doug (Chris O'Dowd) steigt die Russenmafia in ihr gut laufendes Geschäft ein, was das FBI auf den Plan ruft. Eine Haftstrafe droht Molly allerdings erst, als sie ein Buch über ihre Karriere veröffentlicht und Staranwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) zu ihrer letzten Hoffnung wird...

 

Jessica Chastain im Interview

GOLDENE KAMERA: Wie wichtig war es für Ihre Rollenvorbereitung, die echte Molly Bloom zu treffen?

JESSICA CHASTAIN: Es war mir sehr wichtig, die echte Molly kennen zu lernen, denn wenn man ihren Namen im Internet googelt, sieht man als erstes Bilder von ihr, die wie eine Episode der Kardashians und stereotypisch nach Los Angeles aussehen. Ich wollte mich mit ihr treffen, um die Frau hinter diesem Namen zu verstehen. Und die restliche Vorbereitungszeit habe ich im Sonnenstudio verbracht und mir unechte Wimpern, Fingernägeln und so weiter ankleben lassen. Diese Dinge gehören normalerweise nicht zu meinem täglichen Leben, aber ich wollte ihren Look nachempfinden. Und zu guter Letzt habe ich mit Menschen gesprochen, die sie kannten. Sie haben mich zu einem Pokerspiel in New York mitgenommen und alle waren dort: Mollys Ex-Freund und all die Pokerspieler von früher.

 

Waren auch berühmte Filmstars anwesend?

Vielleicht (lacht). Ich habe also mit allen gesprochen, die Molly kannten, und sie über ihre Erfahrungen mit ihr ausgefragt. Durch sie habe ich auch von Mollys damaligem Drogenkonsum erfahren, von dem nichts im ursprünglichen Drehbuch stand. Ich habe sofort Aaron Sorkin mit dieser Neuigkeit konfrontiert, der das Drehbuch sofort umgeschrieben hat!

 

Welche Meinung hatten Sie vor Ihrer Begegnung von Molly. Und was halten Sie jetzt von ihr?

Ich gebe es zu: Ich hatte Vorurteile. Ich erwartete eine schwierige Person, die immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen will. Aber stattdessen traf ich eine Frau an, die ruhig, verletzlich und fast schüchtern war. Und auch ihre Kleidung war eher zurückhaltend. Um ehrlich zu sein, habe ich mich ein bisschen geschämt, dass ich sie so verurteilte, ohne sie wirklich zu kennen. Denn genau das machen die Medien leider zu oft: mit dem Finger auf uns Frauen zu zeigen und uns zu diffamieren. Molly Bloom kleidete sich damals so, wie es von ihr in diesem Männer-Club erwartet wurde. Das bedeutet nicht, dass dies auch ihrer Persönlichkeit entspricht.

 

Mollys Welt war von Geld regiert. Wie wichtig ist Reichtum für Sie?

Ich bin ohne Geld aufgewachsen. Meine Mutter bekam mich mit 17 und war alleinerziehend. Es bricht mir das Herz, wenn sie diese Geschichte erzählt, aber sie hat Lebensmittel gestohlen, damit ich und meine beiden Geschwister etwas zu essen hatten. Aber die Tatsache, dass ich nie Geld oder Sicherheit hatte, hat mir sehr viel am Anfang meiner Karriere geholfen. Denn ich hatte kein Problem, bescheiden zu leben. Ich brauchte nicht viel, um glücklich zu sein. Und ich habe nie eine Rolle für Geld angenommen, denn arm zu sein war total normal für mich. Die Ironie ist natürlich, dass ich jetzt erfolgreich bin. Mit meiner ersten größeren Rolle in "Salomé" habe ich $10,000 verdient und mich wie eine Millionärin gefühlt (lacht).

 

Was haben Sie mit diesen $10,000 gemacht?

Ich lebte damals in Santa Monica, ich glaube die Adresse war 329 California Avenue. Es war eine Mietwohnung und die Miete betrug $700 pro Monat, die ich mir mit einem Zimmergenossen teilte. Als ich den $10,000 Scheck erhielt, rechnete ich sofort aus, wie lange ich jetzt ohne Sorgen in dieser Wohnung leben könnte (lacht).

Sind Sie eigentlich eine gute Pokerspielerin?

Überhaupt nicht! Mir ist grundsätzlich jedes Glücksspiel suspekt. Ich spekuliere nicht einmal an der Börse, obwohl mir viele sagen, dass das ein Fehler sei (lacht).

 

Interview: Anke Hofmann

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