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Chris Pratt: "Die Panik vor den Dinos war sehr real"

06.06.2018 - "Guardians of the Galaxy"-Star Chris Pratt muss in "Jurassic World 2" erneut die Saurier-Apokalpyse verhindern. Im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA erklärt er, warum das erfolgreiche Dino-Franchise nicht nur immer spektakulärer, sondern auch immer realistischer wird.

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		Der Schöne und das Biest: Chris Pratt mit Dino-Verstärkung bei der Europa-Premiere von "Jurassic World: Das gefallene Königreich" in London. © Stuart C. Wilson/Getty

    Der Schöne und das Biest: Chris Pratt mit Dino-Verstärkung bei der Europa-Premiere von "Jurassic World: Das gefallene Königreich" in London. © Stuart C. Wilson/Getty Images

Ab dem 6. Juni schlüpft "Guardians of the Galaxy"-Haudegen Chris Pratt in "Jurassic World: Das gefallene Königreich" ein zweites Mal in seine andere Paraderolle als Dino-Bändiger Owen Grady. Wie er den Dreh mit den animatronisch gesteuerten Ungetümen erlebt hat und warum der neu eingeführte Indoraptor das schlimmste "Jurassic"-Monster alle Zeiten ist, verrät uns der 38-Jährige im Interview...

 

Darum geht's in "Jurassic World: Das gefallene Königreich"

Dinosaurier-Experte Owen Grady (Chris Pratt) kehrt mit seiner Ex-Flamme Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) in den geschlossenen Themenpark voller geklonter Urzeittiere auf der Insel Isla Nublar zurück. Das Leben der Dinosaurier dort wird durch einen Vulkanausbruch bedroht, zudem sucht Owen nach der Velociraptor-Dame Blue, die er aufgezogen hat. Dabei kommen Owen und Claire einer Verschwörung auf die Spur, welche die natürliche Ordnung des Planeten für immer zerstören könnte. Kann Chaosforscher Ian Malcolm (Jeff Goldblum, aus "Jurassic Park"-Teil 1 und 2) helfen?

 

Chris Pratt im Interview

GOLDENE KAMERA: In "Jurassic World: Das gefallene Königreich" sind die Dinosaurier so spektakulär wie noch nie. Inwieweit beeinflussen mehr Animatronik oder mehr CGI Ihre Arbeit als Schauspieler?

CHRIS PRATT: Je mehr Animatronik, desto leichter ist meine Arbeit. Die CGI-Dinosaurier werden erst in Post-Produktion kreiert, ich bekomme sie also während der Dreharbeiten weder zu sehen, noch kann ich sie anfassen oder auf sie reagieren. Aber bei den animatronischen Dinos ist all das möglich. Ich kann sogar meinen Sohn zum Set bringen und ihm einen lebensgroßen T-Rex zeigen, der die Augen öffnen, die Krallen zeigen und die Zähne fletschen kann. Dann wird die Panik vor den Dinos automatisch sehr real. Am wichtigsten war die Animatronik allerdings für Blue, denn Blue ist fast wie ein Kind für meine Figur Owen. Und dann hilft es mir als Schauspieler, dass ich Blue anschauen und anfassen kann. Diese Szenen wären natürlich auch mit einer CGI-Figur statt Animatronik möglich, aber man kommt sich dann beim Spielen immer ein bisschen idiotisch vor und es macht auch weniger Spaß.

 

Wenn Sie gerade nicht als Star beschäftigt sind, spielen Sie Farmer. Wenn es möglich wäre, hätten Sie gerne ein Baby Blue?

(lacht) Irgendwie klingt das wie keine gute Idee. Diese Lektion hat uns schon "Jurassic Park" erteilt! Andererseits ist Baby Blue wirklich verdammt süß...

Mit so vielen animatronischen Puppen am Set arbeiten Sie nicht nur mit Regisseur J.A. Bayona zusammen, sondern auch sehr eng mit Creature & Special Make-Up Effects Creative Supervisor Neal Scanlan. Wer ist der größere Boss und kommandiert Sie am Set mehr herum?

(lacht) Keiner von beiden spielt den großen Boss, jedenfalls nicht mir gegenüber. Die Crew hat da vielleicht eine andere Meinung. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Harmonie unter diesen Puppenspielern herrscht. Acht, zehn, manchmal sogar zwölf Männer sitzen eingepfercht unter der Animatronik. Einer ist für eine Hand zuständig, ein anderer bewegt die Augen. Und all das ist so perfekt einstudiert, dass man wirklich das Gefühl hat, der Velociraptor ist lebendig!

 

Es gibt auch einen neuen Dinosaurier: einen Hybriden zwischen einem Indominus Rex und einem Velociraptor. Ist das der furchterregendste Dino, den es bisher im "Jurassic"-Franchise zu sehen gab?

Und ob!

Noch erschreckender als ein T-Rex???

Der Indoraptor ist sehr erschreckend. Nicht nur, weil er die Eigenschaften zweier Arten besitzt, sondern weil er von der Wissenschaft für einen bestimmten – und bösen – Zweck künstlich erzeugt wurde. Der Indoraptor folgt nicht nur seinem Instinkt und sucht sein nächstes Mittagessen, in seiner DNA steckt eine Absicht!

 

Interessieren Sie sich seit "Jurassic World" mehr für Paläontologie? Halten Sie sich über die neusten Erkenntnisse über Dinosaurier auf dem Laufenden?

Ich war schon immer von Dinosauriern fasziniert und bin sicherlich mehr informiert über die Dino-Wissenschaften als vorher. Dank "Jurassic World" habe ich sehr viel dazu gelernt. Ich weiß zum Beispiel jetzt, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei!

Und was ist die wissenschaftliche Antwort?

Das Ei! Denn Hühner stammen von eierlegenden Raptoren ab. Und eines Tages gab es eine genetische Mutation, dessen Resultat ein Schlüpfling war, der dem Huhn glich. Interessant, oder?

 

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit einem Dinosaurier?

Fossilien und Dinosaurier gehören zum Schulalltag. Das ist der Unterrichtsstoff, den jedes Kind interessant findet und der ihre Phantasie anregt. An diesem Schultag ist keiner gelangweilt (lacht). Und ich erinnere mich, wie ich mir zusammen mit meiner Schwester Geschichten mit Dinosauriern ausdachte. Wir waren sehr jung und damals waren unsere Vorbilder Filme mit Stop-Motion-Animationen, in denen Dinosaurier alles andere als echt aussahen. Aber dann holte die Technologie die Filmindustrie ein und erlaubte Steven Spielberg die Kreation von realen Sauriern, die wirklich wieder auf dieser Erde herumzulaufen scheinen.

 

So, was ist mit Owen los in "Das gefallene Königreich"?

Er lebt in Isolierung und hat mit seiner Dino-Vergangenheit abgeschlossen. Er findet sogar, dass die Dinosaurier wieder aussterben sollten, wenn der Vulkan ausbricht. Die einzigen zwei Kreaturen, für die er wieder zur Insel zurückkehrt, sind Claire (Bryce Dallas Howard) und Blue – um sie zu beschützen und zu retten.

Wie groß war der Druck, diesen Film größer und besser als "Jurassic World" zu machen?

Größer oder besser ist nicht wichtig. Was zählt ist, einen guten Film zu drehen. Die Handlung in den ersten drei "Jurassic"-Filmen und in "Jurassic World" ähnelten sich sehr: Es geht immer um Menschen, die auf einer Insel von Dinosauriern gejagt werden. Für den fünften Film ließen wir uns etwas Neues einfallen: Wie wär's, wenn wir die Insel in die Luft sprengen? (lacht) Mit "Das gefallene Königreich" schlagen wir eine ganz neue, spannende und unerwartete Richtung ein.

 

Interview: Anke Hofmann; Filminhalt: Dirk Oetjen