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Der absolute Wahnsinn: "Joker"

07.10.2019 - Als Superschurke "Joker" geht Joaquin Phoenix im Film von Todd Phillips ("Hangover") bis an seine Grenzen. Das Ergebnis ist irrsinnig gut!

Er ist der wohl bekannteste Bösewicht der Comicgeschichte, sechs Schauspieler haben ihn bisher im Film porträtiert. Drei davon – Jack Nicholson, Heath Ledger, Jared Leto – sind Oscarpreisträger. Warum nur wagten sich Regisseur Todd Phillips und sein Hauptdarsteller Joaquin Phoenix (selbst dreifach oscarnominiert) noch einmal an den legendären "Joker" (Kinostart: 10. Oktober)?

 

So entstand Todd Phillips' "Joker"

"Ich schlug dem Verleih Warner vor: 'Warum drehen wir nicht mal eine kleine Charakterstudie über eine Comicfigur?'", erklärt Phillips GOLDENE KAMERA. "Es sollte ein kleines Universum innerhalb der DC-Filme werden, mit kleinem Budget. Die Antwort war 'Nein'." Nach künstlerisch und kommerziell enttäuschenden Filmen wie "Batman v Superman" (2016) ließ sich Warner aber doch noch zu dem 55 Millionen Dollar teuren Projekt überreden.

 

"Der Joker begeistert die Zuschauer, weil sie vom Chaos fasziniert sind und weil er keine Regeln kennt", so Phillips. Genau das gilt auch für die neue Verfilmung. "Ich wollte mich für meine Vision nicht von den Comics oder den bisherigen Darstellern beeinflussen lassen", sagt Joaquin Phoenix. Zwar folgt der "Joker" einigen Vorbildern wie dem Comic "The Killing Joke" (1988) oder Filmen wie "Taxi Driver" (1976) und "King of Comedy" (1982) von Martin Scorsese, legt sich aber nicht auf eine bestimmte Vorgeschichte fest.

Darum geht's in "Joker"

Gotham City in den 80ern: Der psychisch kranke Arthur Fleck (mitreißend: Joaquin Phoenix) wohnt noch bei seiner Mutter (Frances Conroy), jobbt als Clown, hofft aber auf eine große Karriere als Comedian. Als er auf der Straße zusammengeschlagen wird und auch seine Medikamente nicht mehr gezahlt werden, wendet sich seine Mutter an den Industriellen Thomas Wayne (Brett Cullen).

 

Die Freiheit bei der Vorlagentreue machte die Arbeit nicht leichter. Phillips schrieb nachts weiter am Skript, die Schauspieler lernten die Texte dann morgens in der Maske. Joaquin Phoenix, der für die Rolle 24 Kilo abnahm, legte nach Drehschluss schnell wieder an Gewicht zu, das machte Nachdrehs unmöglich.

Auch seine Herangehensweise hatte etwas Extremes. "'The Rocky Horror Picture Show' ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich habe einiges von Frank-N-Furter in den Part eingebracht", so Phoenix. Zudem mischte der 44-Jährige diverse psychische Störungen in sein Spiel, um es Psychologen unmöglich zu machen, die Krankheit des Jokers zu identifizieren. Und er entwickelte die Figur erst im Laufe des Drehs, der natürlich nicht chronologisch ablief.

 

Sollte den Zuschauern dieser Arthaus-Ansatz gefallen, könnten Warner und DC Comics endlich ein Mittel gefunden haben, die letzten Kino-Enttäuschungen vergessen zu machen.

GOLDENE KAMERA Kino-Tipp, weil...

Ohne Hoffnung in die Katastrophe – eine finstere, tieftraurige und subversive Psychostudie. Die schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix ist zugleich mitleid- und furchterregend!

 

Interview: Anke Hofmann

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