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Diese Deutschen erobern Hollywood

20.05.2019 - In Amerikas Traumfabrik gilt "Made in Germany" wieder als Qualitätssiegel. Wir präsentieren 30 Filmschaffende aus deutschen Landen, die derzeit vor und hinter der Kamera für Hollywood-Magie sorgen.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass in Hollywood deutsche Exilanten wie Screwball-Comedy-Pionier Ernst Lubitsch ("Ninotschka") oder Leinwandgöttin Marlene Dietrich den Ton mit angegeben haben.

Nach Untergang des Hitler-Regimes lag die deutsche Filmindustrie am Boden und deutsche Schauspieler wie Udo Kier ("Andy Warhol's Dracula") waren in Hollywood die Ausnahme beziehungsweise auf Nazi-Rollen abonniert.

Deutsche in Hollywood: Die großen Namen

Diesen Trend stellte Kultregisseur Quentin Tarantino 2009 auf den Kopf, als er die Nazis in "Inglourious Basterds" zwar mit deutschen Schauspielern besetzte, sie aber ihre darstellerischen Qualitäten zelebrieren ließ, was sich nicht zuletzt im hochverdienten Oscar-Gewinn für Christoph Waltz ablesen lässt.

Spätestens seit seinem zweiten Academy Award für "Django Unchained" (2012) ist der gebürtige Wiener mit deutschem Pass bei fast jedem Hollywood-Blockbuster dabei (zuletzt "Alita: Battle Angel"). Auch sein niedersächsischer "Inglourious"-Co-Star Diane Kruger, die bereits in "Troja" (2004) ihr vielbeachtetes US-Debüt gab, ist aus Hollywood nicht mehr weg zu denken und war zuletzt in "Willkommen in Marwen" zu sehen.

 

Während auch Daniel Brühl (Interview) "Inglourious Basterds" als Sprungbrett für seine US-Karriere nutzen konnte ("Rush – Alles für den Sieg", das Netflix-Original "Die Einkreisung"), hat sich die Wahl-Kalifornierin Franka Potente (Interview), die ihren US-Einstand neben Johnny Depp in "Blow" (2001) gab, schon länger als deutsche Schauspielerin in Hollywood etabliert.

Deutsche in Hollywood: Die kommenden Stars

Dass für die deutsche Hollywood-Renaissance kein marktstrategisches Kalkül, sondern die Suche nach schauspielerischer Qualität ausschlaggebend ist, zeigt das Beispiel der Münchenerin Nadia Hilker, die "The Walking Dead"-Neuzugang Magna verkörpert.

"Wir haben nicht bewusst nach einer deutschen Schauspielerin gesucht", sagt Showrunnerin Angela Kang gegenüber GOLDENE KAMERA. "Aber Nadia hat uns beim Vorsprechen sofort umgehauen. Sie besitzt eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit."

 

Dass in Hollywood dann deutsches Arbeitsethos auf amerikanische Professionalität trifft, gibt die frisch gekürte "Tatort"-Kommissarin und "Black Panther"-Amazone Florence Kasumba (Interview) zu Protokoll:

 

"Wir haben viel mehr gearbeitet. Die Tage waren länger und manchmal gab es keinen freien Tag in der Woche. Trotzdem wurde nicht gejammert. In Amerika gehe ich immer vor meiner Abholung zum Training. Das ist irgendwann zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Für meine Kollegen und mich ist das normal, weil wir vor dem Dreh aufgewärmt sein müssen. Die meisten können sich das nicht vorstellen, wenn ich in Deutschland davon berichte. Am meisten ist mir aufgefallen, dass alle Filmschaffenden eine sehr positive Einstellung zur Arbeit hatten. Das finde ich immer wieder sehr inspirierend."

Diese inspirierende Stimmung scheint auch Zazie Beetz (Interview) zu beflügeln. Die gebürtige Berlinerin gilt nämlich seit ihrer denkwürdigen Darstellung der coolen Super-Mutantin Domino in "Deadpool 2" (2018) als größte deutsche Schauspielhoffnung in Hollywood, was sie mit der weiblichen Hauptrolle im heißersehnten "Joker"-Solofilm (Kinostart: 17. Oktober 2019) untermauern wird.

Und bei den Männern? Da meldete sich der Niederbayer Florian Munteanu (Interview) eindrucksvoll mit einem Pauken-Boxerschlag im "Rocky"-Ableger "Creed II" zu Wort...

 

Und nach Sibel Kekilli und Tom Wlaschiha bot das "Game of Thrones"-Finale jetzt auch dem aus Berlin stammenden Anführer der Goldenen Kompanie Marc Rissmann die perfekte Bühne, sich einem Millionenpublikum zu präsentieren...

 

Deutsche in Hollywood: Die Stars hinter der Kamera

Doch nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera ist in Hollywood deutsches Know-How gefragt.

Während Regisseur und Blockbuster-Garant Roland Emmerich (Interview) seit "Universal Soldier" (1992) die schwarz-rot-goldene Fahne hochhält, sorgt Hans Zimmer spätestens seit seinem "Rain Man"-Score (1988) für die passende Begleitmusik. Mit 10 Oscar-Nominierungen und einem Oscar-Gewinn für "Der König der Löwen" (1994) ist der gebürtige Frankfurter ein heißer Anwärter auf den Filmmusik-Thron Hollywoods und seit einigen Jahren regelmäßig auf Konzerttour...

 

Da verwundert es auch nicht, dass die ikonische Titelmusik von "Game of Thrones" auf das Konto eines ehemaligen Hans-Zimmer-Schützlings geht: Ohne den Duisburger Ramin Djawadi ("Zwischen zwei Leben") würde die Reise nach Westeros anders klingen...

 

Dabei ist die Duisburger "Game of Thrones"-Melodie nur die Spitze des deutschen Eisbergs im riesigen Talent Pool von Hollywood.

So stammen die Bilder in "Justice League" und im Serien-Event "Genius: Picasso" von den Münchener Kameramännern Fabian Wagner und Mathias Herndl. Die Konzeptentwürfe für "Ready Player One" gehen auf das Konto des Kölners Ulrich Zeidler. Die Oscar-prämierten Schnee-Effekte in "Blade Runner 2049" hat die westfälische Firma "Snow Business" von Lucien Stephenson getrickst. Und für die künstlerische Leitung beim Disney-Animationsspaß "Chaos im Netz" (ab 6. Juni auf DVD erhältlich) zeichnete der Mannheimer Matthias Lechner verantwortlich...

Kino-Magie "Made in Hollywood" ist augenscheinlich viel öfter "Made in Germany" als man denkt.

Video-Interviews: Melanie Kroiss, Anke Hofmann

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