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Kino-Event der Woche: "Hereditary – Das Vermächtnis"

13.06.2018 - Das Grauen hat einen neuen Namen: Zum Kinostart von "Hereditary – Das Vermächtnis" trafen wir Hauptdarstellerin Toni Collette zum Gespräch über den neuen Horror-Hit aus den USA.

Auf dem Sundance Festival sorgte das Spielfilmdebüt von Regisseur Ari Aster für Furore. Ab dem 14. Juni ist der als "'Der Exorzist" dieser Generation" gefeierte Horror-Hit nun endlich auch bei uns im Kino zu bewundern. Nur Hauptdarstellerin Toni Collette wird man dort nicht antreffen, denn wie uns die 45-jährige Australierin im Interview verrät, macht sie privat um Gruselfilme einen großen Bogen...

 

Darum geht's in "Hereditary – Das Vermächtnis"

Familie Graham führt ein ruhiges Leben abgelegen am Waldrand. Als die Mutter von Annie (Toni Collette) stirbt, werden sie und Ehemann Steve (Gabriel Byrne) sowie die zwei Kinder Peter (Alex Wollf) und Charlie (Milly Shapiro) nach und nach mit der Vergangenheit der Toten konfrontiert – und die ist für alle lebensbedrohlich.

 

GOKA-Wertung

Der Mix aus Horrorfilm und Verlustdrama ist der interessanteste Film des Genres seit Jahren und baut mit langen Einstellungen ganz langsam eine Grundspannung auf, der sich der Zuschauer nicht entziehen kann – da kriegen auch die hart gesottensten Typen plötzlich Schiss! Ein starkes Debüt und Muss für Horrorfans.

"Hereditary"-Star Toni Collette im Interview

 

GOLDENE KAMERA: Sind Sie ein Horrorfan?

TONI COLLETTE: Überhaupt nicht. Ich mag keine Gruselfilme (lacht). Als Kind haben mich selbst die düsteren Szenen in Disneys "Fantasia" traumatisiert. Und als Teenager musste ich auf Pyjamapartys "Nightmare – Möderische Träume" sehen, was mir schlaflose Nächte beschert hat. Selbst jetzt als Erwachsene vermeide ich Horrorfilme. Vor allem abends vor dem Einschlafen, denn sonst kriege ich kein Auge mehr zu! (lacht)

"Hereditary – Das Vermächtnis" ist auch deswegen so gruselig, weil Sie den Horror so realistisch spielen. Was macht Ihnen im wahren Leben Angst?

Der Tod. Weil ich so sehr am Leben hänge. Und weil niemand wirklich weiß, warum wir überhaupt existieren und was nach dem Tod kommt. Man kann an ein Jenseits glauben, aber wirklich wissen tun wir es nicht. Aber ich bemühe mich, mich mit diesem geheimnisvollen Rätsel des Lebens mehr anzufreunden und meine Wut über den Tod zu bändigen, auch wenn es mir schwer fällt (lacht). Verlust zu erfahren gehört leider zum Menschsein dazu.

 

Ihre Figur tritt über eine Séance mit dem Jenseits in Kontakt. Haben Sie das auch mal versucht?

Nie im Leben! Ich habe Hellseher besucht und Menschen mit gewissen intuitiven Fähigkeiten, aber von Geistern lasse ich lieber die Finger, denn man weiß nie, wen man ins Hier und Jetzt einlädt. Aber meine Figur Annie ist so verloren in ihrer Trauer und verzweifelt, dass ihr jede Methode recht ist. Und es ist sehr normal, dass man wissen möchte, wo der geliebte Mensch, den man verloren hat, jetzt ist und dass man noch einmal Kontakt mit ihm aufnehmen möchte.

Mit wem würden Sie gerne noch einmal Kontakt aufnehmen?

Mit meiner Großmutter. Sie starb, als ich 13 oder 14 war, aber ich habe sie unendlich geliebt! Sie war meine beste Freundin und hat mich so akzeptiert, wie ich war. Ich vermisse sie heute noch.

 

Ein sehr beeindruckendes Element in diesem Film sind die fantastischen Miniatur-Puppenhäuser, die Annies Welt der Vergangenheit und der Gegenwart wiederspiegeln. Haben Sie eins nach dem Dreh mit nach Hause genommen?

Leider nur das Miniatur-Bowlingset mit zehn kleinen Kegeln und einem klitzekleinen Ball. Ich hätte so gerne noch mehr mit nach Hause genommen, aber leider musste ich alles für eine Szene zerstören, was mir unendlich leid getan hat. Vor allem für die Filmausstatter, die so lange an diesen Miniaturen gearbeitet haben.

 

Interview: Anke Hofmann; Rezension: Oliver Noelle

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