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Melissa McCarthy: "Ich sehe keinen Unterschied zwischen Komödie und Drama"

18.02.2019 - In der Biopic-Tragikomödie "Can You Ever Forgive Me?" spielt Melissa McCarthy die erfolglose Schrifstellerin Lee Israel, die mit gefälschten Briefen toter Promis Geld macht. Wir sprachen mit der Comedy-Queen über ihre bislang ernsthafteste Rolle.

Eigentlich ist Melissa McCarthy berühmt-berüchtigt für Krawall-Komödien wie "Taffe Mädels oder "How to Party with Mom". Dass Hollywoods Comedy-Schwergewicht auch diffizilere Humortöne anschlagen kann, beweist die 48-Jährige jetzt in Marielle Hellers Biopic-Tragikomödie "Can You Ever Forgive Me?" (Kinostart: 21. Februar), mit der sich McCarthy ihre erste Oscar-Nominierung als "Beste Hauptdarstellerin" erspielte.

 

Darum geht's in "Can You Ever Forgive Me?"

Melissa McCarthy spielt die erfolglose Schriftstellerin Lee Israel, die bei ihren Recherchen für ein neues Buch auf einen Brief der Broadway-Legende Fanny Brice stößt und an ihre Buchhändlerin Anna (Dolly Wells) verkauft. Da sie für einen aufregenderen Inhalt sehr viel mehr Geld bekommen hätte, fängt Lee an, skandalöse Briefe verstorbener Showbiz-Promis zu fälschen und holt für den Verkauf ihren mit Drogen dealenden Saufkumpan Jack Hock (ebenfalls Oscar-nominiert: Richard E. Grant) ins Boot – mit desaströsen Folgen...

Melissa McCarthy im Interview

 

GOLDENE KAMERA: Wie viel wussten Sie über die 2014 verstorbene Schriftstellerin Lee Israel und ihre kriminelle Vergangenheit?

MELISSA MCCARTHY: Ich wusste nichts darüber und war deswegen von mir selbst enttäuscht. Ich habe nämlich während dieser Zeit in den 1990er Jahren in New York gelebt und mich jetzt gefragt, ob ich ihr je begegnet bin. Ich war echt neidisch, als mir meine Schauspielkollegin Jane Curtin am Set erzählte, dass sie vor 25 Jahren bei einer Buch-Präsentation in New York einer irritierenden Person begegnet ist, die einfach durch die Party taperte, die Gespräche von Gästen unterbrach, sich am Buffet bediente und diverse Drinks herunterkippte. Und als sie "Wer zur Hölle war das?" fragte, lautete die Antwort: "Lee Israel!" (lacht)

 

Wenn man eine so mürrische Figur wie Lee Israel spielt – kann man sie trotzdem ins Herz schließen?

Oh ja! Ich liebe diese Rolle. Ich finde es toll, wie sehr Lee sie selbst war, ohne sich dafür zu entschuldigen. Wenn sie sauer oder wütend auf etwas war oder sich angegriffen fühlte, haben weder gesellschaftliche Norm noch höfliches Benehmen sie davon abhalten können, ihren Gefühlen Luft zu machen. Ihr Leben wäre sicherlich einfacher gewesen, wenn sie mit dem Strom geschwommen wäre, anstatt überall anzuecken, aber genau dafür liebe ich sie.

Und ich liebe die Beziehung zwischen Lee und Jack. So toll New York City sein mag – es ist auch eine Stadt, in der man sich sehr einsam fühlen kann. Und mich hat die Geschichte sehr bewegt, wie zwei einsame Menschen zusammen treffen und eine Freundschaft bilden können, auch wenn die eine Person mürrisch und die andere nicht vertrauenswürdig ist.

 

Wir kennen Sie vorwiegend als Komödiantin und ich bin immer wieder beeindruckt, wie weit Sie in den Slapstick-Situation bereit sind zu gehen. In "Can You Ever Forgive Me?" zeigen Sie sich von Ihrer dramatischen Seite. Wie willkommen war diese Abwechslung?

Ich sehe keinen Unterschied zwischen Komödie und Drama. Für mich gibt es nur Geschichten, die ich gerne erzählen möchte. Und je mehr Macken meine Figur hat, desto interessanter ist sie für mich.

 

Wann haben Sie sich zum letzten Mal entschuldigt?

Ich entschuldige mich täglich! (lacht) Ich liebe den Titel dieses Films, denn in "Können Sie mir jemals verzeihen?" steckt sowohl Demut als auch Stärke. Wir alle bauen doch ständig Mist. Aber wenn sich jemand bei einem anderen entschuldigt und es auch wirklich ernst meint, kann eine engere Verbindung entstehen als zuvor. Leider ist es heutzutage zur Sucht geworden, immer Recht zu haben und immer gewinnen zu wollen, anstatt sich darauf zu konzentrieren, ein guter Mensch zu sein.

 

Interview: Anke Hofmann

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