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Tukur vs. Gedeck: "Und wer nimmt den Hund?"

06.08.2019 - In der Trennungskomödie "Und wer nimmt den Hund?" brennen die GOLDENE KAMERA-Preisträger Ulrich Tukur und Martina Gedeck als implodierendes Ehepaar ein tragikomisches Rosenkrieg-Feuerwerk ab.

Gerade einmal drei Jahre ist es her, dass die beide zweifachen GOLDENE KAMERA-Preisträger Ulrich Tukur (1996 + 2011) und Martina Gedeck (2003 + 2015) ein Filmpaar vor Hamburger Kulisse verkörpert haben. In Sven Taddickens Beziehungsdrama "Gleißendes Glück" stürzten sich die beiden Ausnahmeschauspieler in die Amour fou zweier einsamer Herzen und machten schauspielerisch bei der Darstellung ihrer Seelenpein keine Gefangenen.

Unter der Regie von Rainer Kaufmann ("Schwartz & Schwartz") präsentieren Tukur und Gedeck jetzt mit "Und wer nimmt den Hund?" (Kinostart: 8. August) quasi das humoristisch seichte Gegenstück - und verstehen es trotzdem wieder, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Darum geht's in "Und wer nimmt den Hund?"

Als Georg (Ulrich Tukur) seiner Ehefrau eröffnet, dass er sich in seine Doktorandin Laura (Lucie Heinze) verliebt hat, bricht für Doris (Martina Gedeck) eine Welt zusammen. Während der Leiter des städtischen Aquariums glaubt, in einen Jungbrunnen gefallen zu sein, blickt Doris desillusioniert auf 26 Jahre Hausfrauendasein und Kindererziehung zurück.

Erst als Georg einer Trennungstherapie zustimmt und sich in den Gesprächen unausgesprochene Ängste und Frustrationen ihr Ventil suchen, wendet sich das Blatt. Denn während Georg feststellen muss, dass bei einer Beziehung mit einer 30 Jahre jüngeren Freundin Wunschvorstellung und Realität auseinanderklaffen, beginnt Doris, die Trennung als Chance für einen Neuanfang in Sachen Selbstverwirklichung zu begreifen...

 

Filmkritik zu "Und wer nimmt den Hund?"

Wie in der Rosenkrieg-Miniserie "Merz gegen Merz" stehen auch in "Und wer nimmt den Hund?" die Therapiesitzungen im Zentrum der dramaturgischen Handlung und erzeugen eine selbstironisch-smarte Meta-Ebene, wenn Georg und Doris ihre Situation (wie in den Kinostart-begleitenden YouTube-Clips) direkt in die Kamera kommentieren.

 

Doch auch dieser nur anfänglich genutzte Regieeinfall kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Drehbuch von Martin Rauhaus ("Allmen und das Geheimnis der Dahlien") im Kern nur altbekannte Midlife-Crisis-Weisheiten über die emotionale Gegensätzlichkeit von Männern und Frauen durch den Kakao zieht.

Auch inszenatorisch kommt die von der ARD-Tochter Degeto Film koproduzierte Trennungskomödie, die ihre Premiere beim Filmfest München in der Rubrik "Neues deutsches Fernsehen" feierte, trotz so manchem schön eingefangenen Hamburg-Lokalkolorit nicht über Fernsehfilm-Niveau hinaus.

 

Dass sich "Und wer nimmt den Hund?" trotz dieser qualitativen Limitierungen als sehenswertes Kinovergnügen erweist, ist den lustvoll aufspielenden Hauptdarstellern zu verdanken, die in einem Interview mit der ZEIT andeuteten, dass sie den Film gar nicht primär fürs Publikum, sondern für sich selber gedreht haben. Während Tukur auf seine "eigenen Erfahrungen als Familienvater und gescheiterter Ehemann zurückgreifen" konnte, machte sich Gedeck einen ebenso kathartischen Spaß daraus, Emotionen auszuleben, die sie "im echten Leben eher versuchen (würde) zu vermeiden."

Der Konflikt ihrer Filmfiguren mag dabei nicht sonderlich originell oder tiefgründig sein. Dank der ansteckenden Spielfreude der einstigen Theaterkollegen am Hamburger Schauspielhaus sitzt das Herz dieser 08/15-Komödie aber am rechten Fleck.

 

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