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Ziemlich bestes Remake: "Mein Bester & ich" mit Bryan Cranston und Kevin Hart

20.02.2019 - Im US-Remake des französischen Blockbusters "Ziemlich beste Freunde" spielt Bryan Cranston den querschnittsgelähmten Millionär und Kevin Hart seinen kleinkriminellen Pfleger. Warum Cranston beim Rollenangebot zunächst gezögert hat, verrät uns der Breaking Bad"-Star im Interview.

2012 lockte die französische Komödie "Ziemlich beste Freunde" über 9 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos. Zumindest in den USA knüpfte Neil Burgers Remake "Mein Bester & ich" (Kinostart: 21. Februar) an diesen Erfolg an, als die im Original "The Upside" betitelte Biopic-Komödie sogar "Aquaman" vom Boxoffice-Thron stoßen konnte. Ein Verdienst, der sicherlich auch dem glänzend harmonierenden Hauptdarsteller-Duo Bryan Cranston ("Breaking Bad") und Kevin Hart ("Jumanji") zu verdanken ist...

 

Darum geht's in "Mein Bester & ich"

Der nach einem Sportunfall querschnittsgelähmte Millionär Phillip Lacasse (Bryan Cranston) hat seinen Lebensmut verloren. Das ändert sich erst, als er zum Schrecken seiner Assistentin Yvonne Pendleton (Nicole Kidman) den ehemaligen Kleinkriminellen Dell (Kevin Hart) trotz fehlender Vorkenntnisse als Pfleger engagiert und sich von seinem neuen Ghetto-Kumpel langsam aus der Lethargie reißen lässt...

Bryan Cranston im Interview

 

GOLDENE KAMERA: "Mein Bester & Ich" ist das US-Remake des französischen Films "Ziemlich beste Freunde", der seinerseits auf der wahren Freundschaft zwischen dem querschnittsgelähmten Millionär Philippe Pozzo di Borgo und seinem unkonventionellen Pfleger Abdel Sellou basiert. Waren Sie nervös, der Welt eine neue Version zu schenken?

BRYAN CRANSTON: Ich habe zuerst gezögert, diese Rolle anzunehmen, weil mich der Originalfilm unheimlich berührt hatte. Aber dann ist mir bewusst geworden, dass sie das Remake mit mir oder ohne mich machen würden – und dann bevorzuge ich doch lieber "mit mir". (lacht) Außerdem machte mich die Aussicht darauf, dass Kevin Hart an meiner Seite sein würde, zuversichtlich. Denn ich sitze während des ganzen Films bewegungslos im Rollstuhl, während Kevin derjenige ist, der den Ton und Rhythmus der Handlung bestimmt.

 

Wie haben Sie sich auf einen Dreh im Rollstuhl vorbereitet?

Meine Figur kann mit seinem Kinn den Rollstuhl steuern, also habe ich mir einen motorisierten Rollstuhl nach Hause bestellt und dort erst einmal geübt. Natürlich bin ich zum Verdruss meiner Frau überall gegengefahren. (lacht) Aber schon nach zehn Minuten überkamen mich Gefühle der Frustration und Depression, und ich musste mich unter Tränen zwingen, bewegungslos sitzen zu bleiben, bis ich es irgendwann nicht mehr aushalten konnte und aus dem Rollstuhl aufgesprungen bin.

 

In diesem Moment wurde mir klar, dass ich mich nicht körperlich, sondern emotional auf diese Rolle vorbereiten muss. Ich habe mich auch mit drei Quadriplegikern unterhalten. Männer identifizieren sich besonders über ihre körperlichen Fähigkeiten. Der Gedanke, gefüttert oder gewaschen werden zu müssen und nicht mehr fühlen, anfassen oder umarmen zu können, ist fast untragbar. Mein Mitgefühl und Respekt für Menschen, die an den Rollstuhl gefesselt sind, ist enorm gestiegen. Und ich bin seit dem Dreh extrem dankbar dafür, dass ich gehfähig bin.

Haben Sie zur Vorbereitung auch mit Philippe Pozzo di Borgo gesprochen?

Ja, mehrere Male sogar. Er lebt in Marokko und ist zu seiner eigenen Überraschung noch am Leben. Er hätte nie gedacht, dass er je dieses Alter erreichen würde. Er ist jetzt Mitte 60 und es geht ihm sogar ziemlich gut. Philip und Abdell sind heute noch gute Freunde und sehen sich oft.

 

Standen Sie unter dem Druck, das Original zu übertreffen?

Nein, diese Arroganz besitze ich zum Glück nicht. Wir hatten nie die Absicht, besser als das Original zu sein. Unser Film weicht von der Vorlage ab und das einzige, was zählt, ist die Frage, wie wichtig diese Geschichte für unsere heutige Zeit ist.

Wenn sich in unserem Film Phillip und Dell zuerst begegnen, haben beide keine Vision für ihre jeweilige Zukunft. Phillip lebt in der Vergangenheit, als er noch ein ganzer Mann war, der rennen und seine Frau lieben konnte. Und Dell lebt in der Gegenwart als vorbestrafter Afroamerikaner, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde. Ohne es zu wissen, sind sie der Schlüssel für das Schloss des anderen und geben sich gegenseitig Hoffnung und Perspektive.

Interview: Anke Hofmann

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