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Weniger Country war nie bei Lambchop

25.03.2019 - Country und Soul für Indierock-Fans - damit starteten Lambchop in den 90er Jahren. Seither hat die Südstaaten-Band ihren Sound mehrfach deutlich verändert, zuletzt Richtung Elektropop. Kurt Wagners verfremdete Baritonstimme dominiert auch das neue Album.

  • Kurt Wagner ist Kopf der US-Band Lambchop. Foto: Steve Gullick/City Slang © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Kurt Wagner ist Kopf der US-Band Lambchop. Foto: Steve Gullick/City Slang © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es war ein langer, kurviger Weg für Lambchop, die zeitweise mächtig ausufernde Band aus Nashville/Tennessee um den früheren Parkettverleger Kurt Wagner.

Vom «Alternative-Country», der Mitte der 90er Jahre mit dem konservativen «Yeehaw»-Sound nicht viel am Cowboyhut hatte (zumal Wagner Basecaps trug), ging es weiter über Soul und Funk zu Mitternachtsballaden und Folkrock. Zuletzt war ein elektronisch aufgeladener Avantgarde-Pop angesagt.

Doch egal wie sehr sich der Stil veränderte - stets war diese hochsympathische US-Gruppe ein Garant für seriöses, oft berührendes Songwriting. Auch das neue Studioalbum «This (Is What I Wanted To Tell You)» (City Slang) erfüllt den hohen Lambchop-Standard. Die acht Lieder sind diesmal besonders ruhig geraten, mit Tony Crows sanft tröpfelndem Piano, einem warmen Bass, etwas verwehter Jazz-Trompete, Harmonica und Pedal-Steel-Gitarre. Der einst ausgeprägte Gitarren-Groove ist eher selten oder nur unterschwellig zu spüren.

Zum zweiten Mal seit dem mutigen Vorgängeralbum «FLOTUS» (2016) versucht man sich an Laptop- und Autotune-Experimenten - was Lambchop-Fans der ersten Stunde oder des Klassikers «Nixon» (2000) wieder Toleranz abverlangen dürfte. Der tiefe Bariton des gerade 60 Jahre alt gewordenen Frontmannes wird häufig elektronisch verfremdet, dahinter knistert und wabert es eigentlich ständig.

Weniger Country als diesmal war also nie in rund 25 Lambchop-Jahren - Wagner, Crow & Co. können sich auch weiterhin der Bereitschaft zur Weiterentwicklung rühmen. Ob melancholische Elektropop-Balladen wie «The Lasting Last Of You» oder «The «December-ish You» die Fangemeinde indes dauerhaft vergrößern werden, muss sich erst noch erweisen. Doch vielleicht markiert das nächste Album dieser tollen Band ja schon einen neuen Kurswechsel.

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