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LG Velvet im Test: Oberklassen-Smartphone zum Mittelklasse-Preis

16.03.2021 - Klar sieht das LG Wing mit seinem drehbaren Haupt-Display und zweiten Screen futuristisch aus, doch wer es klassisch mag, wird ebenfalls beim koreanischen Hersteller LG Electronics fündig. Das LG Velvet kann vieles, was das LG Wing auch kann, kostet aber nur 599 statt 1.099 Euro (UVP). Wir haben das Oberklassen-Smartphone, dessen Name so viel wie „Samt“ bedeutet, für Sie getestet.

  • Wenn man das LG Velvet mit dem Dual Screen verbindet, kann man z.B. parallel einen Film schauen und ein Bild zeichnen ©

    Wenn man das LG Velvet mit dem Dual Screen verbindet, kann man z.B. parallel einen Film schauen und ein Bild zeichnen © LG

  • Der Bildschirm des LG Velvet misst 6,8 Zoll, hat aber nur eine Pixeldichte von 395 ppi ©

    Der Bildschirm des LG Velvet misst 6,8 Zoll, hat aber nur eine Pixeldichte von 395 ppi © LG

  • Auf der Rückseite des LG Velvet liegen drei Kameras und die Frontkamera steckt in einer klassischen Notch ©

    Auf der Rückseite des LG Velvet liegen drei Kameras und die Frontkamera steckt in einer klassischen Notch © LG

  • Aufgrund seiner großen Abmessungen kann das LG Velvet zwar nicht mit einer Hand bedient werden, doch dafür passt ein 4.300-mAh-Akku unter die Haube ©

    Aufgrund seiner großen Abmessungen kann das LG Velvet zwar nicht mit einer Hand bedient werden, doch dafür passt ein 4.300-mAh-Akku unter die Haube © LG

Ein Vodafone-Tarif, der sehr gut zum LG Velvet passt, ist CallYa Digital. Für 20 Euro für vier Wochen bekommt man hier satte zehn Gigabyte (GB) Highspeed-Datenvolumen im 4G-Netz von Vodafone sowie eine Telefon- und SMS-Flat in alle deutschen Netze. Zudem kann man für 2,99 Euro eine 5G-Option hinzubuchen.

Gehäuse

Trug der Vorgänger noch den sperrigen Namen LG G8 ThinQ, setzt der koreanische Hersteller nun auf die einprägsamere Bezeichnung LG Velvet. Das könnte auch den Handschmeichler-Tugenden des LG Velvet liegen. Dank abgerundeter Kanten liegt das gut verarbeitete Glasgehäuse nämlich äußerst angenehm in der Hand. Blöd nur, dass An/Aus-Knopf und Lautstärketasten auf verschiedenen Gehäuseseiten platziert sind. Das ist ergonomisch leider nicht von Vorteil, wenn man das LG Velvet als Navi im Auto nutzt.

Trotz des edlen Designs ist das LG Velvet kein Weichei. Beim Wasser- und Staubschutz erfüllt es die strenge IP68-Norm und sogar den US-Militärstandard MIL-STD 810G, was viele Konkurrenten nicht tun. Allerdings ist es mit Maßen von 167,2 x 74,1 x 7,9 Millimetern und einem Gewicht von 180 Gramm recht groß und schwer geraten.

Display

Das POLED-Display ist zu den Seiten hin abgerundet und nimmt so fast die komplette Vorderseite des LG Velvet ein. Der Bildschirm selbst misst in der Diagonalen 6,8 Zoll, so dass die Bedienung mit einer Hand nicht möglich ist. Leider löst die Anzeige im länglichen 20,5:9-Format nur mit 2.460 x 1.080 Pixeln auf, was einer Pixeldichte von 395 ppi entspricht – da bieten andere Oberklassen-Smartphones mehr.

Andererseits kann man das LG Velvet mit dem sogenannten Dual Screen verbinden. Darunter versteht man bei LG einen zweiten Bildschirm, die wie eine Hartplastikhülle an das Smartphone angedockt wird. So kann man z.B. parallel einen Film schauen und ein Bild zeichnen, denn über einen Pen kann man das LG Velvet auch bedienen.

Der Fingerabdruck-Scanner liegt zentral unterhalb des Displays. Die Registrierung des Fingerabdrucks dauert etwas länger als bei konventionellen Scannern, aber dann entriegelt sich das LG Velvet ohne Probleme.

Speicher

Das LG Velvet bietet sechs GB Arbeitsspeicher – das ist völlig ausreichend. Der 128 GB große interne Speicher kann mit Hilfe einer microSD-Speicherkarte erweitert werden. Hier gibt LG die maximale Kapazität sogar mit zwei Terrabyte an.

Prozessor

Der Qualcomm Snapdragon 765 5G ist mit einer Taktung von bis zu 2,3 Gigahertz (GHz) alles andere als langsam und unterstützt den schnellen 5G-Mobilfunkstandard. Im Benchmark-Test Browsermark 3.0 schneidet das LG Velvet in der uns vorliegenden 5G-Version mit 318,2 Punkten gut, aber auch nicht sensationell ab.

Das LG Velvet gibt es darüber hinaus in einer 4G-Version. Diese wird nicht von einem Qualcomm Snapdragon 765 5G, sondern von einem Qualcomm Snapdragon 845 angetrieben, der den Qualcomm Snapdragon 765 5G mit seiner Taktung von bis zu 2,8 GHz sogar noch übertrifft.

Software

Zum Zeitpunkt des Tests lief das LG Velvet auf Android 10, doch im Frühjahr 2021 soll ein Update auf Android 11 erfolgen. Auf Android hat LG seine eigene Benutzeroberfläche gelegt, was sich unter anderem darin äußert, dass alle Apps auf den Homescreens unterzubringen sind. Das ist nicht sonderlich praktisch. Um sich mehr Übersicht zu verschaffen, kann man aber Ordner anlegen.

Akku

Der Energiespeicher des LG Velvet weist eine Kapazität von 4.300 Milli-Ampèrestunden (mAh) auf und erreicht so im Praxistest eine Laufzeit von ungefähr 30 Stunden. Mit dem mitgelieferten 16-Watt-Netzteil lädt man das Smartphone via USB Typ C in circa 110 Minuten auf. Wer möchte, kann das LG Velvet kabellos laden.

Kameras

Auf der Rückseite des LG Velvet liegen drei Kameras, darunter auch ein Objektiv mit Tiefensensor, das mit fünf Megapixeln (MP) auflöst. Damit schießt das koreanische Smartphone recht natürlich wirkende Bokeh-Bilder:

BOKEH

Der Bokeh-Effekt wirkt beim LG Velvet nicht zu künstlich © Tom MeyerDer Bokeh-Effekt wirkt beim LG Velvet nicht zu künstlich © Tom Meyer

Das Acht-MP-Weitwinkelobjektiv hinterlässt bei uns ebenfalls einen sehr guten Eindruck, denn seine Fotos weisen am Bildrand fast gar keine Verzerrungen aus:

WEITWINKEL

Weitwinkelaufnahmen des LG Velvet haben an den Rändern nur minimale Verzerrungen © Tom MeyerWeitwinkelaufnahmen des LG Velvet haben an den Rändern nur minimale Verzerrungen © Tom Meyer

Noch besser schneidet die Hauptkamera des LG Velvet ab, die mit 48 MP auflöst. Neben der hohen Auflösung fällt die gute Restlichtverwertung der Hauptkamera auf:

TAGAUFNAHME EINFACHER ZOOM

Die 48-MP-Hauptkamera des LG Velvet schießt bei Tage sehr schöne Fotos © Tom MeyerDie 48-MP-Hauptkamera des LG Velvet schießt bei Tage sehr schöne Fotos © Tom Meyer

Aus der Kamera-App des LG Velvet heraus kann man direkt zum zweifachen Zoom wechseln. Das ist natürlich praktisch, wenn man merkt, dass der einfache Zoom nicht ausreicht, um das Motiv einzufangen:

TAGAUFNAHME EINFACHER ZOOM

Aufnahmen mit zweifachem Zoom sind zwar etwas unschärfer, aber trotzdem ist diese Option praktisch © Tom MeyerAufnahmen mit zweifachem Zoom sind zwar etwas unschärfer, aber trotzdem ist diese Option praktisch © Tom Meyer

Wenn es dunkel wird, kombiniert das LG Velvet vier Pixel zu einem, um die Lichtausbeute zu verbessern. Das LED-Blitzlicht ist wunderbar hell und leuchtet Nachtaufnahmen gut aus:

NACHTAUFNAHME

Das LED-Blitzlicht der Hauptkamera des LG Velvet ist schön kräftig © Tom MeyerDas LED-Blitzlicht der Hauptkamera des LG Velvet ist schön kräftig © Tom Meyer

Die Frontkamera, die in einer tropfenförmigen Notch untergebracht ist, knipst Selfies mit einer Auflösung von 16 MP. Das funktioniert bei Tage problemlos:

SELFIE TAG

Die Frontkamera des LG Velvet bietet wie die Hauptkamera eine gute Restlichtverwertung bei Tage © Tom MeyerDie Frontkamera des LG Velvet bietet wie die Hauptkamera eine gute Restlichtverwertung bei Tage © Tom Meyer

Anders sieht es bei Aufnahmen im Dunklen aus. Das Display-Fotolicht des LG Velvet ist leider etwas zu schwach ausgefallen:

SELFIE NACHT

Selfies im Dunklen werden vom LG Velvet gut ausgeleuchtet, doch bei genauerem Hinsehen werden leichte Unschärfen sichtbar © Tom MeyerSelfies im Dunklen werden vom LG Velvet gut ausgeleuchtet, doch bei genauerem Hinsehen werden leichte Unschärfen sichtbar © Tom Meyer

Sound

Die Stereo-Lautsprecher des LG Velvet zeichnen sich durch einen ebenso satten wie klaren Klang aus. Schön ist auch, dass das Smartphone der Oberklasse – anders als viele Konkurrenten – über eine Audio-Buchse verfügt. Somit kann man entweder die gut klingenden mitgelieferten Kopfhörer oder andere konventionelle Headsets direkt an das LG Velvet andocken. Die Ausgabequalität kann mit der Konkurrenz in der Oberklasse locker mithalten.

Konnektivität

Wie weiter oben geschrieben gibt es das LG Velvet als 5G- und 4G-Version. Die uns vorliegende 5G-Variante schaffte im Praxistest im Vodafone-Test gute 595 Megabit pro Sekunde (MBit/s) im Download und 95 MBit/s im Upload.

Via 4G erreicht das LG Velvet – egal, welche Version man kauft – bis zu zwei Gigabit pro Sekunde (GBit/s) im Download und bis zu 300 MBit/s im Upload. In der Praxis maßen wir bei unserem Test immerhin bis zu 175 MBit/s im Download und maximal 59 MBbit/s im Upload.

Darüber hinaus steht schnelles WLAN ac zur Verfügung und das LG Velvet unterstützt die Standards WiFi Direct, Miracast und NFC. Für kabellose Verbindungen via Bluetooth kann man auf die aktuelle 5.1-Version zurückgreifen.

Sprach- und Empfangsqualität

Die Sprach- und Empfangsqualität des LG Velvet ist im Vodafone-Netz ausgezeichnet. Selbstredend stehen die Services Voice over LTE und HD Voice zur Verfügung, die von Vodafone unterstützt werden.

Fazit

LG Electronics hat es schwer gegen Platzhirsche wie Samsung und Apple und die immer mehr aufkommende Konkurrenz aus China. Dabei sind die Marktpreise des LG Velvet deutlich niedriger als bei vielen vergleichbaren Modellen der Oberklasse. Die 4G-Version gibt es aktuell schon für rund 330 Euro. Die 5G-Variante kostet circa 430 Euro.

Trotz seines günstigen Preises liefert das LG Velvet in fast allen Kategorien eine gute bis sehr gute Performance ab. Es bietet es ein schickes Design, Wasser- und Staubschutz, einen kräftigen Sound, eine ordentliche Akkulaufzeit und vier gute Kameras. Via 5G, aber auch via 4G und WLAN ist das LG Velvet flott unterwegs. Last but not least kann man das LG Velvet in einen Dual Screen stecken und so auf zwei Bildschirmen verschiedene Anwendungen starten.

Wer mehr Rechen-Power benötigt, sollte das LG Velvet 4G kaufen, denn hier kommt als Prozessor ein Qualcomm Snapdragon 845 zum Einsatz, während das LG Velvet 5G nur von einem Qualcomm Snapdragon 765 5G angetrieben wird. Ein Schwachpunkt ist auch das Display. Es ist zwar groß und hell, aber die Pixeldichte von 395 ppi liegt unter dem, was normalerweise in der Oberklasse üblich ist.

 

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