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Ausschreitungen bei Demos gegen Regierung in Kolumbien

22.11.2019 - In dem südamerikanischen Land gehen Tausende auf die Straße - gegen Arbeitsmarktreformen und Gewalt gegen soziale Aktivisten. Die Regierung fürchtet, dass der Funke der jüngsten Proteste in der Region nun auch auf Kolumbien überspringen könnte.

  • Die Polizei greift sich in Bogota einen Demonstranten. Foto: Ivan Valencia/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Polizei greift sich in Bogota einen Demonstranten. Foto: Ivan Valencia/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Regierungskritische Demonstranten geraten in der Innenstadt von Bogota in Konflikt mit der Polizei. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Regierungskritische Demonstranten geraten in der Innenstadt von Bogota in Konflikt mit der Polizei. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Demonstrant reißt in der Innenstadt von Bogota während eines landesweiten Streiks die Arme hoch. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Demonstrant reißt in der Innenstadt von Bogota während eines landesweiten Streiks die Arme hoch. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Polizei nimmt regierungskritische Demonstranten fest. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Polizei nimmt regierungskritische Demonstranten fest. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Flammen sind im Lievano Palast, Sitz der Alcaldía (Bürgermeisteramt) von Bogota, zu sehen. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Flammen sind im Lievano Palast, Sitz der Alcaldía (Bürgermeisteramt) von Bogota, zu sehen. Foto: Str/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Auf dem Bolivar-Platz zerstreut die Polizei zerstreut regierungskritische Demonstranten. Foto: Str./dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf dem Bolivar-Platz zerstreut die Polizei zerstreut regierungskritische Demonstranten. Foto: Str./dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Studenten, Bauern und Arbeiter marschierten von verschiedenen Punkten zum Zentrum der Hauptstadt Bogota. Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Foto: Fernando Vergara/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Studenten, Bauern und Arbeiter marschierten von verschiedenen Punkten zum Zentrum der Hauptstadt Bogota. Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Einsatz. Foto: Fernando Vergara/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Am Rande von größtenteils friedlichen Demonstrationen gegen die Regierung in Kolumbien ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen.

In der Hauptstadt Bogotá schleuderten Vermummte Steine auf die Polizei, die Beamten feuerten Tränengas in die Menge und setzten Wasserwerfer ein, wie am Donnerstag im Fernsehen zu sehen war. Demonstranten steckten Barrikaden in Brand, zerstörten Bushaltestellen und griffen Geschäfte an.

Nach Angaben der Polizei wurden im ganzen Land 28 Beamte verletzt, die meisten in der Großstadt Cali im Südwesten des Landes. Dort verhängte der Bürgermeister eine Ausgangssperre, 25 Menschen wurden festgenommen. Insgesamt nahmen nach offiziellen Angaben rund 200.000 Menschen an den Protesten in Bogotá und Medellín, Cali und Barranquilla teil.

Zuvor waren Tausende Kolumbianer im ganzen Land gegen die Regierung des konservativen Präsidenten Iván Duque auf die Straße gegangen. Die Proteste richteten sich unter anderem gegen geplante Arbeits- und Rentenreformen sowie die zunehmende Gewalt gegen soziale Aktivisten.

«Ich bin nicht einverstanden mit unserem Wirtschaftssystem, in dem die Regierung nur die großen Firmen unterstützt», sagte der Demonstrant Miguel Guerra in Bogotá. Clara Ines Guerrero sagte: «Das Land zerfällt. Das neoliberale System zeigt bereits erste Risse.»

Zahlreiche Sicherheitskräfte waren im Einsatz, die Grenzen zu den Nachbarländern wurden geschlossen, Bürgermeister und Gouverneure erhielten das Recht, Ausgangssperren zu verhängen. «Wir können unterschiedlicher Meinung sein und unsere Überzeugungen zum Ausdruck bringen, aber das Wichtigste ist, friedlich zusammenzuleben», sagte Staatschef Duque.

Zuletzt waren zahlreiche Länder in Südamerika von heftigen Protesten erschüttert worden. In Bolivien trat Präsident Evo Morales nach Wahlfälschungsvorwürfen zurück und floh ins Exil nach Mexiko. In Chile einigten sich die Regierung und die Opposition nach wochenlangen Demonstrationen darauf, eine neue Verfassung auszuarbeiten. In Ecuador musste die Regierung wegen heftiger Proteste die Streichung von Benzin-Subventionen wieder zurücknehmen.

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