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Scheitern von Vaevictis in LCL - Das sagen die Spielerinnen

28.12.2020 - Als Vaevictis einen weiblichen Kader für die LCL-Saison 2019 ankündigte, machte das in der E-Sport-Community schnell seine Runden. Dass das Team kein einziges Spiel gewinnen konnte, schrieben viele dem Geschlecht der Spielerinnen zu. Doch was sagen sie selbst?

  • Vaevictis Esports stellte 2019 ein rein weibliches Team für die LCL auf. Foto: Vaevictis Esport/Vaevictis Esports/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Vaevictis Esports stellte 2019 ein rein weibliches Team für die LCL auf. Foto: Vaevictis Esport/Vaevictis Esports/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

28 Niederlagen und ein Rekord für die kürzeste Partie der russischen League-of-Legends-Liga: Immer wieder wird die Leistung des weiblichen Kaders von Vaevictus Esports im Jahr 2019 als Beispiel herangezogen, warum sich Frauen angeblich nicht so im E-Sport beweisen könnten wie Männer.

Die Spielerinnen selbst sehen den Grund jedoch nicht in ihrem Geschlecht. Vielmehr lagen die Gründe am Spielniveau, das sie zum Teambeitritt in der Solo-Rangliste hatten. Während ihre männlichen Kontrahenten die höchsten Ränge wie «Meister» oder «Herausforderer» beigehörten, konnten die Spielerinnen nur einen Diamant-Rang vorweisen. Auch mussten die meisten Spielerinnen auf einer anderen Position spielen, als sie es gewohnt waren.

Dass Vaevictis kein Spiel für sich entscheiden konnte, liegt für Support-Spielerin und Team-Managerin Ksenia «Trianna» Meshcheryakova nicht daran, dass das Team aus Frauen bestand. «Wir sind einfach schlechte Spielerinnen. Ich verstehe nicht, wie das Geschlecht die Leistung beeinflussen soll», sagte sie im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. «Diese Jungs sind Profispieler mit einem hohen Rang in der Solo-Rangliste und es wäre dumm, enttäuscht zu sein, weil man fünf so gute Spieler nicht schlagen kann.»

Auch Anastasiya «HellMa» Pleyko, die im Summer-Split die Toplane für das Team übernahm, sieht keinerlei Zusammenhang mit dem Geschlecht. «Nimm fünf Männer mit Diamant-Rang, lass sie gegen diese Teams antreten und sie spielen genau so schlecht wie wir. Ich kenne viele Frauen, die besser sind und besser performt hätten.» In den Top-Listen der verschiedenen Regionen sind Frauen keine Seltenheit.

Im Team sah man die Teilnahme als eine Art Experiment. «Das Ziel der Organisation war, dass wir jeden Tag besser und besser werden», sagt Trianna. «Sich zu verbessern, sich auf der Bühne wohlzufühlen, schöne Momente zu finden und ein paar gute Spielzüge zu zeigen - das war's.»

Obwohl das Team um Trianna nicht ein einziges Spiel gewinnen konnte, hat sie trotzdem nur positive Erinnerungen an die Zeit. «Wir hatten immer Spaß zusammen - ob auf der Bühne oder im Training. Das war das beste Jahr meines Lebens, das beste Jahr meiner Karriere.»

Etwas negativer blickt HellMa auf ihre Zeit im Team zurück: «Es war schön, aber es war sehr hart für mich, ohne jemanden zu kennen. Als Frau wirst du immer schräg angeschaut.»

Eine Möglichkeit, weibliche Spielerinnen langsam in männerdominierte Profiligen zu integrieren, sei die Bildung von gemischten Teams. Da es nicht viele Frauen in der Profiszene gebe und diese meist unsicher seien, brauche es ein geeignetes Management. «Wenn wir Frauen auf der Bühne spielen sehen wollen, muss jeder mitarbeiten, um erst eine, vielleicht zwei, dann fünf und dann zehn Spielerinnen in männliche Teams zu integrieren», meint Trianna.

Nachdem Entwickler Riot Games das Team für die Saison 2020 wegen «unakzeptablen Maßes an Wettbewerbsfähigkeit» aus der LCL ausgeschlossen hatte, ist Vaevictis mittelmäßig erfolgreich in einigen Frauen-Turnieren angetreten.

2021 soll die Organisation wieder an der LCL teilnehmen. Mit welchem Team es dann antritt, war Managerin Trianna zufolge aber noch unklar.

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