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Der Kiosk: Eine kleine Kulturgeschichte

29.07.2020 - Der Kiosk ist heute insbesondere aus dem Bild der Großstadt nicht mehr weg zu denken. Dabei handelt es sich in der Regel um ein kleines, einfach gebautes Häuschen, in dem man Zeitungen, Zeitschriften, Süßwaren, Getränke, Zigaretten und vieles mehr erwerben kann. Kioske an entsprechenden Standorten tragen nicht selten zur Versorgung des täglichen Bedarfes bei und sind darüber hinaus beliebte Treffpunkte in der Nachbarschaft.

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    © pixabay.com / MichaelGaida

Die Herkunft des Kiosks

Der Begriff 'Kiosk' ist im Französischen als kiosque und im Italienischen als chiosco zu finden. Damit wurde ursprünglich ein Pavillon in islamischen Palast- und Parkanlagen beschrieben, der frei steht und zu mehreren Seiten geöffnet ist. Diese Bedeutung findet sich heute noch immer in der Architektur.

Der heute in Deutschland verbreitete Kiosk wird in der Regel weniger eindrucksvoll erbaut, ist aber dafür weit verbreitet und leicht zu erreichen. Das gängige Sortiment, das im Kiosk angeboten wird, ist mittlerweile auch regelmäßig in Tankstellen zu erwerben. Auch diese sind gerade in städtischen Gegenden leicht zu finden, wie mit dem Kiosk- und Tankstellenverzeichnis lokal.tips. In Berlin zum Beispiel kennt man die kleinen Shops mit dem gängigen Sortiment auch unter dem Namen Späti, der dort ein beliebter Treffpunkt ist.

Das Ruhrgebiet und seine „Buden“

Das Ruhrgebiet ist bekannt für seine „Buden“ und gehört ganz sicher zu den Regionen Deutschlands, in denen es die meisten Kioske gibt. Hier heißen die Kioske auch Trinkhalle oder eben Bude oder Büdchen und sind Teil des städtischen Erscheinungsbilds.

In Kindertagen war der Kiosk um die Ecke ein beliebtes Ziel auf der alltäglichen Spielrunde. Wenn man in das Vergnügen kam ein paar Pfennig - oder heute ein paar Cents - gespart zu haben, konnte man sich mit Eis am Stiel, einer „gemischten Tüte“ oder anderen Leckereien eindecken. Nicht selten ohne das Wissen der Eltern.

Mit fortschreitendem Alter wurde dann auch das übrige Sortiment interessant. Die erste Schachtel Zigaretten und das erste Bier wurden nicht selten am Büdchen des Vertrauens gekauft. Nachdem die Jugend vorbei, die Bravo uninteressant und der Spirituosen-Verbrauch deutlich zurückgegangen ist, rücken Zeitungen und Zeitschriften, sowie Dinge des täglichen Bedarfs in den Fokus.

Oft ist ein Kiosk, dessen Raum meist weniger als 10 m2 misst, besser sortiert als die meisten Supermärkte. Zucker, Mehl, Getränke ohnehin, aber auch WC-Papier und Körperpflegeprodukte gehören mittlerweile zum normalen Sortiment. Neben der Versorgung gelten Buden häufig auch als beliebte Treffpunkte um dort ein Feierabend-Bier zu trinken, oder sogar zu frühstücken. Und weil das Ruhrgebiet seine Büdchen so liebt, haben sie ihnen sogar einen eigenen Tag gewidmet.

Eine kleine Kulturgeschichte

Man kann es sich kaum vorstellen, aber der kulturgeschichtliche Ursprung des Kiosk liegt im 13. Jahrhundert. Die ersten Kioske wurden in Persien, Indien und im osmanischen Reich gebaut, einige jüngere Exemplare sind bis heute erhalten. Im 18. Jahrhundert gelangten die kleinen Gebäude nach England, zumindest sind sie dort erstmalig erwähnt. Frankreich, Deutschland und die umliegenden Länder zogen nach.

In Deutschland wurde mit Kiosk ab dem 19. Jahrhundert ein Gartenpavillon bezeichnet, dessen Besucher den Blick in die Landschaft genossen und dabei vor der Witterung geschützt wurden. Gebaut wurden sie aus natürlichen Materialien wie hölzernen Säulen und Dächern aus Holz oder Stroh. Nach dem Jahre 1900 wurde mit dem Begriff 'Kiosk' nur noch kleine Verkaufshäuschen in größeren Städten bezeichnet.

Der Kiosk erfreute sich nicht nur einer wachsenden Anzahl und Beliebtheit, sondern etablierte sich auch im Sprachgebrauch, wie auch in der Versorgung alltäglicher Verbrauchsgüter. Während anfänglich nur eine kleine Auswahl an Getränken gereicht wurde, erhält man heute Zugriff auf ein kleines Supermarkt-Sortiment, auf das niemand verzichten möchte.

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