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Nutzpflanze, Medizin, Rauschmittel: Hanf im Wandel der Zeit

26.09.2018 - Historisch zählt Hanf zu den ältesten und wertvollsten Pflanzen, die schon vor ungefähr 12.000 Jahren in Form von Getreide kultiviert wurden. Während die Samen früh zum Speiseplan gehörten, waren die Fasern der Pflanze ein wichtiger Bestandteil für Bekleidung. Hanf hatte über Jahrtausende ein hervorragendes Image und avancierte Mitte des 19. Jahrhunderts zur international am häufigsten angebauten Nutzpflanze. Kurz darauf verlor die Pflanze ihren guten Ruf, unter anderem deswegen, weil das THC-reiche Hanf zu Rauschmittel verarbeitet wurde.

  •  © Unsplash.com  / Alexandre Chambon (CC0 Creative

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  •  © pixabay.com / ulleo (CC0 Creative

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Die Nutzpflanze: Hanf als wichtiger Rohstoff

Wie eingangs kurz erwähnt war Hanf in der Vergangenheit eine bedeutende Nutzpflanze. Der Grund liegt in den vielfältigen Eigenschaften der Pflanze, die im Laufe der Zeit auch die Geschichte der Hanfpflanze maßgeblich bestimmt haben. Zum einen ist sie beispielsweise sehr anspruchslos in puncto Klima und Boden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Pflanze sowohl in Asien als auch in China und in Großbritannien vielseitig angebaut wurde. Zum anderen wachsen die Pflanzen sehr schnell, weshalb sie folglich ebenso schnell zur Weiterverarbeitung zur Verfügung stehen. Des Weiteren dienten die proteinhaltigen Samen des Hanfs schon früh als Grundnahrungsmittel. Heute gehören sie zu den sogenannten Superfoods und sind noch immer wertvolle Lieferanten für eine erhöhte Zufuhr an Proteinen.

Das Medikament: CBD als beruhigender Schmerzstiller

Vor mehreren Jahrtausenden ist Hanf aber ebenso häufig als Heilpflanze eingesetzt worden. Cannabidiol (CBD) ist aufgrund dessen schon sehr lange als lindernder Schmerzstiller bekannt, weshalb es mittlerweile auch viele Anwendungsgebiete für CBD Öl gibt.

Dazu gehören beispielsweise Krankheiten wie Asthma, aber auch stressbedingte Erkrankungen, Akne, Schlafstörungen, Krebs und chronische Schmerzen. Seit dem 10. März 2017 ist es sogar offiziell durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erlaubt, medizinisches Cannabis zu den oben genannten Zwecken zu verschreiben. Die eingerichtete Cannabisagentur überwacht und kontrolliert den Anbau des medizinischen Hanfs, während die Bundesopiumstelle die Wirkung von CBD als Medikament intensiver erforscht. Dadurch erhofft sich die Institution weitere Erkenntnisse, um das Cannabis noch effizienter und gezielter bei Krankheiten einzusetzen.

New York ist dafür bekannt, Trends zu setzen. Daher ist es kein Wunder, dass sich in dieser Stadt ein Café-Besitzer den Umstand des legalen medizinischen CBD zu Nutze gemacht hat und seit diesem Jahr Cannabis-Kaffee verkauft. Dieser wirkt beruhigend und belebend zugleich. Seine Kunden sind begeistert. Seit der Einführung des Cannabis-Kaffee hat er bereits viele neue Stammkunden gewonnen, die die mit CBD versetzten Heißgetränke zu schätzen wissen. Der Café-Besitzer ist sich sicher, dass sein spezieller Kaffee den Tag vieler Kunden enorm verbessert. Dass er damit Recht haben könnte, zeigt auch die wachsende Bedeutung von CBD in der Medizin. Der medizinische Cannabis hilft sowohl bei psychischen als auch bei körperlichen Schmerzen, weil es beruhigend auf das Immun- und Nervensystem wirkt. Aus diesem Grund zählt CBD zu den wertvollsten (Wieder-) Entdeckungen des 21. Jahrhunderts.

Das Rauschmittel: Marihuana als psychoaktive Droge

Im Gegensatz zum schmerzstillenden CBD enthält die Hanfpflanze jedoch noch einen weiteren Stoff, der weniger zu medizinischen Zwecken, sondern eher zum eigenen Vergnügen konsumiert wird. Hierbei handelt es sich um das sogenannte THC (Tetra-hydro-cannabinol). Pflanzen mit einer hohen Konzentration an THC dienen seit den 30er Jahren als Lieferanten für Marihuana und Haschisch. Das THC versetzt den Konsumenten in einen psychoaktiven Rauschzustand, der je nach eigenem Befinden unterschiedlich ausfällt. Bei den meisten Menschen löst es eine Art „High“-Gefühl aus. Allerdings sind Marihuana und Haschisch auch im Stande andere Gefühle von Unruhe, Angst und Gereiztheit bis hin zu Entspannung und Lust hervorzurufen.

Der Besitz von Marihuana und Haschisch ist illegal. Schon eine kleine Menge von maximal 0,1 Gramm hat rechtliche Folgen. Allerdings gibt es von Bundesland zu Bundesland eine gewisse Toleranz-Regelung, die bei einem Gerichtsverfahren im Ernstfall hilfreich ist. Darüber hinaus sind vor allem Anbau und Handel laut Gesetz illegal, weshalb auf beides – je nach Menge – eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr kommen kann. 

In einigen Ländern sind Konsum und Besitz der Droge mittlerweile legalisiert. Dazu gehören die Niederlande, die allerdings im Jahr 2013 dafür gesorgt haben, dass dem Drogen-Tourismus Einhalt geboten wird. Inzwischen gibt es ein Gesetz, das den Verkauf an ausländische Touristen verbietet.

In Amerika sind der legale Anbau, Besitz und Konsum von Bundesstaat zu Bundesstaat ganz unterschiedlich geregelt, allerdings haben über die Hälfte der Bundesstaaten dem medizinischen Cannabis grünes Licht gegeben. Deutschland gehört zu den Ländern, die Cannabis nicht legalisieren wollen, allerdings demonstrieren die Befürworter von legalem Hanf regelmäßig, wie beispielsweise bei der diesjährigen 22. Hanfparade in Berlin.

Die aktuelle Lage von CBD und Marihuana

Derzeit ist die öffentliche Meinung gespalten. Diesem Umstand liegen verschiedene Faktoren zu Grunde. Zum einen ist nicht immer der Unterschied zwischen CBD und THC bekannt. Zum anderen handelt es sich auch um ein Thema, das oft mit Berührungsängsten einhergeht. Grundsätzlich herrscht große Unsicherheit bei der Bevölkerung. Gleiches gilt aber auch für Patienten, die aktuell das medizinische CBD beispielhaft für chronische Kopfschmerzen oder sogenannte Clusterkopfschmerzen nutzen. Geschuldet ist das einer relativ frischen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Dabei ging es um die Kostenübernahme einer verordneten Cannabis-Therapie. Laut dem Gesetz übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur in bestimmten Fällen. Dazu ist es nötig einen Antrag zu stellen, der in der Regel in über 50% der Fälle abgelehnt wird. So kam es schließlich dazu, dass ein Patient mit Clusterkopfschmerzen seinen Fall vor Gericht verhandelte. Die Eilentscheidung fiel allerdings nicht positiv aus. Das Gericht entschied sich dem abgelehnten Antrag der Krankenkasse stattzugeben, da die Wirkung von CBD auf eine Linderung bei Clusterkopfschmerzen nicht ausreichend belegt ist. Auch, wenn das endgültige Urteil noch aussteht, ist das für viele Patienten, die unter Migräne leiden, ein Rückschlag, zumal die Cannabis-Therapie nicht günstig ist.

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