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CBD Öl: Geldmacherei oder echte Hilfe?

05.11.2019 - CBD steht für Cannabidiol, einen Wirkstoff der Heilpflanze Hanf. Heilpflanze deshalb, weil Hanf seit Jahrtausenden als Medizin genutzt wurde – nur weiß das heute kaum noch jemand. Zu groß ist die Angst vor dem psychoaktiven Inhaltsstoff THC. Doch CBD "dreht" nicht, denn es stammt aus dem THC-armen Nutzhanf. Vielmehr kann es auf sanfte Weise gegen vielerlei Beschwerden helfen, von chronischem Schmerz bis hin zu Epilepsie. Sanft heißt: Die CBD Öl Wirkung ist besonders arm an Nebenwirkungen, ganz im Gegensatz zu so manchem Mittel der Pharamaindustrie. Mittlerweile gibt es CBD in unterschiedlichster Ausführung, etwa als Schokolade oder Energydrink. Besonders beliebt ist vor allem das CBD Öl, ein Mix aus CBD und einem Trägeröl. Doch was ist dran an den CBD Tropfen: Helfen sie wirklich oder verdienen ein paar Firmen damit nur schnelles Geld?

  •  © pixabay.com / Julia

    © pixabay.com / Julia Teichmann

Wirkung von CBD Öl: Alles nur leere Versprechen?

CBD Öl scheint ein echter Alleskönner. Nur wenige Mittel warten mit einer ähnlichen Bandbreite der Beschwerden auf, gegen die es helfen soll. Die Rede ist von sehr unterschiedlichen Problemen: Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis finden sich ebenso darunter wie auch Schlafstörungen oder Hautprobleme. Im Klartext: CBD soll gegen einfache Akne ebenso helfen wie gegen Krebs.

Das klingt nach Scharlatanerie. Zu recht lässt sich fragen, ob der Stoff tatsächlich eine solche breit gefächerte Wirkung haben kann. Doch ihn einfach abzutun ist unklug. Denn CBD existiert schon lange nicht mehr nur als Nahrungsergänzungsmittel. Das beste Beispiel ist die Pharmaindustrie.

Epidiolex ist ein Produkt von GW Pharmaceuticals, einem der weltweit führenden Pharmakonzerne. Inhaltsstoff: hoch konzentriertes CBD. Das Mittel ist verschreibungspflichtig und kommt bei Epilepsie zum Einsatz. Seit Kurzem ist Epidiolex auch in Deutschland zugelassen. Demnach hat CBD tatsächlich gewisse Wirkungen, wie auch Studien beweisen. Welche Wirkungen aber lassen sich nachweisen und welche gehören ins Reich der Legenden?

Hilfe bei bestimmten Krankheiten und chronischem Schmerz

CBD kann bei diversen Krankheiten helfen. Seit Cannabis zu medizinischen Zwecken in immer mehr Ländern freigegeben wird, ist auch die Forschung dazu im Aufwind. Denn CBD als Teil von Cannabis lässt sich nun endlich umfassend näher untersuchen. Vieles ist auch schon bekannt. Zum Beispiel gibt es Studien zu folgenden Erkrankungen:

• Epilepsie
• Chronischer Schmerz
• Migräne
• Multiple Sklerose
• Schizophrenie
• Knochenbrüche

Im Anhang finden sich Belege für die genannten Studien. Doch das ist noch nicht alles: Zu diesen organischen Erkrankungen kommen weitere aus dem psychischen Bereich, die auf der entspannenden Wirkung von CBD beruhen. CBD ist auch eine Art natürlicher Stimmungsaufheller, es bekämpft sogar Psychosen und hilft bei sozialen Phobien, weil es unter anderem Ängste löst.

Wie CBD beim Menschen wirkt

CBD greift tief in die Körperchemie ein. Darum reagieren wir überhaupt darauf: Jeder Mensch besitzt ein körpereigenes Rezeptorsystem für Hanfwirkstoffe. Diese heißen auf Latein Cannabinoide, und unser Rezeptorsystem heißt demzufolge Endocannabinoidsystem (ECS). Das ECS ist noch gar nicht so lange bekannt, Ethan Russo entdeckte es in den Neunzigerjahren. Seitdem ist es möglich, viel gezielter zu der Frage zu forschen, was CBD beim Menschen bewirkt und wie es das tut.

Was wir bisher wissen: Das ECS reguliert eine Vielzahl körpereigener Vorgänge. Ob es etwa zu Entzündungen kommt und wie diese heilen, liegt im „Zuständigkeitsbereich“ des ECS. Dabei reguliert es nachträglich die betreffenden Botenstoffe. Reagiert also ein Neurotransmitter über, dann greift das Endocannabinoidsystem ein. Damit ist das ECS äußerst wichtig für Krankheit und Gesundheit. Es gibt sogar die Theorie, wenn das Endocannabinoidsystem aus dem Lot sei, würde der Mensch krank.

Natürlich braucht es dazu noch viel mehr Forschung. Bis wir das alles verstehen, wird noch etwas Zeit vergehen. Doch bis dahin lässt sich mit Sicherheit sagen: CBD greift mithilfe von Rezeptoren in das körpereigene ECS ein. Dadurch reguliert es Prozesse, die der Körper allein nicht mehr regulieren kann, wenn das ECS nicht richtig funktioniert. CBD repariert das sozusagen, denn das ECS reagiert auf den Wirkstoff.

Von Migräne bis Parkinson

Natürlich heißt das nicht, dass CBD die Grunderkrankung beseitigt. Wenn also jemand an Parkinson leidet, dann wird er das auch mit Einnahme von CBD immer noch tun. Doch die Krankheit könnte erträglicher werden. Denn viele unangenehme Begleiterscheinungen lassen sich mithilfe von CBD lindern. Das funktioniert, weil CBD nahezu überall im Körper Rezeptoren vorfindet, die es beeinflussen kann. Ob im Immunsystem oder im Verdauungstrakt, im zentralen Nervensystem oder unter der Haut: überall warten Rezeptoren darauf, zur Regulierung körpereigener Prozesse beizutragen.

Im Ergebnis gibt es ein paar grundlegende Eigenschaften, durch die sich CBD auszeichnet. Dann wird auch verständlich, warum CBD eine solche Bandbreite erzielen kann, die ihm zugeschrieben wird. CBD ist:

• antientzündlich
• entspannend
• schmerzlindernd
• neuroregenerativ
• krampflösend

Darum ist CBD Öl derzeit im Trend, denn immer mehr Menschen profitieren davon. Erfahrungen von Verbrauchern weisen darauf hin, dass CBD durchaus positive Wirkung zeigt. Man findet Berichte im Internet, in Spezialforen, in Facebookgruppen, auf Cannatrust. Die meisten Verbraucher verwenden es aus folgenden Gründen:

Häufige Gründe für den Einsatz von Cannabidiol

• bei Schlafstörungen
• vorbeugend gegen Schmerzen
• zur Entspannung und Linderung innerer Unruhe
• gegen Begleiterscheinungen schwerer Grunderkrankungen, etwa Arthrose

Die Anwendung erfolgt dabei meist über einen längeren Zeitraum, wobei die Verbraucher mit einer geringen Dosis starteten, die sie langsam steigerten.

Ist das überhaupt legal?

Viele Menschen stehen CBD-Produkten dennoch skeptisch gegenüber. Das liegt aber auch daran, dass man den Hanfwirkstoff immer noch mit THC verbindet. Und das ist nun einmal psychoaktiv und darum verboten. Allerdings erlaubt der deutsche Gesetzgeber CBD Öl und andere CBD-Produkte mit einem Gehalt von bis zu 0,2 % THC. Diese dürfen also legal verkauft werden. Voraussetzung ist stets eine gute Kaufberatung: Nur sie stellt sicher, dass es sich bei dem Produkt nicht um ein unsauber produziertes Hanföl handelt. Unsauber kann vieles sein, von Pestizidbelastung bis hin zu einem unerlaubt hohen Anteil an THC. Die Produktvielfalt hat in den letzten Jahren dermaßen zugenommen, dass es nahezu unmöglich ist, den Überblick über einwandfreie Produkte zu behalten.

Produkte aus Hanf liegen im Trend

Dennoch setzt Hanf Maßstäbe, weil es so vielseitig ist: Viele Teile der Pflanze enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Während CBD vor allem aus Blüten gewonnen wird, sind auch die Hanfsamen sehr beliebt. Sie sind äußerst reich an ungesättigten Fettsäuren und werden als Grundlage für Hanfsamenöl genutzt. Selbst Hanfprotein gibt es bereits: Das ist deutlich reicher an Vitaminen und Ballaststoffen als herkömmliches Whey Protein. Sportler integrieren Hanfprotein gern in ihren Ernährungsplan, berichten auch einige Portale. Geschmacklich ergibt sich meist ein leicht bitterer, nussiger Geschmack. Als glutenfreier Ersatz für Weizenmehl wird Hanfmehl immer häufiger eingesetzt.

CBD Öl ist kein Wundermittel

Bei all dem ist CBD aber kein Allheilmittel. Die Nachricht, es könne Krebs heilen, ist schlicht falsch. Wer sich also einzig auf CBD verlässt und die sogenannte Schulmedizin ablehnt, schädigt sich selbst. Es kann bei einigen Krankheiten unterstützend wirken, etwa bei starken Schmerzen. Doch auch diesem Wirkstoff sind Grenzen gesetzt. Wichtig: Nimmt man CBD Öl in Kombination mit Medikamenten ein, sollte man dies nie ohne Aufsicht tun. Hintergrund: Weil CBD in die Körperchemie eingreift, kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Wer also vorhat, CBD Öl einmal zu testen, der sollte am besten einen Arzt dazu konsultieren.

Quellen für die Studien

Epilepsie - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26800377
Chronischer Schmerz - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17157290
Migräne - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4117050/
Multiple Sklerose - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23851307
Schizophrenie - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23829368
Knochenbrüche - https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/jbmr.2513

 

 

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