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Eiter und Fäkalien: Kontrolleure warnen vor Ekelfleisch

15.03.2016 - Nach Recherchen des NDR-Magazins "Markt" warnen Kontrolleure , dass eine ausreichende Fleischbeschau nicht immer möglich sei. Mit drastischen Folgen ...

  • Auf verarbeitetem Fleisch sind Darmkeime und Eiter bildende Bakterien mit bloßem Augen nicht mehr zu erkennen ©

    Auf verarbeitetem Fleisch sind Darmkeime und Eiter bildende Bakterien mit bloßem Augen nicht mehr zu erkennen © NDR

  • Wird eitriges Fleisch nicht ausreichend erhitzt, drohen Durchfall, Erbrechen und Fieber bis zur Lebensmittelvergiftung ©

    Wird eitriges Fleisch nicht ausreichend erhitzt, drohen Durchfall, Erbrechen und Fieber bis zur Lebensmittelvergiftung © NDR

  • Bei der "visuellen Fleischbeschau" an einem Transportband ist die Gefahr groß, dass Kontrolleure zum Beispiel eitrige Abszesse (blau markiert) übersehen ©

    Bei der "visuellen Fleischbeschau" an einem Transportband ist die Gefahr groß, dass Kontrolleure zum Beispiel eitrige Abszesse (blau markiert) übersehen © NDR

  • Beim Entweiden von Schweinen im Schlachthof wird der Darm mit einem Messer angeritzt. Kot landet auf dem Schweinekörper und wird durch Abspritzen mit Wasser großflächig verteilt. ©

    Beim Entweiden von Schweinen im Schlachthof wird der Darm mit einem Messer angeritzt. Kot landet auf dem Schweinekörper und wird durch Abspritzen mit Wasser großflächig verteilt. © NDR

  • Aufgabe von Fleischkontrolleuren ist es, Organe von Schlachttieren zum Beispiel auf Wurmbefall oder Fäkalkeime zu untersuchen. ©

    Aufgabe von Fleischkontrolleuren ist es, Organe von Schlachttieren zum Beispiel auf Wurmbefall oder Fäkalkeime zu untersuchen. © NDR

  • Auch eitrige Abszesse sollen die Kontrolleure natürlich entdecken. ©

    Auch eitrige Abszesse sollen die Kontrolleure natürlich entdecken. © NDR

Amtliche Fleischkontrolleure auf Schlachthöfen sollen dafür sorgen, dass nur hygienisch einwandfreies Fleisch in den Handel gelangt. Doch wie Annette Niemeyer für "Markt" berichtet, warnen die Kontrolleure von zwei Schlachthöfen im Landkreis Cloppenburg, dass eine ausreichende Fleischbeschau wegen geltender EU-Regeln gar nicht immer vorgenommen werden könne. Die Gefahr sei groß, so die deutliche Mahnung der Experten, dass Eiter und Fäkalkeime am Fleisch übersehen würden.

EU-Recht: Kontrolleure dürfen nur gucken

Laut EU-Verordnung 219 aus dem Jahr 2014 sind Fleischkontrolleure verpflichtet, eine "visuelle Fleischbeschau" durchzuführen. Im Klartext: Sie dürfen Schweine nur noch anschauen, aber nicht mehr anfassen oder anschneiden. Gleichzeitig wurde an manchen Schlachthöfen die Anzahl der Fleischkontrolleure am Band reduziert. Vorteil für die Fleischindustrie: Langfristig könnten die Kosten für die Fleischkontrollen sinken.

Die "visuelle Fleischbeschau" soll das Risiko senken, dass Fleischkontrolleure mit Händen oder Messern Keime von einem auf das andere Tier übertragen (Kreuzkontamination). Viele Fleischkontrolleure halten die Begründung der EU für vorgeschoben. Zur Kreuzkontamination kommt es ihrer Ansicht nach eher durch die Arbeiter am Band. Auch hier spart die Fleischindustrie und beschäftigt am liebsten schlecht bezahlte Arbeiter aus Osteuropa. Der Akkorddruck am Band sorgt dafür, dass den Arbeitern keine Zeit bleibt, Hände und Schürzen zu waschen oder Messer zu sterilisieren, so das Argument der Kontrolleure.

"Abszesse bleiben unentdeckt": Der Brief der Kontrolleure

Die Fleischkontrolleure der beiden Schlachthöfe im Landkreis Cloppenburg haben ihre Bedenken dem zuständigen Veterinäramtsleiter schriftlich mitgeteilt:

  • Danish Crown in Essen/Oldenburg (750 Schweine pro Tag): 49 amtliche Kontrolleure warnen davor, dass etliche Abszesse unentdeckt blieben und sich die hygienischen Verhältnisse dramatisch verschlechtert hätten: "Wir sehen eine starke Gefährdung des Verbraucherschutzes."
  • Vion in Emstek (600 Schweine pro Tag): Die Mitarbeiter sehen eine verantwortungsvolle, ausreichende Fleischbeschau nicht mehr als gewährleistet an.

Veterinäramt wiegelt ab

Mit dem Brandbrief der Fleischkontrolleure konfrontiert, hat das Veterinäramt gegenüber "Markt"alle Vorwürfe bestritten. Man sieht dort offenbar keine Probleme, im Gegenteil: Die "einwandfreie Qualität des Fleisches" sei gegeben. Von Personalreduzierungen will man im Amt ebenfalls nichts wissen, es habe sich lediglich um "Umstrukturierungen" gehandelt. In einem weiteren Schreiben an "Markt" lässt das Veterinäramt wissen, man sehe sich nicht in der Lage genaue Zahlen zu nennen.

Der gesamte Beitrag kann beim NDR abgerufen werden.

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