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Die Zukunft der Apotheken ist digital

30.01.2020 - Wer Medikamente braucht, geht heute nicht mehr in die nächste Apotheke, sondern surft im Netz. Hier finden sich Vergleichsportale, die das gewünschte Präparat zum Bestpreis finden. Und da Markenpräparate allesamt die gleich Qualität haben, zögern Verbraucher nicht mit der Online-Bestellung. Warum teuer in der Apotheke vor Ort kaufen, wenn die Medizin viel preisgünstiger und bequem per Post kommt? Dieser Beitrag beleuchtet die Fakten rund um den Online-Handel mit Arzneimitteln.

  • Deutsche Verbraucher kaufen gerne online ein. Das gilt auch für Apotheken.  © pixabay.com / stevepb (CC0 Creative

    Deutsche Verbraucher kaufen gerne online ein. Das gilt auch für Apotheken. © pixabay.com / stevepb (CC0 Creative Commons)

Umsatz von Internetapotheken steigt stetig an

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) stellte im Rahmen einer Studie fest, dass der Versandhandel mit Arzneimitteln im Vergleich zu anderen Online-Handelssparten überproportional anwächst. Die Angaben wurden auf Basis von Verbraucherbefragungen erhoben und nicht auf Basis einzelner Unternehmensdaten oder Angaben von Branchenverbänden. Die Marktforscher befragten über 40.000 Personen auf der Straße unter anderem darüber, wie sie zum Online-Handel stehen und ob sie Medikamente im Internet bestellen. Online-Apotheken sind beliebt  und das hat gute Gründe. Die Preise sind vergleichsweise niedrig, trotz Versandkosten. Außerdem sind die bestellten Medikamente in der Regel innerhalb weniger Tage im Briefkasten. Für Berufstätige und kostensensible Verbraucher sind das gute Argumente, die für die Internet-Bestellung von Medikamenten sprechen.

Was ist eine Versandapotheke?

Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) sieht Online-Apotheken als wichtige Ergänzung zu Apotheken vor Ort. Hauptgründe sind die Möglichkeit der „Rund-um-die-Uhr-Bestellung“, Liefermöglichkeit zur Wunschadresse und die diskrete pharmazeutische Beratung, auch telefonisch.

In Deutschland zugelassene Versandapotheken wie die Internet Apotheke Sanicare sind vollwertige Vor-Ort-Apotheken, die eine zusätzliche Versandhandelserlaubnis haben. Sie gehören als Mitglied der Apothekerkammer an und zahlen entsprechende Beiträge. Internet Apotheken machen also den Vor-Ort-Apotheken nicht das Geschäft kaputt, sondern sie erweitern ihr eigenes Angebot um den Versandhandel. Hinter Ihnen stehen geschäftstüchtige Apotheker, die verbraucherfreundlich agieren und die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Um zu überprüfen, ob eine Internetapotheke in Deutschland sitzt und den geltenden deutschen Vorschriften entspricht, sollten Verbraucher zum einen das Impressum studieren, die ausgewiesenen Siegel auf der Internetseite prüfen (z. B. DIMDI, BVDVA) und auch einen Blick in den Bereich „Über Uns“ werfen. Aus den Angaben sollte klar hervorgehen, wer hinter einer Internetapotheke steckt und wo der Firmensitz ist – wie zum Beispiel auf der oben genannten Website von Sanicare zu sehen ist.

Nicht verschreibungspflichtige medizinische Artikel und Medikamente lassen sich online rasch und günstig beschaffen.  © pixabay.com / bru-no (CC0 Creative Commons)Nicht verschreibungspflichtige medizinische Artikel und Medikamente lassen sich online rasch und günstig beschaffen. © pixabay.com / bru-no (CC0 Creative Commons)

Jeder Apotheke in Deutschland könnte online verkaufen

Im Prinzip kann jede deutsche Apotheke zur Versandapotheken werden. In Deutschland ist es Vorschrift, eine gesonderte Versanderlaubnis nach § 11 Apothekengesetz vorzuweisen. Die Erlaubnis setzt genau dieselben Anforderungen voraus, wie bei einer traditionellen Apotheke vor Ort. Verbraucher können anhand der folgenden Merkmale die Seriosität von Internet-Apotheken erkennen.

• Sie arbeiten mit deutschen Krankenkassen zusammen und rechnen mit ihnen ab.

• Verschreibungspflichtige Medikamente werden nur nach Vorlage eines Rezepts verschickt.

• Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel wird nicht geschaltet. Lediglich Werbung für freiverkäufliche Arzneimittel ist zu finden.

• Hinter dem Angebot einer Internetapotheke steht eine echte Vor-Ort-Apotheke, deren Sitz sich aus einem vollständigen Impressum entnehmen lässt. Ein vollständiges Impressum enthält neben den Kontaktdaten auch Angaben zum vertretungsberechtigten Apotheker, zur Aufsichtsbehörde, zur zuständigen Apothekerkammer, gegebenenfalls die Handelsregisternummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Auch die Bereitstellung der offiziellen Erlaubnis zum Arzneimittelversand sollte hier hinterlegt sein (Versandhandelslizenz).

• Die Mitarbeiter prüfen bei Bestellungen auf Wechselwirkungen und Doppelverordnung.

• Zugelassene Versandapotheken in Deutschland sind nach ISO 9001 zertifiziert.

• Eine Registrierung im Versandapotheken Register des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) liegt vor. Das DIMDI-Logo wird nur dann vergeben, wenn die Apotheker bei der Behörde entsprechend bekannt und gelistet ist.

• Sie sind telefonisch, postalisch und per E-Mail erreichbar und beraten und informieren ihre Kunden persönlich.

Apotheker kommen nur langsam vom konventionellen Wegen ab

In Deutschland gibt es über 19.000 Apotheken. Doch nur rund 15 % von ihnen hat sich um eine Versandhandelslizenz bemüht. Das sind etwa 3000 Stück. Lediglich 150 Apotheken in Deutschland haben den Onlinehandel soweit ausgebaut, dass sie nennenswerte Umsätze damit erzielen. Noch hat sich das Bild einer klassischen Versandapotheke nicht gefestigt. Apotheker in Deutschland sind eher traditionell geprägt. Sie setzen auf den Verkauf vor Ort und betreiben eine Versandapotheke eher als Nebenerwerb.  Innovative Apotheker, die die Chancen der Digitalisierung bereits jetzt erkannt haben und für sich nutzen, beschäftigen Dutzende Mitarbeiter. Aus einer kleinen Apotheke wird damit ein Unternehmen mit mittelständischen Zügen. Das traut sich nicht jeder Apotheker zu.

Hohe Investitionen schrecken ab

Wer im Versandhandelsgeschäft mit Medikamenten einsteigen will, muss Geld in die Hand nehmen. Um wirtschaftlich sinnvoll aktiv werden zu können, ist eine entsprechend große Lagerfläche und ein Logistikkonzept nötig. Auch braucht es zusätzliche Mitarbeiter, die die anstehenden Aufgaben übernehmen können. Diese Mitarbeiter sollten Kenntnisse eines klassischen Apothekenbetriebs mitbringen und darüberhinausgehend wissen, wie ein Versandhandel betrieben wird. Dazu müssten Schulungen erfolgen, was ein hohes Engagement und weitere Investitionen voraussetzt. Nicht jeder Apotheker geht das Risiko ein, denn ob sich ein nennenswerter Marktanteil gewinnen lässt, der die Investitionen rechtfertigt und Gewinne einspielt, steht auf einem anderen Blatt.

Verbrauchernachfrage nach Versandapotheken ist hoch

Einer Studie von PricewaterhouseCoopers, dem Healthcare-Barometer 2019, ist zu entnehmen, das bereits zwei Drittel der Bundesbürger online Arzneimittel kaufen. Sie setzen auf die günstigen Preise der freiverkäuflichen Arzneimittel, wobei bereits erste Stimmen laut werden, die diesen Vorteil kritisch sehen und Steuern auf Online-Umsätze vorschlagen.

Überwältigende 76 % nennen aktuell die Preispolitik der Online-Apotheken als ausschlaggebenden Grund. Weitere Gründe sind die Versandkosten bzw. der Mindestbestellwert, die Bezahlmöglichkeiten, eine übersichtliche Gestaltung mit gut erkennbaren Abbildungen sowie ausführlichen Produktbeschreibungen und die Lieferzeit. Über die Hälfte aller Kunden, die ihre Medikamente online bestellen, prüfen den Sitz der Versandapotheke.

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten sieht es anders aus. Hier haben lediglich knapp 28 % online bestellt. Sie bevorzugen nach wie vor den Gang zur Apotheke. Das betrifft vor allem Verbraucher über 55 Jahre, in der Gruppe liegt die Online-Bestellbereitschaft ohnehin nur bei 15 %. Die Hauptgründe, weshalb Medikamente nicht online bestellt werden sind die folgenden: geringer Bedarf, fehlende persönliche Beratung, zu lange Lieferzeiten und fehlendes Vertrauen.

Fazit: Nachfrage wird weiter steigen

Die Gesundheitsbranche wird immer digitaler, das zeigt sich unter anderem auch am E-Rezept, wie in diesem Beitrag berichtet. Die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Die jüngere Generation ist internetaffin und es gewohnt, online zu bestellen und zu kommunizieren. Mit zunehmenden Alter der jüngeren Generationen wird sich dieses Verbraucherverhalten folgerichtig weiter ausdehnen. Apotheker, die nicht den Anschluss verlieren wollen, sollten deshalb darüber nachdenken, in welcher Form sie ihre Apotheker im Zeitalter der Digitalisierung wirtschaftlich sinnvoll aufstellen können.

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