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Gesundheit heute: Ärzte und Apotheken arbeiten digital

17.09.2019 - Auf dem Land zu leben soll gesund sein. Das stimmt auch, jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt. Dass die medizinische Versorgung auf dem Land nicht so unkompliziert ist wie in Städten, hat sich inzwischen herumgesprochen. Ärzte ziehen die Arbeit in einer Stadt dem stressigen Alltag einer Landarztpraxis vor. Die Abwesenheit der Ärzte und die immer weniger werdenden Apotheken sorgen für eine prekäre Situation. Hilfe kommt aus dem Netz.

  • Digitale Unterstützung ist in Arztpraxen üblich und die Entwicklung geht weiter. © pixabay.com / rawpixel (CC0 Creative

    Digitale Unterstützung ist in Arztpraxen üblich und die Entwicklung geht weiter. © pixabay.com / rawpixel (CC0 Creative Commons)

Digitale Sprechstunde: Heute schon Alltag

Wenn der Patient nicht zum Arzt geht, kommt der Arzt zum Patienten. So oder ähnlich lässt sich die digitale Sprechstunde übertiteln. Doch wie funktioniert sie eigentlich, die digitale Sprechstunde mit dem Arzt?

Im Prinzip ist es ganz einfach. Die Sprechstunde erfolgt über Video-Chat oder telefonisch. Gut organisierte Plattformen bieten verschiedene Möglichkeiten an, damit nicht nur Haushalte mit einer ausreichend hohen Übertragungsrate Zugriff auf den Service haben. Eine Möglichkeit sich online ärztlich beraten zu lassen bietet Teleclinic. Der Weg führt zuerst über die Anmeldung, ganz so wie in einer typischen Arztpraxis. User haben mit einer Sprechstundenhilfe zu tun, die die Anfrage aufnimmt und klärt, welche Dienstleistung der User braucht. Auf Basis des Gesprächs nimmt sie die Daten auf und leitet diese an die verfügbaren Ärzte weiter. Die Ärzte erhalten eine Nachricht auf ihr Smartphone und können reagieren. Der Arzt, der zuerst zusagt, bekommt den abrechenbaren Auftrag. Der unschlagbare Vorteil eines digitalen Services wie diesem liegt in seiner enormen Schnelligkeit. Während es bei Fachärzten mitunter drei Monate oder länger dauert, bis ein Termin zu haben ist, funktioniert die Beratung im Netz innerhalb von 24 Stunden.

Praxiserfahrung: abends, nachts, bei kranken Kindern und Senioren

Kopfschmerzen, Unwohlsein, Stresssymptome: Es gibt viele Gründe, das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker zu suchen. © pixabay.com / gracinistudios (CC0 Creative Commons)Kopfschmerzen, Unwohlsein, Stresssymptome: Es gibt viele Gründe, das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker zu suchen. © pixabay.com / gracinistudios (CC0 Creative Commons)

Familien sind in erster Linie Nutzer von digitalen ärztlichen Leistungen. Insbesondere in den Abendstunden und nachts wird ärztliche Hilfe gesucht. Werden Kinder oder Senioren krank, greifen pflegende Angehörige oder Eltern zum Telefon. Für sie ist die Möglichkeit, auch spät abends ärztlichen Rat zu erhalten, von unschätzbarem Wert. Ein Gespräch mit einem Mediziner kann klären, ob die Fahrt zur Notaufnahme im Krankenhaus angezeigt ist oder nicht, ob ein Krankenwagen gerufen werden soll oder ob die Aufregung größer als das Problem ist. Besonders praktisch beim Video-Chat ist, dass die Kamera die Situation vor Ort zum Arzt übertragen kann. Dieser kann sich mittelbar die Bilder ansehen und dann gezielt helfen.

Apotheken ziehen nach: Online Services boomen

Nicht nur die ärztliche Versorgung wird durch die Möglichkeiten der Digitalisierung verbessert. Auch Apotheken bieten hilfreiche Serviceleistungen an. Die Online-Apotheke Aponeo ist nicht nur eine Plattform für die schnelle Bestellung von Medikamenten. Sie bietet darüber hinaus besondere Leistungen an, die sie von vielen anderen Mitbewerbern unterscheidet.  Kunden können sich persönlich beraten lassen, in dem sie entweder per E-Mail oder per Telefon nachfragen oder den Live-Chat nutzen. Letzteres bietet sich beispielsweise dann an, wenn sensible Sachverhalte besprochen werden und Diskretion besonders wichtig ist. Ein Apotheker ersetzt zwar keinen Arzt, doch kann ein Apotheker in sehr vielen Fällen helfen, wenn es um die Gesundheit geht.

eRezept: elektronische Rezepteinreichung

Das eRezept ersetzt das Rezept vom Arzt auf Papier. Es ist im Prinzip eine logische Folge der elektronischen Gesundheitskarte, die inzwischen übliche Standard ist. Die rechtliche Grundlage ist im Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) zu finden. Eine Verschreibung müsste nicht mehr auf Papier, sondern könnte über das Smartphone eingereicht werden. Das Ziel ist, dass das eRezept irgendwann so selbstverständlich benutzt wird, wie eine E-Mail. Praktisch ist, dass über dieses elektronische Dokument der Postversand wegfallen würde und auch ein persönliches Vorbeigehen bei der Apotheke nicht mehr nötig wäre. Das eRezept beschleunigt die bürokratischen Abläufe zwischen Ärzten, Patienten, Apotheken und Krankenkassen. Abgesehen davon wäre der bürokratische Aufwand stark vermindert. Kleines Extra: eRezepte verbrauchen kein Papier und schonen die Umwelt.

Pilotstatus eRezept

In Deutschland hat das eRezept noch Pilotstatus. Das bedeutet, dass es hier noch nicht marktfähig ist. Viele Apotheken, Ärzte, Krankenkassen und Patienten würden die Einführung begrüßen und entsprechend stark ist das Engagement seitens der Politik und der Gesundheitsverbände. Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH, kurz gematik, hat die Vernetzung im Gesundheitswesen zur Aufgabe. Sie treibt das Projekt weiter voran und setzt sich für die Umsetzung ein.

Mit Stichtag 1. Juli 2019 startete eine Frist. Innerhalb von sieben Monaten sollte die Maßgaben des GASV umgesetzt werden. Daraus leitet sich als Zieltag der 1. Februar 2020 ab. Bis dahin soll das eRezept in Deutschland eingeführt werden und alle beteiligten Akteure entlasten. Ob dieser Zeitraum allerdings realistisch ist, sehen Experten kritisch. Die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Apothekerverband, der kassenärztlichen Bundesvereinigungen und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen lässt dennoch eine zeitnahe Umsetzung erkennen.

GERDA kommt: Pilotprojekt in Baden-Württemberg

Das Pilotprojekt GERDA – kurz für geschützter E-Rezept-Dienst für Apotheken – startet mit etwas Verzögerung  im November 2019, also mit einer Verspätung von 5 Monaten. Die Testregionen sind Stuttgart und Tuttlingen. Die Apothekerschaft Baden-Württemberg hat in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Teleclinic und dem Service docdirekt, der vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland ausgezeichnet wurde, ein eRezept entwickelt. Dieses wird zunächst in Tuttlingen und Stuttgart eingesetzt, soll später in ganz Deutschland verfügbar sein. Katharina Jünger, die Geschäftsführerin von Teleklinik, antwortet in einem Interview mit der Deutschen Apotheker Zeitung auf die Frage, bis wann mit einer bundesweiten Nutzbarkeit zu rechnen ist wie folgt:

„Der November ist ein realistischer Termin für den Start des Projekts in den beiden Regionen. Dieser Projektplan wurde auf Fachebene so frühzeitig abgestimmt und ist in unseren Augen auch realistisch.“

Das bedeutet, dass sich der Starttermin für die bundesweite Verfügbarkeit entsprechend verschiebt. Gerechnet von November an zuzüglich 7 Monate könnte frühestens ab 1. Juli 2020 von der bundesweiten Umsetzung angegangen werden. Mit dem eRezept wird die Nutzbarkeit digitaler Dienstleistungen von entsprechend modern aufgestellten Apotheken, Ärzten und Krankenkasse flächendeckend sein. Das ist für ländliche Regionen ein enormer Gewinn, in denen Apotheken immer weniger werden.  Aber auch für alte und gebrechliche Personen, für die der Weg zum Arzt oder in die Apotheke zu beschwerlich ist und für vielbeschäftigte Berufstätige dürften die aufeinander abgestimmten digitalisierten Dienstleistungen eine Erleichterung sein.

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